Dienstag, 15. Januar 2013
Ich hätte vorhin beinahe auf dem Heimweg was ungwöhnliches gemacht.

Ich überlege gerade, ob ich das wirklich aufschreiben soll...nun ja, die Entscheidung ist ja doch schon gefallen.

Ich fuhr eine Abkürzung nach Hause. Durch die Anliegerstraße. An meiner alten Schule vorbei. Ungewöhnlich viele Leute dort unterwegs, nach kurzem Blick erkannte ich Schüler mit Instrumenten, hier einen Bratschenkasten, dort einen Geigenkasten, Eltern die ihre Kinder abholten und die Instrumente in die Autos verstauten und auch ein Schüler der mit seinem Cello gerade die Straße überquert hatte und sich an die Bushaltestelle stellte. Schneetreiben, kalt. Und für einen kurzen Moment überlegte ich umzudrehen und den Cellospieler einzusammeln, sein Cello in mein gr Auto zu packen und ihn nach Hause zu fahren. Ich überlegte ihn zu fragen ob er von der Orchesterprobe käme und dass ich dort auch früher gespielt hätte und ich könne ihn jetzt einfach mal eben bei diesem Wetter nach Hause fahren. Aus irgendeinem Grund drehte ich nicht um. Vielleicht weil ich zu müde war nach diesem langen, anstrengenden Tag oder weil ich mich nicht traute so eine spontane Aktion zu starten oder weil mir klar wurde dass mein Kofferraum mit Altpapier voll ist oder - ich weiß es nicht. Mist, denke ich jetzt im Nachhinein, ich hätte ihn einfach fragen können.

Es ist Dienstag. Die Orchesterproben früher waren immer Mittwochs. Die Zeiten ändern sich.

Ich werde die Augen aufhalten wann das nächste Konzert dort stattfindet. Bin gespannt was sie spielen werde.



Mein Kopf ist dermaßen voll, dass ich nicht weiß wo ich anfangen soll irgendwas davon aufzuschreiben. Der Tag auf der Arbeit war heavy. Heute wie gestern zwölf Stunden. Gegen Abend dann noch schwierige Termine zusammen mit Chef - wir haben das natürlich wunderbar gewuppt. Es hat fast Spaß gemacht. Es ist so herrlich wenn wir unter Druck zusammenarbeiten.
Heute war wirklich einer der anstrengensten und anspruchsvollsten Arbeitstage die ich bisher in meinem Leben hatte. Ich musste soviel scharf nachdenken. So viele komplizierte Sachen. Die anderen überschlagen irgendwelche Zahlen im Kopf und ich komme mit meinem Denken und meinem Taschenrechner kaum hinterher. Ich habe dem Chef das neulich einfach mal ganz offen gesagt, dass Zahlen für mich wirklich schwierig sind, dass ich da länger brauche, zweimal brauche. Er findet es irgendwie nicht schlimm. Ich meine: wenn ich das dann erst mal durchkalkuliert habe dann kann ich das auch auswendig aus dem eff-eff extern beim Kunden ohne Probleme verkaufen, aber ich muss es halt vorher minutiös durchgegangen sein. Vielleicht ist das auch einfach "gut vorbereitet" und ich weiß, der Chef wusste heute, dass ich verdammt gut vorbereitet war für die Termine. Er laberte den potentiellen Kunden was vor und wenn es ans Eingemachte ging, um Details, um Zahlen dann nahm ich das Wort und erläuterte diese Details. Wir sind ein gutes Team, der Chef und ich. Ich glaube wir kommen einfach sympathisch rüber. Genaugenommen weiß ich: Vertrieb ist mit mir im Team immer gut. Weil ich rauspüre was als nächstes gesagt werden muss, weil ich die Stimmung wahrnehme und auffangen kann. Wow, was für ein erfolgreicher Tag.



Die Firma hat mir nachträglich zum Geburtstag einen Büchergutschein geschenkt. Vielleicht war es auch nicht vom Konzern vorgegeben, dass es ein Büchergutschein sein muss, sondern der Chef hat das so ausgesucht. Das ist bei uns in der Firma nämlich so, dass es ein Jahr Blumen gibt und im nächsten dann einen Gutschein usw., also immer abwechselnd. Ich mag die Jahre wenn es Gutscheine gibt. Werde ein Sport/Fitness/irgendwie sowas Buch kaufen.