Mittwoch, 8. Januar 2014
Die Bierfreundin ist wieder im Lande und rief heute an. Wir haben lange telefoniert. So wie Frauen einfach telefonieren. Sie erzählte von dem ersten Arbeitstag heute. Und wie der Urlaub in seiner Heimat war. Aber vielmehr wollte sie hören wie mein Date gewesen sei. Ich vergesse alles was vor Weihnachten war und erzähle ihr leicht gefiltert wie der Stand der Dinge ist. Obwohl sie anfängt mit "Ist was gelaufen???" in der Gewissheit dass ja bei mir was gelaufen sein muss. Ich sage ihr, dass ich nicht mehr in 2012 lebe. Erläutere dass ich ihn nichtmals umarmt habe. Und erzähle vom Date, von ihm.

Das letzte Jahr gab es bei uns quasi nicht. Sie hat nicht auf dem Schirm dass ich im letzten Jahr nur mit zwei Männern zusammen war. Sie sieht mich noch in 2012. Und so fragt sie natürlich was gelaufen ist. Ich bin ihr nicht böse. Die Wahrheit mit ihr ist auch: sie hat jetzt mit Mitte dreißig zum ersten mal eine Beziehung ,Sex, es liegt auf der Hand dass bei ihr seit letztem Jahr alles Kopf steht.

Ich vergesse ihr nicht, dass sie mich mehrmals in den vergangenen Jahren aufgesammelt hat, wenn ich am Boden lag, völlig unbeweglich, wegen der Trauer um meiner Mutter. Wie sie Sonntagsmorgens in Nachthemd losfuhr um mich einzusammeln, als ich meine Mutter das erste mal von Medikamenten sediert erlebte und nichtmals mehr in der Lage war ein Taxi zu bestellen. Sie ist im Nachthemd aus dem Bett gesprungen, hörte wie ich nichtmals mehr sprechen konnte, nur kurz meinen Standort durchgeben konnte, und sie zog sich einen Mantel über, fuhr sofort los, sammelte mich ein, nahm mich mit zu ihr, legte mich auf ihr Sofa, brachte mir Frühstück usw. Es war für mich einer der schlimmsten Tage in dem Krankheitsbild meiner Mutter und sie war ohne zu zögern da. Sicherlich, die Beziehung zw der Bierfreundin und mir hat sich durch ihre neue Beziehung geändert. Aber ich darf auch nicht vergessen: ich liege ihr am Herzen und ist für mich da, wenn nichts mehr geht. Ich habe heute einen Spruch gelesen, war auf englisch, kriege ich jetzt nicht mehr Wort für Wort zusammen, aber es ging darum, dass man eben nicht die Menschen vergessen darf, die für einen da waren, wenn man wirklich nicht mehr konnte. Und da war sie einfach in den letzten Jahren verdammt oft.

Dennoch tat es weh, dass sie einen Tag vor Weihnachten nicht checkte, wie schlecht es mir ging. Nun denn. Ich habe es ja überstanden. Und mein Freundeskreis weiß, dass ich eh immer klar komme. Ist ja auch so. Bis zu einem extrem hohen Grad halte ich alleine aus. Gold wert dann diejenigen, die raushören, wenn es dann selbst um mich wirklich brenzlich wird.



omg, ich bin total verknallt. Und dann noch Zyklusmitte. Das macht es nicht einfacher einen klaren Kopf zu behalten. Frauen in der Zyklusmitte kann man eigentlich eh abhaken. Die haben keinen klaren Kopf. In der alten Firma erzählte mal eine Kollegin, dass sie in der Zyklusmitte immer dem und dem Kollegen auf den Hintern starren würde - ein Typ, auf dem sie (und viele andere) eigentlich gar nicht stand. Ich war mit ihm irgendwann vor Jahren mal Glühweintrinken und ich mochte ich und ich erzählte ihm, dass es eine Kollegin gäbe die in der Zyklusmitte auf seinen Hintern starren würde. Habe natürlich nicht gesagt wer es war. Ich lenke ab. Aaaaaaaaaaalso, der ältere Kollege. Wir hängen rum, von einem Quatschen in die nächste Zigarette in die Mittagspause in die nächste Zigarette und weiter in meinem Büro quatschend. Am Ende des Tages stellte er fest, dass er heute gar nicht gearbeitet hat. Ich habe immerhin drei vier Termine gewuppt. Den letzten am Nachmittag habe ich verpasst, weil wir uns so verquatscht haben. Aber der war auch nicht wirklich wichtig. Alles gut soweit - das doofe nur: man sah uns. Man sieht uns seit Tagen nonstop zusammen abhängen. Gerüchteküche möchte ich nicht, sage ich ihm. Er auch nicht, antwortet er. Wir planen einen Trip in eine andere Stadt. Konkret. Unkonkret planen wir ein gr Grundstück zu kaufen, einen Trip nach Myanmar, zwei drei vier Kinder, eine Hand voll Wandertouren, die Anschaffung eines Hausschweins und eines Hundes. Und für ein Pferd wäre auf dem Grundstück auch Platz.