Der Clou ist vielleicht einfach, dass man mehr und mehr lernt mit sich umzugehen.
Es gab Sonntag abend leider ein kleines Desaster in meiner schönen Küche. [großes Theater]. Mittlerweile liegt ein neuer Teppich und die Schäden sind nicht mehr sichtbar. Der neue Teppich passt so gut, dass er gar nicht auffällt. Er liegt seit dreißig Minuten. Bis dahin seit Sonntag war es dramenhaft. Zum Glück bin ich in einer Baustelle aufgewachsen - in Baustelle leben kann ich. Mitten im Drama, Montag abend, war ich den Tränen und dem kompletten Weltuntergang nahe, checkte dann aber plötzlich meine Saunatasche im Auto und fuhr einfach auf die andere Autobahn in die Sauna statt nach Arbeit und ersten misslungenen Versuchen einen Ersatzboden zu kaufen dorthin. Von der Idee bis zum ersten Aufguss dauerte es keine halbe Stunde. Wie gut dass mich mittlerweile ein letzter freier Platz beim Aufguss in oberster Reihe nicht mehr umhaut.
Das war eigentlich recht witzig und erzählenswert: ich kam wirklich just in time zur neunzig Grad Aufgussauna, der Aufgussjunge war gerade angekommen. Ich checke einen letzten Platz in oberster Reihe. Ob ich da noch hinpasse, frage ich in die Runde als der Aufgussjunge gerade anfängt frische Luft reinzuwedeln. Alle Renter und alle jungen Männer schauen mich staunend an als ich elegant nach oben klettere. Nur die jungen Männer mit Herkuft aus weiter Ferne nehmen mich cool zur Kenntnis als ich neben ihnen ganz oben Platz nehme. Nach der zweiten Aufgussrunde verlassen einige die Sauna, sowohl ganz oben als auch in der Reihe unter mir, zwei helle junge Männer. Es wurde leerer. Ob ich runterkommen möchte, fragt einer der Bleichgesichter. Nönö, alles bestens hier oben, antworte ich. Und nach einem Moment frage ich: willst du hochkommen?
Saunaatmo ist meistens bestens. Oft lustig.
Selbstredend schwitze ich mit am längsten nach. Und ziehe die längsten Bahnen im einkalten Tauchbecken anschließen.
Körper brauchte ich nach diesem We, Körper fehlte mir an diesem We. Wenn der Kopf overloaded ist, brauche ich Körper. Dann kann ich nicht mehr per Kopf entspannen. Dann muss ich mich spüren. Sex wäre auch toll, aber ------------
Jedenfalls! Ich hing also kopfmäßig total durch, Tränen und Weltuntergangsstimmung und dann fiel mir eben ein, dass ich Körper brauche. Vielleicht ist das so, dass man sich immer besser kennenlernt, und weiter doofe Sachen passieren aber dass man immer besser weiß, was man dann braucht. Und ich bin (mir selbst) unendlich dankbar dass ich nicht nur immer mehr weiß was ich brauche sondern dann sogar danach handeln kann. Die gepackte Saunatasche hatte ich Sonntag ins Auto gelegt, obwohl ich mir noch nicht sicher war ob ich da Sonntag abend noch Lust drauf haben werde.
Und dann überlege ich weiter. Die Sache mit dem älteren Arbeitskollegen....Ich passe so genau (auf mich) auf was das ist oder sein könnte oder eben auch nicht. Und ich spüre irgendwas von "früher". Und ich bekomme Angst dass ich mich "wie früher" in irgendwas reinstürze, was es eigentlich nicht ist. Und dann fiel mir vorhin ein: nein, werde ich nicht. Das Gefühl mag bekannt sein, ich mag mich an ein Alter erinnern wann ich das Gefühl schon mal hatte, ok, das ist ein mir bekanntes Gefühl, aber das muss ja nicht heißen dass ich so handel wie früher.
Es könnte sein, dass alles gut wird.
overloaded am 27. November 13
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