Morgen wieder Termin bei der lesbigen Physiotherapeutin! Sie ist Zucker!
townes van zandt <3
Gestern hörte ich nicht auf zu schreiben, kam auf dies und das und merkte irgendwie, dass was zu erzählendes fehlte. Jetzt ist es wieder da. Und es ist viel wichtiger für mich darüber zu schreiben und das für mich festzuhalten, als über Haarlänge oder smalltalk in der Muckibude zu berichten: die neue Pflegefrau ist am We angereist. Wir hatten sie Mitte Dezember ausgesucht. Das läuft recht seltsam ab, dieses Aussuchen (wenn es über eine Agentur läuft): man bekommt eine Handvoll ausgefüllte Bewerbungsbögen per Mail zugeschickt und trifft auf dieser Grundlage eine Entscheidung. In den Fragebögen wird nach Name, Alter, Größe, Gewicht gefragt. Größe und Gewicht ist nicht unwichtig. Mein Vater will immer schlanke Frauen, weil das Bad neben dem Pflegezimmer (früher Wohnzimmer) so eng ist. Hört sich so bekloppt an, aber an so einen Scheiß muss man halt auch denken. Meine Mutter im Rollstuhl und dann noch eine weitere Person in diesem kleinen Badezimmer: das muss schon passen. Weiter im Fragebogen wird nach Alk und Rauchen gefragt und natürlich kreuzen alle nein an ;-) Mein Vater war zu Beginn überrascht dass die alle nichts trinken und nicht rauchen. Ich machte ihm klar dass man sowas auch in einem Bewerbungsbogen nicht angibt. Ach ja, stimmt, leuchtete ihm ein. Danach wird nach Berufsausbildung, Pflegeerfahrung, Deutschkenntnisse (sprechen, verstehen, lesen, schreiben) gefragt. Die Frauen füllen das selbst aus. Man liest ihre Handschrift. Alles läuft über Selbsteinschätzung. Bei den Deutschkenntnissen stufen sich die meisten schlechter ein als sie sind. Und natürlich trinken alle. Unwunderlich, bei der Belastung. Die Neue raucht sogar. "Mal eine" ;-) Ist uns doch scheißegal ob die rauchen oder nicht. Und der Weinkeller ist bestens gefüllt. Und für die letzte kaufte mein Vater extra guten Wodka, weil sie gerne Wodka trank. Ich weiß noch nicht was die Neue trinkt, sogar schwer einzuschätzen, aber wenn sie Wein mag, ist sie bestens aufgehoben. Der Weinkeller von meinem Vater ist gigantisch. Und verdammt gut. Es könnte aber auch sein dass sie gerne Bier trinkt. Sie ist so bodenständig, finde ich. Sie ist Künstlerin, sehr gebildet, spricht gut deutsch und nach zwei Minuten Smalltalk und eine Minuten schweigend in die Augen schauen, unterhielten wir uns über Musik, Kunst, Sprachen, Länder, Kulturen. Wir fanden direkt Gemeinsamkeiten und ich stellte ihr im Küchenradio erst mal Funkhaus Europa ein. Überhaupt zeigte ich ihr erstmal wie das Küchenradio funktioniert und dass bei uns auch immer Musik läuft. Das sind alles so eine Mio Kleinigkeiten die man zeigen muss, diesen Frauen, die auf einmal da sind, einen aus der Familie vierundzwanzig Stunden pflegen und auf einmal mit Hundert Prozent zur Familie gehören. Da gehört auf einmal einfach ein fremder Mensch zur Familie. Das ist heftig.
Ich coachte meinen Vater heute wieder am Telefon, es ist so unglaublich für mich zu erleben, dass andere Menschen wirklich keine Kompetenz besitzen, sich in andere Menschen hineinzufühlen. Sie hätte es sehr schwer mit dem Rollstuhl über die kleine Stufe. Papa!, sie ist noch keine drei Tage da! Ich coachte ihn noch mal kurz und knapp und weiter und entweder bin ich im Coaching besser geworden, oder er hat dazugelernt. So oder so: anspruchsvollster Coachingauftrag ever.
