Ich war auf einer Party, eine Wohungseinweihungsparty. Ich bin sogar mit dem Auto gefahren. Auf dem Rückweg eben, auf der langen Autobahnstrecke, überlegte ich sogar kurz, jetzt so nüchtern ins Bett zu gehen, wie gut das wohl mal täte, einfach nüchtern einzuschlafen. Ich musste weiter weg parken, vor meiner Haustür ist um diese Zeit kein Parkplatz mehr frei. Und als ich dann gerade so vom Auto nach Hause die Straße entlanglief, programmierte sich in meinem Kopf der Weg durch die Haustür, durch die Wohnungstür direkt bis zum Balkon, wo die Kaltgetränke stehen. Wieder kurz der Gedanke für was das Bier ein Substitut ist, was ist das, dieses Biertrinken und ich erinnere mich an die vorsichtige Vermutung des Herrn Psychologen, ob es ein Ersatz für einen Partner sein könnte. Mittlerweile denke ich: ja, genau richtig. Wenn jetzt hier schon einer im Bett liegen würde, hätte ich mich direkt dazugekuschelt. Wobei mein Traummann wahrscheinlich eher hier sitzen würde und vorschlagen würde, dass wir jetzt ja noch schön zusammen ein Bierchen trinken können und ich solle mal erzählen wie die Party war ;-) Nun denn, ich weiß es nicht wirklich, denn da ist kein Traummann am Start.
Die Party. Es war nett. Das Essen war verdammt gut! Nette Leute auch, einige liebe Kollegen von früher, Frauenüberschuss, zwei Männer (vergeben). Die Gespräche ödeten mich aber schnell an. Erst war es noch witzig und interessant, wie es wem geht, wer jetzt was macht etc aber irgendwann empfand ich es einfach nur noch öde. Es ging um schöne Jacken, wie wichtig es ist dass die Fleeceunterjacke auch so lang ist wie die Jacke an sich und ob man diesen Winter überhaupt seine Winterjacke rausgeholt hat und was es für neue Spiele per app gibt und wie teuer die und die app ist und was die Leute so bei facebook posten und ob es die und die Couch noch bei dem Möbelhersteller mit den gelben Buchstaben gibt und wieviel Punkte wohl der Nachtisch hat und woher der Fleck auf der Hose kommt und so weiter und so fort. Es kam zwischendurch eine leichte Diskussion auf, ob es vertretbar sei am letzten Bundesligaspieltag zu heiraten und auch - nee stop, das war ernsthaft die einzige potentiell interessant zu werdenen Diskussion, die dann aber direkt im Keim erstickte, da wir nur zu zweit überhaupt diese Problemtik sahen. Auf dem Heimweg dachte ich darüber nach, warum ich in so Runden keinen Spaß habe. Ich glaube nicht dass es am nicht-trinken lag. Vielmehr langweilen mich so blabla-Jacken-Gespräche. Außerdem mag ich es nicht wenn sich auf Party zwei oder drei Lager bilden, nur die zusammensitzen, die sich eh schon kennen etc. Ich mischte ein bißchen die zwei Lager, aber auch im anderen Lager gab es nur oberflächlichen Partysmalltalk. Ich mag es vielmehr neue Menschen kennenzulernen, zuzuhören was andere für interessante Jobs machen oder Hobbys haben und wer wie was in der Welt wahrnimmt. Naja, der Abend und auch die Gäste waren wirklich nett und vielleicht ist das auch völlig ok wenn man mal so einen Abend verbringt. Vielleicht muss auch nicht immer alles megainteressant und beeindruckend sein, vielleicht kann es auch einfach schön sein, wenn mal ein Abend mit anderen Menschen einfach nur so dahinplätschert.

Den Song habe ich heute im Autoradio gehört. Ich mag ihre Stimme, der Song kommt aber richtig laut besser als jetzt so leise am Küchentisch.