Völlig verkaterter Montag, irgendwie gut und sogar fast erfolgreich rumbekommen, Meinung von einem weiteren Arzt eingeholt, mit leeren Händen der Freundin zum Geb gratuliert und jetzt wochenendreif.
Nun ja, es bleibt die Story mit dem Sauna-date offen und eh ich jetzt hier eine kryptische Zurechtred-scheiße zusammenschreibe, bei der ich mich in fünf Jahren frage, was das denn da damals nochmal war, werde ich das ganze Dilemma dann jetzt doch mal aufschreiben. Ich mag nicht, ich mag die Wahrheit nichtmals denken, geschweige denn aussprechen oder aufschreiben, aber irgendwann muss es ja mal auf den Tisch. tbc
Wie fange ich denn jetzt an? Mein Vater hat mich heute angerufen, ich war in einer Besprechung. Habe ihn weggedrückt, bin rausgegangen, zurückgerufen. Ich ahnte das Schlimmste, aber nein, er fragte ob ich unseren Versicherungsfritzen in letzter Zeit mal gesprochen hätte, ich antwortete nein, wobei das nicht ganz stimmt, denn ich traf ihn tatsächlich neulich und er hat mir vertraulich erzählt was für Bausparverträge etc noch über meine Mutter laufen. Das war zu dem Zeitpunkt als ich überlegte welche Weiterbildung ich buchen werde und es war eine in der engeren Auswahl, für die ich Geld gebraucht hätte, eine, die ich nicht aus der Portokasse bezahlen kann. Der Herr Versicherungsfritze ist ein alter Freund meiner Eltern und ihm tut es einfach nur leid mit meiner Mutter und anscheinend sieht er auch wie ich so lebe, alleine, wenig Einkommen, weder eine Hochzeit noch eine berufliche Karriere in Sicht. Aber dafür mit kranker Mutter. Ich sagte zu ihm, dass ich das krass fände dass er mir da die Finanzlage meiner Eltern aufzeige und er sagte, dass er mir nur zeigen möchte, dass ich mir wegen Geld keine Sorgen machen müsse und er meinem Vater gegenüber das mit dem einen billigen Geld was über meine Mutter läuft, meinem Vater so verkaufen würde, dass das jetzt ein guter Zeitpunkt sei um das Geld locker zu machen und ob ich das nicht gebrauchen könne, so ungefähr. Ich fands sehr lieb und habe mich für das Vertrauen bedankt. Letzten Endes habe ich eine Weiterbildung gebucht, die ich zwar nicht aus der Portokasse aber irgendwie doch so nebenher abzahlen kann. Mein Vater rief also an und fragte ob ich den Herrn V. in letzter Zeit getroffen hätte denn (und jetzt kommts) er würde den Eintrag im Internet oder Telefonbuch oder wo auch immer nicht verstehen, da stände die und die Straße und der und der Vorname, also das würde doch irgendwie nicht richtig sein - ich dachte ich bin im falschen Film. Er kam dann recht schnell selbst auf die Idee, dort einfach mal anzurufen. Mir lag auf der Zunge zu fragen, ob er das jetzt wirklich ernst meine, mich anzurufen um zu fragen ob die Einträge des Herrn V. im Telefonbuch, Internet oder wo auch immer korrekt seien. Aber ich sage sowas nicht. Ich sage nur: ja, ruf doch einfach mal an, bestimmt erreichst du ihn. Und dann schüttel ich weiter den Kopf, denk mir dass das doch nicht wahr sein kann, checkt der Mann nicht dass ich arbeiten bin, checkt der Mann nicht dass man sowas ganz ohne Hilfe alleine klären kann. Es war furchtbar. Ich fühlte mich für mich furchtbar. Weil ich nichts gesagt habe. Weil ich nicht gesagt habe dass er wohl spinne mich deswegen anzurufen. Und dann bin ich zurück in die Besprechung und ich hoffe es lag nicht an meiner Abwesenheit dass der Herr IT-Chef und ich leider doch was falsche programmierten und wir morgen in die nächste Runde gehen müssen. wtf.