Vor ein paar Monaten traf ich mich zum Mittagessen mit einer früheren Dozentin bei der ich ein Vertiefungsseminar im Hauptstudium zwei Semester belegte. Ich schätze sie ist fünf Jahre älter als ich. Sie war damals gerade am Promovieren. Sie wohnt zwei Straßen weiter als ich und so verloren wir uns nie aus den Augen. Ich erzählte ihr beim Essen was bei uns zu Hause los ist, wie schwierig das für meinen Vater jemanden einzuarbeiten und einleben zu lassen und wie anstrengend das für mich ist, ihn zu coachen. Sie sagte mit ihrem russ. Akzent, dass das doch super klasse für mich sei, denn das sei jetzt wichtig für mich, all das was ich dabei lernen würde. Warum?, fragte ich sie verständnislos. Das sind Kompetenzen die du brauchen wirst wenn du dann später als Geschäftsführung arbeiten wirst. Sie sagte das so klar und direkt heraus, als gäbe es für sie keinen Zweifel daran, dass ich früher oder später Geschäftsführerin bin.
Ich bin mit Katzen aufgewachsen, btw. Eher zufällig. Da war dieses gr Haus und dieser gr Garten und diese Situation, in der man Katzen mitnehmen konnte. Meine Eltern nahmen spontan zwei mit. Und das erste mal, als ich meinen Vater weinen sah, das war als ich achtzehn war, und der Kater starb.
Jeder sollte mit mindestens einer Katze das Leben verbracht haben. Katzen zeigen das Leben. Oder vielmehr: sie spiegeln es.
Da sind wenige Menschen geblieben, die lieb und dabei nicht verbittert oder pessimistisch sind.
Er ist so einer. Darum mochte ich ihn von Anfang an.
overloaded am 06. Januar 13
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Es ist Sonntagabend, halb acht/acht und ich habe heute noch kein Wort gesprochen. Ist doch strange, oder? Aber so ist das wenn man alleine wohnt, keiner anruft, man auch keinen anruft und außer zum joggen das Haus nicht verlässt. Selbst beim Laufen habe ich nicht gesprochen. Mit irgendwem wechsel ich doch meistens auch beim Laufen ein paar Worte, mit irgendwelchen Hunde- oder Kinderinhaber oder mit den Jungs auf dem Fußballplatz. Aber heute: nichts. Ich lächelte einem attraktiven Vater zu, der mit seinem Sohn (ca. 11) ebenfalls joggte aber das war es an Kommunikation. Ich musste mich heute aber auch auf den Fuß konzentrieren. Das war der erste Lauf seit Ende August. Der Fuß hielt wirklich tapfer durch, als hätte er nur auf sein Comeback gewartet, dafür wusste das Knie überhaupt nicht was diese Belastung jetzt plötzlich sollte und machte nach einer halben Stunde schlapp. Naja, wird schon wieder. Knie habe ich schon öfter wieder hinbekommen. Hauptsache der Fuß wird wieder stark. Genaugenommen ist der kranke Fuß mittlerweile fast besser drauf als der andere. Habe ihn halt die letzten Monate umsorgt. Interessant war meine Fitness. Ich lief einfach so. Kein Anzeichen von Unfitness. Die Beine superstark, eigentlich der ganze Körper. Alle Muskeln stark. Gestern in der Muckibude unterhielt ich mich noch mit [ok, ich mache gar kein neues (Männer-)Fass auf] jemandem, den ich dort immer Samstags treffe darüber, dass man sich gar kein Leben mehr ohne Sport vorstellen kann und dass man gar nicht verstehen kann, wie andere Menschen ohne Sport leben. Ich bin mittlerweile bei der Vermutung angelangt, dass Sport besser als Sex sein könnte.
Meine Haare sind sehr lang geworden. Durch die krassen Locken fällt das kaum auf, aber wenn die Haare nass oder ausgekämt sind, ist der Zopf 18 cm lang (habe mal eben nachgemessen, Sonntagslangeweile).
Sonntag. Spontan einen Küchenschrank ausgewaschen und Gläser poliert. Und die Lieblingsteller sortiert. Mit Geschirr und so mache ich gerne.
