Mittwoch, 13. Februar 2013
Ich komme nicht mehr mit. Ich weiß weder warum Frau N. gerade linkshändig leben muss, noch wie es meinen Eltern und der Pflegefrau geht, oder wie die Planungen der Bierfreundin bzgl zusammenziehen mit frz Herzmann aussehen, geschweige denn wie es mir gerade geht, was ich am kurzen Feierabend zur Entspannung machen soll - ich komme gerade einfach nicht mehr mit. Ich funktioniere einfach.

Ich betrachte mich von außen. Die dicken langen Locken sind wunderschön und feste zusammengebunden. Mein Körper sieht schlank und drahtig aus. Oberkompetent hänge ich in Besprechungen, in Telefonkonferenzen, in Tintengespräche. Meine Beiträge sind kurz, knapp und präzise. Delegiere hier und da, beantworte E-Mails in höchster Tippgeschwindigkeit und schaffe Rückrufe von morgens am Abend mit professioneller Freundlichkeit. Von außen betrachtet funktioniere ich sehr gut.

Nun denn, es ist Winter, es geht gerade eh nichts, also kann ich auch einfach mal extrem arbeiten.

Im Hintergrund die aktuelle Schleife - let her go. Eine Mischung aus Freude ihn getroffen, Zeit mit ihm verbracht zu haben und Traurigkeit, dass das nicht mehr ist und wird. Gestern Abend im Auto habe ich mir noch überlegt: so ein Mist, so schade irgendwie dass ich keinen Partner, keine Familie habe. Ich glaube mit mir kann sowas gut sein. Ich hätte so viel Lust darauf.