Irgendwas hat mir gestern extrem zugesetzt und ich nehme an, das Fass zum überlaufen brachte der Besuch bei meiner Mutter im Pflegeheim. Als ich dort rausging, kamen schon Tränen auf. Ganz cool verdrängt. Zurück zu Hause gegen Mittag konnte ich mich dann noch eine Stunde ablenken, aber dann war doch das erste Bier auf. Natürlich dennoch die Dinge erledigt, die erledigt werden mussten. Nachmittags dann auf einem tollen Fest die besten Freunde getroffen und es gab weiter Bier. Gegen acht neun ließ ich mich von zweien nach Hause bringen. Eineinhalb Liter Wasser, Magnesium, Calcium und ab ins Bett. Nach vier Stunden Schlaf wache ich auf und bleibe die restlichen vier Stunden wach liegen. Der Blick in den Spiegel dennoch nicht schlecht. Die fünfzig km zum neuen Job heize ich nicht wie sonst - ich fahre extra eher los um in aller Ruhe auf der rechten Spur bleiben zu können. Ich stürze mich in Stillarbeit, werde aber gegen halb zwölf zu einer Besprechung gerufen. Geschickt vertusche ich Wortfindungsschwierigkeiten und stelle mein Konzept vor. Es kommt super an. Dennoch bin ich mir nicht sicher ob man mir meinen Zustand anmerkt.
Beim Fest gestern grüßten mich zweimal Leute, die ich nicht einordnen konnte. Ich konnte aber auch nicht meine freundliche offene Art nutzen um einfach zu sagen dass ich sie gerade nicht einordnen könne (mache ich sonst immer einfach). Ich konnte auch nicht die Schwester von einem Ex (ein Nerd vor dem anderen Nerd, wir wohnten sogar zusammen) begrüßen und mir ihr süßes Kind anschauen. Die Eltern begrüßten mich herzlich. Ich nahm mir einen Hund und tat beschäftigt.
Zu Beginn des Festes war was Schönes. Die Freunde mit den kleinen Kindern kamen und wollten direkt auf meinen Arm und mir was anschauen und sich ankuscheln etc. Man sah mich mit dem süßen Jungen. Jetzt gibts erst mal Gerüchte. Und ich habe Spaß dabei.
Keinen Spaß machen mir die Erinnerungen an gestern. Was ist das verdammt nochmal, was ich das dass ich nicht einfach irgendwann aufhören kann zu trinken. Es ist und bleibt alles zu viel.
Ruhe bewahren. Die nächsten Tage nur auf Arbeiten und Sport konzentrieren. Wenn ich es schaffe den Rest der Woche fit ins Büro zu gehen, wird alles erfolgreich. Ich kann die Sachen die dort machen muss gut. Und die Stimmung ist sehr kollegial und freundlich. Eine Arbeit wo man gerne hingeht.