Auf zur Tanke Zigaretten holen! So komme ich heute noch wenigstens zu einem "Hallo! Eine blaue - ja genau, aber die Große, tschüss!"
overloaded am 06. Januar 13
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Ich war auf einer Party, eine Wohungseinweihungsparty. Ich bin sogar mit dem Auto gefahren. Auf dem Rückweg eben, auf der langen Autobahnstrecke, überlegte ich sogar kurz, jetzt so nüchtern ins Bett zu gehen, wie gut das wohl mal täte, einfach nüchtern einzuschlafen. Ich musste weiter weg parken, vor meiner Haustür ist um diese Zeit kein Parkplatz mehr frei. Und als ich dann gerade so vom Auto nach Hause die Straße entlanglief, programmierte sich in meinem Kopf der Weg durch die Haustür, durch die Wohnungstür direkt bis zum Balkon, wo die Kaltgetränke stehen. Wieder kurz der Gedanke für was das Bier ein Substitut ist, was ist das, dieses Biertrinken und ich erinnere mich an die vorsichtige Vermutung des Herrn Psychologen, ob es ein Ersatz für einen Partner sein könnte. Mittlerweile denke ich: ja, genau richtig. Wenn jetzt hier schon einer im Bett liegen würde, hätte ich mich direkt dazugekuschelt. Wobei mein Traummann wahrscheinlich eher hier sitzen würde und vorschlagen würde, dass wir jetzt ja noch schön zusammen ein Bierchen trinken können und ich solle mal erzählen wie die Party war ;-) Nun denn, ich weiß es nicht wirklich, denn da ist kein Traummann am Start.
Die Party. Es war nett. Das Essen war verdammt gut! Nette Leute auch, einige liebe Kollegen von früher, Frauenüberschuss, zwei Männer (vergeben). Die Gespräche ödeten mich aber schnell an. Erst war es noch witzig und interessant, wie es wem geht, wer jetzt was macht etc aber irgendwann empfand ich es einfach nur noch öde. Es ging um schöne Jacken, wie wichtig es ist dass die Fleeceunterjacke auch so lang ist wie die Jacke an sich und ob man diesen Winter überhaupt seine Winterjacke rausgeholt hat und was es für neue Spiele per app gibt und wie teuer die und die app ist und was die Leute so bei facebook posten und ob es die und die Couch noch bei dem Möbelhersteller mit den gelben Buchstaben gibt und wieviel Punkte wohl der Nachtisch hat und woher der Fleck auf der Hose kommt und so weiter und so fort. Es kam zwischendurch eine leichte Diskussion auf, ob es vertretbar sei am letzten Bundesligaspieltag zu heiraten und auch - nee stop, das war ernsthaft die einzige potentiell interessant zu werdenen Diskussion, die dann aber direkt im Keim erstickte, da wir nur zu zweit überhaupt diese Problemtik sahen. Auf dem Heimweg dachte ich darüber nach, warum ich in so Runden keinen Spaß habe. Ich glaube nicht dass es am nicht-trinken lag. Vielmehr langweilen mich so blabla-Jacken-Gespräche. Außerdem mag ich es nicht wenn sich auf Party zwei oder drei Lager bilden, nur die zusammensitzen, die sich eh schon kennen etc. Ich mischte ein bißchen die zwei Lager, aber auch im anderen Lager gab es nur oberflächlichen Partysmalltalk. Ich mag es vielmehr neue Menschen kennenzulernen, zuzuhören was andere für interessante Jobs machen oder Hobbys haben und wer wie was in der Welt wahrnimmt. Naja, der Abend und auch die Gäste waren wirklich nett und vielleicht ist das auch völlig ok wenn man mal so einen Abend verbringt. Vielleicht muss auch nicht immer alles megainteressant und beeindruckend sein, vielleicht kann es auch einfach schön sein, wenn mal ein Abend mit anderen Menschen einfach nur so dahinplätschert.
Den
Song habe ich heute im Autoradio gehört. Ich mag ihre Stimme, der Song kommt aber richtig laut besser als jetzt so leise am Küchentisch.
overloaded am 06. Januar 13
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