Du bist jederzeit willkommen!, ruft mein Vater gestern aus, du bist die Tochter des Hauses!

Ich parke den Wagen (die Straße ist überfüllt aber ich als mittlerweile Einparkprofi schiebe die gr Karre geschickt in die letzte Lücke) und sehe eine junge Frau zum falschen Eingang meines Elternhauses gehen. Falscher Eingang, rufe ich ihr zu und sie folgt mir zum Richtigen. Ich checke sofort dass sie die Tochter der Freundin sein muss. Ich bin überrascht denn so sympathisch habe ich mir die Tochter der Freundin meines Vaters nicht vorgestellt. Sie ist deutlich größer als ich (nicht schwer, ich bin sehr klein und zierlich). Ich ziehe irgendwie am ersten Weihnachtstag zum Mittagessen (der dt Klassiker!) dieses Ding durch, dieses Familiending. Umarme einfach die Freundin meines Vaters zur Begrüßung. Meine Mutter hängt auf halb acht im Rollstuhl. Ich hänge meinen Mantel auf und nehme der jungen Frau den Mantel ab. Wir sind einfach zusammen gekommen!, rufe ich gute Stimmung verbreitend aus. Ich weiß, das ist mein Job in dieser Familie, Stimmung verbreiten. Und ich habe beschlossen heute gute Stimmung zu verbreiten. Ich schaue die junge Frau noch einmal von oben bis unten an und stelle fest, ich bin nicht nur die Tochter des Hauses, ich bin auch noch die Gewinnerin. Mit diesem Wissen und um keine Minuspunkte auf dem Karmakonto zu bekommen halte ich mich nun den Rest des Weihnachtsessen zurück.
Während des Essens stelle ich fest, dass mein Vater und sie sich schon recht gut kennen. Wir sitzen da, ich auf dem eigenlich üblichchn Platz meines Vaters am Esstisch, die junge Frau (drei Jahre jünger als ich) auf dem eigentlichen Platz meiner Schwester, ich auf dem Platz meines Vaters, die Freundin meines Vaters auf meinen Platz. Mein Vater auf dem Platz meiner Mutter. Meine Mutter auf einem Platz den es vorher nicht gab, vor Kopf, das geht mit dem Rollstuhl recht gut. Es ist dreizehn Uhr, ich habe noch nichts gegessen, schlage Aperitiv vor, mix doch einen!, schlägt mein Vater vor und hat VW im Kopf. Vermuth und Williams, der Klassiker aus den Siebzigern, der Drink meiner Eltern, ich bringe einen guten (oh fuck mir fehlt das Wort------------------) Sherry als Gegenvorschlag vor, wird direkt angeommen. Ich solle das servieren. Ich suche kurz in der Bar, werde fünfig (kein Sack wie sonst, irgendwas anderes), suche die richtigen Gläser----------------oh mist, bin zu betrunken um das ganze Spektakel aufzuschreiben.


Ich sitze am Tisch, meine Mutter quält sich der letzten Lebenstage, ich gebe ihr zu trinken, zu essen, smalltalke mit der Freundin meines VAters, mit der Tochter der Freundin meines VAters, stelle fest, ich kann das nicht, denke mir, dass das ok ist dass ich das nicht kann, weil ich das nie gelernt habe, kein klass. Scheidungskind bin, wuppe das dennoch recht gut, spüre den Königinnenvorteil, es tut dennoch weh und ist dennoch schwer. Meine Mutter kotzt nach drei Stunden als würde sie es für mich tun. Wieder unser Blick. Ich flüstere ihr zu dass es mir leid tue, ich es aber nicht ändern könne. Noch bevor meine Tränen fließen schaffe ich den ABsprung.Versacke bei der Familie meine Vermieter und gebe mri den letzen Rest bei mir zu Hause in meiner Kücehe. höre l.cohen halleluja und bin zu betrunken um alles aufzuschreiben.

Das Herz weint. Und wie immer holt mich auch keinern vom Küchentisch ab und nimmt mich in den Arm. Ach, es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Wird schon.




Die Bierfreundin rief aus F. kurz an. Tat unendlich gut.

Problem: weiß nicht vom Kü+chetisch aufzustehen-----------