Zwischen ein paar Kunstausstellungen, Bieren und allergischen Attacken was in der Wohnung renoviert. Es ist ok geworden. Nicht superschön aber erfolgreich und immerhin ist es ja nur eine Mietwohnung. Schlimm ist dieses Gefühl, dass das ein Tropfen auf dem heißen Stein war. Ich sehe zig Ecken in meiner Wohnung die aufgeräumt werden müssten und die Renovierungsarbeiten müssten auch in ein zwei weiteren Zimmern folgen. Jetzt Ruhe bewahren und dann Schritt für Schritt weiter machen. Mir ist das nur alles zuviel.
Ein Date gab es dann leider doch nicht. Ich bin von der ganzen englischen Sache abgesprungen als ich das zweite Mal einen ganz kleinen leisen Zweifel in mir hörte. Es hat gar nicht richtig angefangen mit ihm und ziehe schon zurück. Ich muss auf mich aufpassen, habe keine Kraft für - ich kann es nicht beschreiben - vielleicht so in etwa keine Kraft für was, bei dem ich dann nach ein paar Wochen ausspreche dass das nicht passt und ich mir dabei denke dass ich das ja irgendwie von vorneherin gespürt habe und mich dann ärgere (oder es mir vielmehr den Boden unter den Füßen wegzieht) warum ich da überhaupt eingestiegen bin, warum ich überhaupt davon gezehrt habe. Ich weiß, es hört sich an wie: bei sowas ist doch immer ein Risiko dabei, man muss doch erst mal was ausprobieren bevor man sagen kann dass das nicht sei. Ja ich weiß, aber ich habe keine Kraft mehr für selbstgewählte Risiken.
Ach man, alles scheiße, alles zu viel.
Ich könnte schreien, aber ich versuche Ruhe zu bewahren. Ich reiße mich zusammen, nicht das neue Diensthandy an die Wand zu schmeißen, ich reiße mich zusammen, nicht aus dem Fenster des neuen Büros im größten Gebäude meiner Stadt zu springen, und auch an Bahnsteigen reiße ich mich zusammen, was am Einfachsten ist, seitdem ich nur noch mit der langsamen Straßenbahn und nicht mehr mit dem schnellen Zug fahre. Ich bin mal wieder suizidal.
Ich kann nicht genau sagen ob es an den neuen Arbeitsbedingungen, die Enttäuschung mit dem englischen Typen oder die zweiundfünfzig Komma irgendwas Kilos auf der Waage (und damit drei zuviel) ausgelöst haben, aber es ist mal wieder alles zu viel. Alles zu viel. Vielleicht ist auch schon viel zu lange alles zu viel, all die Dinge die ich jetzt nicht mal so eben aufzählen kann. Overloaded. Programm. Und das in der Zyklusmitte. Das ist ähnlich wie Weltschmerz fühlen im Hochsommer bei Sonnenschein, ähnlich wie Heulen beim Joggen.
Wenn ich nach vorn schaue ist alles gut, aber nach vorn ist nicht jetzt. Ich wünschte der liebe Gott würde auf ein Bier vorkommen und mir kurz bestätigen, dass der Blick nach vorn klar ist, aber er kommt nicht. Mag daran liegen, dass ich kein Bier mehr auf Vorrat habe. Freuen wir uns auf morgen, wenn man denken kann: TGIF. Mehr kann er wohl gerade nicht für mich tun.
Nach zwei Bier sollte man vielleicht zur Tanke gehen und ein Drittes holen, aber man muss auf jeden Fall aufhören Nachrichten über das Businessnetzwerk zu schreiben. Ich geh dann mal zur Tanke. Apropos Tanke. Anfang der Woche habe ich dort abends, total verheult und fertig, bei Bezahlung neben dem Rückgeld ein Kompliment bekommen: einsachtzig zurück, schöne Frau. Ob der Junge weiß dass das Balsam für meine Seele war?
overloaded am 31. März 11
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Das zweite Mal in diesem Jahr Abends joggen gewesen. Die Jungs vom Kreisligafussball tranieren auch wieder, so kann ich bei Flutlicht laufen. Platzwart-Opi ist auch wieder dabei und hat sich gefreut mich nach dem langen Winter wiederzusehen. Heut morgen auf der Waag gab es eine Hiobsbotschaft. Für mein Juli-Ziel wieder achtundvierzig Kilo zu wiegen muss ich nun doch fünf statt nur drei Kilos abnehmen. Aber ich bin heute endlich mal wieder gut gelaufen. Noch fühlt sich alles leicht schwabbelig an aber wenn ich jetzt dran bleibe, sollte ich im Sommer wieder Beine wie die Sieben-Millionen-Dollar-Frau haben. Das Gefühl es geht bergauf verließ mich heute nur für zwanzig Minuten.
overloaded am 25. März 11
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