Bei meiner Mutter wurden alle Medikamente abgesetzt. Anscheinend macht man das in so einer Situation so. Ich weiß es nicht, ich zwinge mich der Ärztin zu vertrauen.
Bevor die Ärztin kommt sage ich meinem Vater ganz direkt, dass ich nicht will dass meinen Mutter ins Krankenhaus kommt, voher will ich die Meinung eines Palliativmediziner hören. Vom Büro aus recherchiere ich den nächsten entsprechenden Arzt, recherchiere irgendwelche Formulare, coache meinen Vater geschickt telefonisch für das Gespräch mit der Ärztin und mache mir Sorgen ob mein Vater und die Ärztin da gleich ein gutes Gespräch führen werden. Sie führen es tatsächlich. Meine Mutter bleibt zu Hause, mein Vater bekommt Anweisungen was er ihr zu Essen und Trinken geben soll und das Feedback, dass er alles richtig mache. ok, das läuft, das läuft wirklich.
Ich steiger mich nicht in den Fakt rein, dass die Freundin meines Vaters sich dort in meinem Elternhaus schon eingenistet hat, ich behalte den Fokus auf meine Mutter. Ich bin gespannt auf morgen und die nächsten Tage, ich bin mir unsicher ob man diese krassen Medikamente einfach so absetzen kann, befürchte absolutes Megachaos im Kopf meiner Mutter, aber vielleicht war das heute wirklich die richtige Entscheidung. Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht. Ich weiß einfach gar nicht was die nächsten Tage passieren wird. Ich weiß einfach gar nicht was da gerade auf uns zukommt. Und ich weiß am allerwenigsten wie ich die nächste Zeit erleben werde. Das ist so verdammt übel krass hart whatever wenn die Mutter im Sterben liegt. Ich bin kopflos. Gepaart mit pms bin ich arbeitsunfähig. Morgen noch die letzten Projekte glattziehen, irgendwie morgen noch ein letztes Mal für dieses Jahr funktionieren. Lange Telefonate mit den beiden besten Freundinnen. Ich muss keine Angst haben, die fangen mich auf. Und die anderen Freunde auch. Aber heftig ist das alles dennoch. Werde ich schon überstehen, muss man ja auch nur einmal im Leben.

Gestern zum ersten mal gehört und seitdem in Schleife: home again von michael kiwanuka




Und wie so oft in letzter Zeit wünsche ich mir einfach nur jemanden, der mich jetzt vom Küchentisch abholt und sagt: komm, wir gehen ins Bett, komm einfach und bei dem ich einfach in den Armen einschlafen kann. Einfach beim Einschlafen in den Arm genommen werden, einfach ein paar Stunden geborgen schlafen können. Es braucht sich keiner meiner Gejammer anhören oder so, das ist schon ok, das halte ich alleine aus oder streue es auf die Freundinnen in dem Maße wie sie es auffangen können und das geht gut. Ach was weiß ich----------------scheiß Kopf-------------------



(omg, hoffentlich bin ich nicht schwanger von dem schönen Mann mit guten Einkommen aber mit dem ich mich null Seelenverwandt fühle. Wunsch für morgen früh nach dem Aufwachen: BLUT!!!)