Ich habe seit Freitag kein Alkohol getrunken. Der Montag war jetzt nicht unbedingt erfolgreicher, aber vielleicht war ich ein bißchen weniger angekotzt von allem, Sie wissen schon, dieses alles vom "alles zu viel". Nun denn. Hatte erst überlegt das noch ein paar Tage durchzuziehen, aber es klappt nicht, ich kann mir das zu gut zurechtreden jetzt doch mal eben zur Tanke zu gehen. Und danach erzähle ich, was ich am Wochenende getrieben habe. Stay tuned!!
Ich war einfach krank. War fast nur zu Hause. Habe Samstag morgen in aller Herrgottsfrühe den Wagen aus dem Parkverbot abgeholt, noch schnell eingekauft und den Wagen gewaschen und bin dann wieder fiebrig ins Bett gefallen. Sonntag war ähnlich, nur ohne Wagen abholen, einkaufen, Wagen waschen. Ich habe kaum mit jemanden gesprochen. Nur ein Anruf von meinem Vater Samstag nacht. Ich saß senkrecht im Bett als mein Telefon ging und ich seinen Namen ("Papa") auf dem Display sah. Er war ein bißchen angetrunken und wollte lediglich meine Nummer seiner Perle geben, da er heute operiert wurde, und klickte dann auf meine Nummer, weil er dachte so könne er die weitergeben (?). Mit der Bemerkung, dass es ein Uhr nachts sei, wimmelte ich ein längeres Gespräch ab. Die OP ist btw gut verlaufen, er rief mich heute mittag schon an um mir das mitzuteilen. Ich machte drei Kreuze. Toten Papa kann ich gerade gar nicht gebrauchen. (Bah, wie sarkastisch bin ich heute drauf??) Also jedenfalls war ich einfach krank. Es tat so gut, es war so herrlich. Einfach mal zur Ruhe kommen. Sonntag nachmittag wurde mir allerdings langweilig und da ich in letzter Zeit schon öfter überlegt hatte, dass ich gerne was basteln würde oder so, irgendwie sowas, suchte ich völlig spontan Wolle und Nadel raus und häkelte eine Runde. Musste mich erst mal wieder einarbeiten, aber mit Internet geht sowas ja bestens. Es ergab drei Herzen und eine Handytasche, die dann leider zu klein für mein priv Handy aber groß genug für das Diensthandy wurde:
Any orders?
Gut fühlte sich der Moment heute an, als die liebe Arbeitskollegin (die Neue), nochmal nachfragte, ob ich das wirklich selbst gemacht hätte. Ich erinnere mich an meine Omma, mütterlicherseits.
Jetzt kommt erst mal spontan ein Exkurs zu Omma und Oma. Freitag Abend trank ich mit der Bierfreundin ein paar Bier, wir haben dann immer so viel zu besprechen, kommen von Alltagsgedöne (sie in der Schule, ich in der Firma) auf Männer und dann auf Familie und so auch eben auf Ommas. Ihre Omma war aber nicht Omma, ihre Omma war die Oma. Als sie einmal als kleines Kind Omma sagte (und so ist das hier in der Region, im Ruhrpott halt, üblich), fegte ihre Mutter sie an, das sei nicht Omma, das sei die Oma. Man muss wissen, die Familie mütterlicherseits von der Bierfreundin, die kommt aus Bayern. Übrigens btw: mein Sportsfreund, mein Coach, mein lieber alter Mann den ich im Urlaub getroffen habe und mit dem ich immer in die Muckibude gehe, das ist der Onkel der Bierfreundin, also der Bruder (gr) ihrer Mutter. Nur so zum Verständnis. Also jedenfalls hatten die da keine Omma, sondern "die Oma". Mir fällt übrigens gerade auf, dass in dieser Familie oft ein Artikel vor einen Namen gesetzt wird. Meine Bierfreundin ist auch nicht "Anna", sondern "die Anna"*. Ist doch immer wieder interessant wie es eine eigene Sprache in jeder Familie gibt.
Jedenfalls hatte ich eine Omma. Ok, daneben gab es auch noch eine Oma R. (ihr Vorname, leicht abgewandelt), aber Omma war eben Omma. Omma Mutti sozusagen. (Die Oma R. war die "Omma Mutti" für meine beiden kleinen Cousinen, die Töchter der Schwester meines Vaters, die nannten die auch "Omma Mutti"). Meine Oma mütterlicherseits war einfach nur Omma. So is dat hier im Pott, kommste bei de Omma und liechste aufm Sofa bis nachmittachs um vier (irgendwie so ähnlich, ein tolles Lied von Tana Schanz. damals über die Omma, sehr passend, ich suche es gleich mal raus).
Also jedenfalls, was ich eigentlich erzählen wollte: meine Omma strickte immer. Oder häkelte. Oder nähte. Ich trug als Kind glaube ich fast nur selbstgenähte, gehäkelte oder getrickte Sachen. Alles immer top. Omma sachte ma zu mir, dass dat auch so ne schöne innere Freude gibbt, wenne sowat machs. Jetzt weiß ich was sie damit meinte und mein Talent ist vielleicht geerbt und ich bin ein bißchen traurig, dass ich sie nicht mehr nach Mustern oder ähnlichem fragen kann. Meine andere Omma, die Oma R., machte auch Handarbeiten. Der Vollständigkeitshalber sei das erwähnt. Außerdem habe ich von ihr ein paar Tischdeckcken fast immer in Gebrauch.
Nun denn, so ist das mit Ommas und Handarbeiten. Und Erinnerungen.
*Name von der Redaktion leicht verändert
Und dann tut es wieder weh. Diesen Schmerz, von dem ich laut behaupte, ich hätte ihn fast durch, sie müsse nur noch sterben, Abschied habe ich doch schon die letzten (fast) sechs Jahr genommen.
Dieser Schmerz, diese Trauer, dass meine Mutter nie eine Oma für meine Kinder sein wird. Das ist so sicher, wie ich mir sicher bin, dass ich noch Kinder bekommen werde.