Lenke ich ab oder passt das? Ist es vielleicht genau das? tbc
ok, also Fakt ist: ich habe mal wieder was verbockt. In Punkto Männer. Ich verbocke sowas in den letzten Jahren nur noch. Ich habe gar kein gesundes Verhältnis mehr zum Thema Beziehung, zum Thema Mann/Frau. Das Saunadate ergab sich über die liebe neue Arbeitskollegin. Wir unterhielten uns was man gestern abend gemacht hatte, und sie erzählte sie hätte einen guten Freund getroffen und erzählte von ihm und plötzlich wurden ihre Augen groß und sie meinte, dass der und ich, dass wir uns kennenlernen müssten. Sie stellte uns gegenseitig auf dem Businessnetzwerk vor, wir schrieben ein paar Mails, telefonierten Sonntagsmorgens und verabredeten uns für nachmittags in der Sauna. Ich erkannte ihn am Eingang nicht auf Anhieb, ok ich gebs zu: sein Foto verprach mehr. Und ich gebe noch mehr zu: der erste Gedanke war: der isses nicht, das ist nicht der Mann meiner Träume. Im Nachhinein fällt mir ein: wäre ja auch zu schön, unrealistisch gewesen. Nun ja, es war witzig und ich hätte mir vorher denken können, dass ein Mann ein erstes blinddate in der Sauna nur zusagt, wenn er sich nackt zeigen lassen kann oder ein so extrem großes Selbstbewusstsein hat, dass er sich auch zeigt obwohl er es nicht kann. Er kann sich zeigen lassen. Im Vergleich zu den topdurchtrainierten Männern mit denen ich in der Muckibude trainiere jetzt nicht so unbedingt, aber dennoch zeigbar. Och, jetzt fällt mir ein dass ich viel lieber über die Männer in der Muckibude und dem Coach erzählen möchte aber ich bleibe jetzt mal dran. Also, Sauna. Ich glaube ich kann mich zurzeit auch gut nackt zeigen. Danach noch spontan Essen gegangen. Gespräche auf hohem Niveau. Er hat einen interessanten Job. Drei Tage später dann Folgedate. Essen gehen. Immer noch interessanter Gesprächspartner. Ich alte Saufziege trank allerdings Bier beim Essen und so ergab es sich - quasi in Bierlaune - dass wir danach bei mir landeten. Verdammt. Ich kann in Bierlaune nicht verzichten, weder auf ein weiteres Bier noch auf einen schönen Männerkörper in meinem Bett. Wir schliefen kaum. Die ganze Woche war heftig für mich (ich erwähnte wie sich die Ereignisse überschlugen). Samstag abend trafen wir uns dann erneut, wieder in der Sauna. Ich fuhr nach dem Sport dorthin, ließ den Coach, der mich sonst nach dem Sport immer gerne bekocht stehen. Ich kam vollkommen depressiv zum Sport, schwer verkatert mit Pippi in den Augen. Nach zwei Stunden Training war ich wie euphorisiert, er auch, wir umarmten uns lange, glücklich dass wir uns hatten, glücklich dass wir zusammen trainieren. Glücklich dass wir uns in diesem Leben getroffen haben. Ich nehme an seine aktuelle Ehekrise bin ich Schuld. Ich kam fünf Minuten zu spät zur Sauna, hatte mich so sehr auf dieses date gefreut und wurde mit einem vorwurfsvollen: Du bist zu spät. begrüßt. Lange Rede kurzer Sinn: mir gings schlecht, Sport hatte mich aus dem Tief geholt, ich erzählte dem date das ich fertig sei von der Woche, alles so heftig gerade, viele Termine, die Pflegefrau hat gekündigt und überhaupt halt, gerade alles zu viel. Er checkte es nicht. Er checkte mich nicht. Die Nacht Der Sex war gut, keine Frage, aber guten Sex hatte ich schon zu genüge. Ich fühle mich unverstanden, unerfasst. Er kann mich nicht erfassen. Ich erwarte nicht, dass man mich auffängt, um Gottes Willen, ich kann schon mittlerweile gut mit mir und meinen Depress-Episoden umgehen. Aber wenn ich erzähle dass ich fertig bin, dass die Woche heftig war, dass ich mich gerade nach "alles zu viel" fühle, dann habe ich keine Lust auf stundenlange Vorwürfe dass ich zu spät war (ich war fünf Minuten verpätet und hatte das angekündigt als ich merkte dass es knapp wird), dann wünsche ich mir einfach nur eine Umarmung und eine Geste im Sinne von: alles wird gut.
Und wo habe ich es jetzt verbockt? Ich hätte nicht sofort mit ihm ins Bett steigen müssen. Ich hätte ihn ein paar einfach so treffen sollen um dann festzustellen, dass es das nicht ist. Und das ist das Problem. Es ist das Sexproblem. Dieses Nähe erzeugen durch Sex. Ich kriege das nicht mehr raus aus mir. Ich komme nicht mehr klar. Dieses Verhältnis Mann/Frau, Partnerschaft, Nähe, Intimität - all dieses, das ist nicht mehr gesund bei mir. Und ich muss feststellen: ich kriege es nicht mehr hin. Einfach erstmal kennenlernen, einfach erst mal schauen. Verdammt, mein Kopf ist gefickt.
Ich weiß noch nicht wie das weitergehen soll in dieser Hinsicht mit mir. Gestern habe ich den Lieblingskollen getroffen, wissen Sie noch, der von ganz früher, der, der vor dem Nerd da war. Mit dem geht kein einfacher Fick, das ist das was er nicht er kann. Und unser Treffen gestern war gold wert. Ich holte ihn vom Bahnhof ab (kommt von weiter her) und wir mussten den Plan ändern (wollten eigentlich in einer bestimmten Location die Weihnachtsfeier für die Firma organisieren, aber das klappte dann nicht wie geplant). Wir fuhren also zu mir, den Wagen wegbringen, saßen auf meiner Couch, hörten französiche Chansons und tranken ein Bier. Danach wegen Weihnachtsfeier per Taxi in ein Lokal. Ich zeigte ihm meine neue Tafel in der Küche und er wollte was draufschreiben, aber nicht gucken! ist für morgen früh!
"Bei uns in der Familie ist auch nicht alles rosig, das und das mit der Schwester [lange, schlimme Geschichte], aber scheiße, deine Familie topt echt alles..."
Er schaut mich an und ich weiß, er versteht mich. Später am Bahnsteig, als der Zug einfährt, verabschieden wir und und sein Kuss auf meiner Wange ist um Längen mehr wert als das geile Rumgelecke was ich in der Nacht davor erleben durfte.
OMG, ich lese was ich vorhin geschrieben habe, stelle fest wie qualitativ schlecht geschrieben das alles ist und frage mich, ob man das als Außenstehender überhaupt nachvollziehen. Oder ob ich das in ein paar Jahren noch nachvollziehen kann.