Mein Kopf ist gefickt und ich mag dieses Gefühl nicht. Irgendwas läuft hier falsch.

Irgendwas läuft immer falsch. Letzten Endes ist es einfach: es ist immer einfach alles zu viel, alles zu viel....




Ich werde da wohl einfach durch müssen. Ich werde wohl einfach wieder die Zähne zusammenbeißen müssen.

Ich kaufe Zigaretten. Und ein Feuerzeug hätte ich gern, sage ich beim zahlen. Ja gerne, hier eins mit Weihnachten!, antwortet der nette Tabakverkäufer. Nee danke, antworte ich während ich nach einem kleinen, roten, schlichten Feuerzeug greife, mit Weihnachten habe ich nichts am Hut. Ja, ist vllt manchmal auch besser so, höre ich ihn noch sagen, während ich den Laden verlasse.

Ich habe Angst vor Weihnachten. Seltsam, dachte ich noch heute, früher, als Kind hat man sich auf Weihnachten gefreut, jetzt ist es nur noch ein Albtraum auf den man mit jedem Advent näher zusteuert.

Ich packe so ein Weihnachten wie letztes Jahr nicht nochmal. Dieses Jahr wird even worse - die Freundin von meinem Vater wird komplett da sein, inkl ihre Tochter plus Freund der Tochter. Ich fühle mcih immer mehr als Fremde in meinem Elternhaus. Aber ich kann mit fünfunddreißig auch nicht hergehen und meinen Vater für ein für mich schönes Weihnachten verantwortlich machen.
Ich checke Flüge. Nein, ich erwische mich dabei wie nur Flüge dahin checke, wo der ältere Kollege wahrscheinlich auch hinfliegen wird. omg, wie krank bin ich--------

Der neue Job ist toll. Aber all der andere Scheiß ist unverändert. Es fühlt sich fast an, als wenn alles andere sich jetzt noch schlimmer anfühlt weil ich mich erst jetzt auf alles andere konzentrieren kann. Als wenn erst jetzt all der andere Scheiß hochkommen kann.

Ich komme nicht raus aus dem schlechten Gefühl.Tränen fließen.

Sämtliche Flüge und Reisen in die Sonne über Weihnachten sind übrigens unbezahlbar.

Hier, ich schieb Ihnen mal wieder einen warmen Kakao rüber, ich habe eh so viel frische Milch gekauft, die reicht sogar für drei.

Gibt es außer Ihrem Vater noch andere Menschen, mit denen Sie Weihnachten feiern könnten?

Ja, ich habe ein paar Einladungen bei den Familien von Freunden. Fühlt sich aber nicht als Alternative an.

Im Adventskalender den meine Tante mir gebastelt hat ist heute eine hochwertige Trinkschokolade - musste direkt an Sie denken :-)

Wie schön. Ich trinke jetzt auch noch einen, ist ja noch so viel Milch da, die weg muss.
Nach langer Schokoladenabstinenz, bin ich derzeit auf dem Kakaotrip.

Mal was anderes: warum haben Sie eigentlich so viel Milch?

Kaufrausch. :-)

Im Bio-Supermarkt gab es massenhaft frische Milch zum halben Preis. Also kaufte ich drei Liter, eine Tüte sollte offiziell am Sonnabend ablaufen, eine am Sonntag und eine heute. Zweieinviertel Liter sind aufgrund des Kakaotrips schon weg. Der Rest wird morgen auch noch gut sein.

Was würde sich denn wie eine Alternative anfühlen - außer, zu verreisen? Weihnachten nur mit Ihrer Mutter, wenn Ihr Vater gern mit Freundin und deren Familie feiern möchte?

Mittlerweile hat sich eine Alternative ergeben. Die Schwester der Lieblingsfreundin kommt zum Übernachtungsbesuch später am Heiligabend vorbei (wir reißen quasi beide den Familien-Teil ab und treffen uns dann bei mir). Sie wohnt weiter weg und ist im Ruhrpott zwecks Weihnachten/Familie zu Besuch. Ich freue mich sehr. Wir sprechen und sehen uns selten, aber sie hat das neulich so schön formuliert: es fühlt sich an als wären wir Cousinen. Verbunden fühlen. Wahlfamilie. Die Mutter der beiden bot sich auch schon mal an zum telefonieren oder shoppen - also wenn ich mal "Mutter" brauche. Ich nehme die Angebote nicht wahr, aber allein dass es die Angebote gibt, tut unendlich gut.