Ich bin schon wieder krank. Als überhöre ich die ersten Warnzeichen und Signale meines Körpers, als ginge ich einfach über meine Grenzen hinaus und dann, wenn wirklich alle Kraftreserven aufgebraucht sind, dann bricht mein Körper zusammen. Ein totales Runter-komm-Wochenende. Liege fast nur im Bett, spreche kaum mit jemanden, liege einfach nur da, schlafe ein, wache auf, ohne Rythmus, nehme mitten in der Nacht einen Anruf von meinem Vater entgegen, schlafe wieder ein usw. Gerade musste ich dann mal irgendwie raus. Bin bis zum Bäcker gelaufen, hin und züruck etwa zwanzig Minuten, einfach mal ohne Schiene probiert und das war nicht gut. Der Fuß ist noch nicht gut. Und es ist mittlerweile zwölf Wochen her. Also einfach weiter ruhen....
overloaded am 18. November 12
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Die höchsten Tiere findet man online nicht. Die haben wahrscheinlich kein Onlinenetzwerk nötig. Aus netzwerklichen Sicht reicht es aber vielleicht aus, wenn man bei denen zu den Menschen gehört, die sie zur Begrüßung umarmen, unabhänging davon, wer da gerade bei steht. Und sowas nachdem man sich zwei Jahre nicht gesehen hat.
Ich wusste zufällig, das er da sein würde. Kurz steckte ich meinen Kopf in den Besprechungsraum, in dem er zwanzig Minuten später einen Termin hatte. Die Tür stand offen, seine Stimme hatte ich schon gehört. "Überraschung!" rief ich durch meinen reingesteckten Kopf und mein Lächeln war nicht vertrieblerfalsch obwohl ich gerade genau in dem Modus an dem Ort angekommen war. Und wieder mal diese Sache mit den Umarmungen. Wir strahlten uns an, er erkannte mich sofort, obwohl ich die damals noch nicht getragenen Naturlocken in einem straffen Zopf zusammen gegebunden hatte und nicht wie damals noch mit ordentlich glatt gezogener Fönfrisur erschien. Dann dieser kurze Moment in dem nicht klar ist, wie man sich jetzt begrüßt. Jetzt, nach einigen Jahren, jetzt, wo Kunden und potentielle Kunden dabei stehen. Und dann umarmten wir uns. Und er gehört zu den Menschen, die können das: umarmen. (Im Französischen hätte man das jetzt schöner formulieren können mit savoir faire qc). Es war herrlich.
Vielleicht muss ich es jetzt mal generell oder auch mir selbst zugeben: ich bin eine Schlampe (klingt so negativ, aber mir keine positive Konnotation dazu ein). Ich schob in unserem kurzen Gespräch nämlich kurz ein, dass ich noch gestern an ihn gedacht hätte, ich wäre nämlich da und da in der Sauna gewesen und als ich da draußen so in dem Solebecken rumschwamm, hätte ich mich gefragt ob er da vorne auf dem Berg den man von da hervorragend sehen kann, noch einen Wohnsitz hätte. (Dieser Mann hat mehrere Wohnsitze, mehrere Häuser, ich weiß nur von deutschlandweit, keine Ahnung was da sonst noch geht). Wir lachen uns an. Überhaupt: wir lachen uns einfach an. Das ist das, was ich mit dem anderen Typen, über den ich in den letzten Tagen geschrieben habe, kaum habe. Und es ist mir so wichtig, dieses zusammen lachen, denn ich lache auch viel und gerne. tbc
Als ich gerade aus dem Auto ausstieg, fiel mir plötzlich ein, dass ich eine erwachsene Frau bin. Eine erwachsene Frau. Ich hatte meine Handtasche in der Hand, die große Sporttasche (war in der Sauna) umgehangen und über dem Arm lagen drei Blazer, zwei in Folie frisch aus der Reinigung und der, den ich heute tagsüber trug. So lief ich dann gerade vom Parkplatz unten an der Straße zum Haus.
Ich bin eine alleinstehende Frau von Anfang/Mitte dreißig, ohne Kinder, arbeite von morgens bis abends, laufe mit der großen, pinken Tasche in der Freizeit von Haus zum Auto oder vom Auto zum Haus, bin unter der Woche oft sehr chic gekleidet, am We weniger, man sieht mich Sonntags mittags laufen und ich grüße die Nachbarn freundlich. Manchmal sieht man mich morgens um sieben losfahren, machmal erst mit der Vorstandswelle. Zwischendurch sieht man mich tagsüber kurz aus einem Dienstwagen in Haus huschen und dann auch schon wieder wegfahren. Meistens komme ich erst abends nach Hause.
Manchmal ist es gut, sich mal von außen zu betrachten um zu schauen wo man steht oder auch wer man ist.
Der Psychologe gestern überlegte kurz, ob die ganzen jungen Männer die ich da immer mal wieder so aufreiße und bei denen (mir) klar ist, dass das nichts zukunftsfähiges ist, für irgendwas anderes stehen. Auf welchem Blatt die stehen. [Orrr, Lieblingsfreundin ruft an und will telef]. Und da wurde mir vorhin aus dem Auto aussteigend und vollbepackt in Dunkelheit zum Haus laufend klar: die stehen da wo ich mich habe stehen sehen: bei nicht-erwachsen.
Jahresendspurt macht Spaß. Alles sacken lassen, nochmal genau hinschauen wer ich bin, was ich will und wo ich stehe und dann nächstes Jahr eine neue Runde einläuten.
War btw alleine in der Sauna. War gut. Tat gut. Fühlte sich gut an.
overloaded am 14. November 12
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