Freitag, 9. August 2013
Relativ großer feierlicher Termin für die Firma. Beim ersten Sekt scherzen Chef und ich noch rum, wie viele ich davon mitgemacht habe. Er überschlägt spontan 17, ich denke kurz nach, könnte tatsächlich passen. Beim zweiten Sekt stehen wir alleine rum, stoßen an, schauen uns tief in die Augen und ich sage ihm: es tut mir leid. Ich will sagen, dass er mir leid tut, aber es reicht nur für ein es. Aus tiefsten Herzen seufzt er ein "Mir auch...".

Es waren siebzehn oder achtzehn. Ich erinnere mich nur an highlights. Ich erinnere mich nur daran, was ich gelernt habe. Es geht in den Endspurt. Noch sieben Arbeitstage Saftladen. Mehr und mehr wird mir statt Frust bewusst, was ich dort alles gelernt habe. Es ist so extrem saftladerisch gewesen - ich glaube ich habe alles gelernt was man für das Berufsleben wissen muss. Ich fühle mich gewappnet für alles was noch kommen wird.

Ich kloppe wie der Frau Geschäftsführerin versprochen weiter zehn bis zwölf Stunden Tage. Jetzt noch sieben davon. Ich gebe wie immer mehr als alles. Ich versuche für die nächsten sechs Monate vorzuarbeiten damit die lieben Kollegen nicht völlig untergehen. Noch sieben mal. Danach werde ich einige Jahre keine einzige Überstunde mehr machen müssen. Jede Überminute wird abgefeiert werden wollen. Was für eine Perspektive!

Die Reiseunterlagen kamen eher an, als die Reisebesätigung. Ich habe fast Angst vor dem Urlaub. Vor dem großen Glücksgefühl was mir jetzt schon fast zu viel ist. Und dann noch auf der Trauminsel. Vorgestern beim Psychologen habe ich dieses Gefühl besprochen, habe es weiter versucht durchzudeklinieren. Letzten Endes kamen wir zu dem Endschluss, dass es gut ist. Oder vielmehr er. Oder ich. Oder so.