Was ist das? Ich wache mit dem Wecker auf und ehe ich aufstehen kann, fließen schon die Tränen. Ich reiße mich zusammen: so kann die Woche nicht starten. Im Autoradio dann ein Lieblingslied nach dem anderen, aber spätestens bei der Vollsperrung der Autobahn und der dadurch fast entstandenen Nikotinvergiftung ist die Stimmung wieder dahin. Ich reiße mich dennoch weiter zusammen. Heule nur kurz die liebe neue Kollegin zu und merke schon, dass das grenzwertig ist. Zusammengerissen professionell (und dabei verdammt gut) reiße ich alle Termine ab.

Was ist das? Drei Monate hat die Euphorie über den neuen tollen Job gehalten, jetzt kippt die Stimmung. Weihnachten ist mein Albtraum sage ich der Patentante (kl Schwester meiner Mutter) gestern beim Adventskaffee, lass uns nicht weiter drüber sprechen. Ich schaffe es so gerade dass keine Träne die Augen füllen. Mein Vater verdrehte kurz seine Augen als ich sagte dass sie mich zum Kaffee eingeladen hat. Ich erwidere nur kurz, dass es die Schwester von Mama ist und dass Mama sie sehr geliebt hat. Meine Mutter hat sie einfach geliebt, egal was war. Meine Mutter hat nie aufgerechnet. Niemals. Mit niemanden. Ich glaube ich kenne keinen anderen Menschen der so sehr nie aufgerechnet hat.

Möchte noch schreiben, darüber, wie sehr ich mich über diesen schönen, persönlichen Adventskalender freue, wie sehr er mich durch diese für mich schreckliche Zeit bringt, und darüber, wie schlecht es meiner Mutter geht, dass ihr immer wieder Tränen, einzelne dicke Tränen über die Wangen fließen und sie nichts mehr sagen kann, darüber, wie aggro mein Vater drauf ist (nachdem er ein We mit seiner Freundin verbracht hat?), darüber, dass für mich kaum noch am Weihnachten ein Platz am Tisch im Elternhaus ist weil mein Vater die Familie seiner Freundin groß einläd, darüber, dass es sich so anfühlt als sei eh kein Platz für mich auf dieser Welt..und auch darüber ich Angst habe den neuen tollen Job nicht erfüllen und halten zu können (objektiv betrachtet völlig unbegründet), darüber dass es sich heute anfühlte, als würde mein Vater mich nicht kennen. Und auch über den schweren Unfall heute auf der Strecke, bei dem jemand überfahren wurde. Aber das Bier ist aus, und ich mache kein weiteres mehr auf. Ich gehe ins Bett und beiße die Zähne zusammen. Harte Zeiten kann ich. Habe ich quasi erfunden.




Und über den alten Mann auf der Arbeit könnte ich noch gut schreiben, wie er heute was doofes gesagt und damit mein Kopfkino beendet hat, und vllt würde ich auch noch erzählen wie ich meinen lieben Vermietern von oben (die liebe alte Dame) einen Adventskalender mit der Zeitung vor die Tür gelegt habe, und ich könnte noch aufschreiben wie gut ich auf der Arbeit bin.

Was ist das? Ich fühle mich um Jahre zurück, fühle mich vogelfrei, alles ist möglich! aber ich packe es nicht.

Haken wir es diese Woche mit pms ab. Zugegeben: Ausrede. Zugegeben: gute Ausrede.

In Schleife: yuna, lights and camera

Auf der neuen Stelle werde ich als eierlegendewollmilchsau gehandelt.

Druck. Fluchtgedanken. Am 20. in den Flieger steigen Richtung Sonne. In hochwertigen Hotels gibt es sicherlich ein entsprechenden Dinner zu Weihnachten, muntert mich mein Patenkind (Kind der Patentante) auf. Und es war nicht so daher gesagt, er meinte es einfach ernst, als ernsthafte Alternative für mich.

Klingt so, als sei es Zeit für einen warmen Kakao. Trinken Sie einen mit, wenn ich welchen mache?

Hätte ich sehr gern am Montag.

Es war viel pms. Jetzt geht es wieder besser. Auf der Arbeit ist es schwer, oder vielmehr gesagt anspruchsvoll. Und ich kann fast alles sehr gut und ich genieße. Das beste: alles ohne Stress. Es gibt dort einfach kaum Stress. Es ist herrlich.

Der ältere Kollege scheint angepisst ob meines Spruches am Montag. Aber ich denke: wer nonstop austeilt muss auch mal einstecken können. Er kam gestern und heute nicht vorbei. Vielleicht kam er vorbei, aber ich war ja kaum verfügbar. Und ich weiß er hatte heute auch zu tun. (Ich bin schon Profi in dem Programm in dem man sehen kann wer gerade wo ist und was macht ;-) Aber ich traf ihn kurz beim Essen und irgendwie...fehlte der Zauber der uns sonst umgibt wenn wir uns sehen. Klar lächelte er freundlich und antwortete mir auch kurz, aber es kam kein Strahlen. Nun denn. Mal sehen. Morgen ist der Kollege da, der mit in meinem Büro sitzt (der ist nur zwei Tage die Woche da) und der mit ihm befreundet ist. Ist ja irgendwie auch halb so wild. Letzten Endes ist er nunmal alt.