Dienstag, 25. Juli 2017
Heute durch die Heimatstadt gefahren. Es fühlt sich nun an wie Vergangenheit. Irgendwas ist passiert in den letzten Tagen. Eine Nacht träumte ich, oder vielmehr klärte ich ganz viel für mich im Schlaf quasi. Ich musste mich erstmal neu erfinden!

Letzte Woche war unser erster Hochzeitstag. Kinder, wie die Zeit vergeht!!

Uns ist eine kleine Katze zugelaufen. Sie ist pechschwarz und sehr menschenscheu. Ich glaube sie wohnt hier im Wald. Kommt jetzt jeden Abend und Morgen zum fressen. Ich habe sie Mohrle genannt. Wir freuen uns sehr.

Es ist soweit - ich habe mir jetzt auch endlich dieses Telefonschnurhaargummi gekauft. Ich finde es widerspricht dem, was ein Haargummi Schönes zu machen hat. Ein Haargummi formt einen schönen Zopf, egal ob lockiges oder glattes Haar: das Haargummi bindet schön Rund eine Ordnung. Am Haargummi ist das Haar immer gleichmäßig rund zusammengebunden. Davor oder danach kann alles zottelig oder sonst wie sein, aber an der Stelle, wo der Zopf gebunden ist, gibt es einen Kreis. Immer gleichmäßig!
Das Telefonschnurhaargummi rebelliert an dieser Stelle. Wie oft haben ich schon Frauen gesehen, bei denen ich mir dachte: wieso ist denn der Zopf da so zottelig gebunden, was für ein Chaos am Haargummi!
und ja, es ziept nicht und es entsteht auch nicht wirklich eine Welle im haar wenn man es entfernt, alles ok. Aber das ursprünglich Schöne, das geht verloren.



Sonntag, 18. Juni 2017
Ich freue mich sehr auf Ende Juli, da ist Festival angesagt. Ich habe mit den Freunden (die mit den kleinen Kindern) Karten gekauft. Tageskarten. Ich nehme an die beiden werden erst gegen Abend hinfahren können, ich werde jedoch schon mittags losgehen. Möchte ausgeschlagen und fit hingehen, trinken, aber nicht viel. Den Tag und die Nacht genießen können. Hätte ich noch so ein Highlight für diesen Sommer geplant, wäre alles ok soweit. Überlege weiterhin ein langes We die Lieblingsinsel zu planen. Mal sehen.

Es ist nicht alles schlecht oder so. Es ist das meiste sogar ziemlich gut. Ich möchte mit mehr Zeit nehmen für mich.

In der neuen Stadt (vielmehr ein Dorf) habe ich mich noch nicht wirklich eingelebt. Wann auch. Eigentlich arbeite ich nur, und wenn ich nicht arbeite, arbeite ich im Haus oder Garten. Dreimal war ich hier laufen. Und dabei wohne ich jetzt direkt an den schönsten Laufstrecken. Die Leute parken vor meinem Haus um laufen, spazieren oder mit dem Hund zu gehen.
Einen schönen Kontakt habe ich hier aber schon gefunden. Es ist ein Institut dass im wesentlichen nach dem Ansatz arbeitet, mit dem ich arbeite. Dort laufen immer wieder mal Vorträge (habe dort auch schon einen gehalten) usw. Heute war ich auch noch da. Hätte es fast nicht geschafft, weil wir den ganzen Tag im Garten gearbeitet haben. Bin dann doch noch schnell hin. So gute Kontakte, so gute Gespräche, so liebe Menschen. Ich bin dort einfach so da heute hingefahren, ungeschminkt, müde und erschöpft, fünf Minuten zu spät. Und es war ok. Es ist ein Ort, wo ich einfach hingehen kann, wenn ich auch gerade nicht perfekt funktioniere. Das tut gut. Davon brauche ich noch mehr. Habe im Netz ein Dojo gefunden, das mir gefallen könnte. Vielleicht gehe ich Di zum Probetraining. Fühle mich zwar gerade nicht perfekt trainiert, aber vielleicht wird das ja auch ein Ort, wo ich unperfekt sein kann.



Samstag, 17. Juni 2017
Ich bin online. Ich verstehe gerade zwar nicht genau wie, aber es läuft. Ich habe im Schloss gefühlt unendlich viele powerlinien und sonst was installiert, ich habe keinen Überblick mehr, aber sowohl mein Telefon als auch mein mob computer wissen Bescheid. Es tut gut sich zu Hause verbunden zu fühlen.

Ich habe keinen Überblick mehr. Ich mache nur noch. Ich funktioniere. Ziemlich gut. Viel Arbeit auf der Arbeit, bei der Nebentätigkeit. Der Garten fragt nicht nach Zeit, er wuchert. Und (Woll)Mäuse machen sich breit. Ich tu und mach und sehe kein Vor. Und kein Zurück.

Es ist nicht gut. Es ist nicht gut was in meinem Elternhaus abgeht. Meine Mutter weiß kaum noch zu atmen, sie kann nicht mehr schlucken, der Hals voller Schleim, jeder Atemzug eine Qual. Die Augen voller Tränen. Nein, das sei von der Krankheit, sagt mein Vater. Ich sehe Tränen. Und heute sah ich wie sie mich erkannte. Sie riss die Augen auf, hörte mir zu, wollte was sagen, genoss vielleicht meine Stimme zu hören und meine Wange an ihrer zu spüren. Ich spürte: sie kann nicht mehr und sie will nicht mehr.
Ihr Gesicht, so eingefallen. Ich sehe irgendwas in ihrem Gesicht, irgendwas was ich gut kenne, ein Muttermal zb, und ich sehe wie es einige cm nach unten gerutscht ist. So ist also ein eingefallenes Gesicht. Manchmal versteht oder erkennt man Dinge erst, wenn man sie wirklich sieht. So ähnlich wie: ich hatte neulich zum ersten mal eine zecke. Ich hatte vorher nie eine und habe auch nie eine gesehen, aber als sie da auf meinem Arm zwei Tage festgebissen war, war mir plötzlich klar: das ist eine zecke.

Manchmal erkennt man manchen anscheinend erst dann, wenn man es wirklich erlebt.