Ich möchte über sie schreiben, aber wie soll ich nur anfangen. Jeder Anfang wäre nicht ihr ebenbürtig.

Wir sind wahrscheinlich ähnlich alt, aber - und da fängt es schon an- ich trinke, und sie wahrscheinlich eher nicht. Ich schreibe angetrunken, sie feilt ihre Texte wahrscheinlich tagelang aus. Dennoch möchte ich gern über sie schreiben, denn ich fühlte den ganzen Tag mit ihr. Ihr wahrscheinlich demenzkranker Vater ist bei zu Besuch, oder sie alleine bei ihm. Ich habe via twitter alles verfolgt. Und ich lese sie seit Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Ich weiß mittlerweile: wir sind ähnlich alt und wohnen nur eine Ruhrpottstadt auseinander.

Sie ist um Längen intelligenter als ich - bei einem einschlägigen IQ Test würde sie locker zwanzig Punkte mehr erreichen als ich. Wahrscheinlich würde sie vierzig oder füngzig Punkte oder mehr Punkte erreichen. Ich bin eher dumm, und sie ist eher schlau. Ihre Haare sind länger als meine und auch ihre Brüste größer. Heute ist eigentlich der Tag an dem ich denke: warum habe ich eigentlich nie gefragt ob wir uns mal treffen sollen. Und ich weiß warum: ich würde trinken. Sie trinkt nicht. Sie würde noch fahren. ich bin cooler, aber sie ist toller. Oder so. Oder auch nicht.

Jedenfalls! Ich fühle mit. Ich lese, wie sie eine bepisste Windel entsorgt, wie großartig das ist, das er sich noch alleine rasieren kann. Wie wertvoll bei Pflege ein paar Minuten alleine sind. Wie weh das alles tut. Und neu: ich frage mich: was tut mehr weh: demenz kranke Mutter oder Vater? Klar ist: wir sind beide nicht in dem Alter in dem man demenzkrankte eltern hat. Und wir sind beide alleine (ich habe letztes mal, als ich bei ihr las, von einem Typen gelesen, aber das hörte sich summasumarum nicht nach traummann nr eins an - freu mich für sie wenn es anders sein sollte!). Ich glaube wir hängen da beide wie ähnliche Juffas rum, ich schrere es mal oberflächlich über einen Kamm: zwei nette hübsche intelligente Frauen mitte dreißig ohne Partner ----------------ach, drunk. Was ich eigentlich sagen wollte: ich fühle mit.




Und: du machst das gut, aber das ist erst der Anfang

Ich glaube mittlerweile: demenzkranker Vater tut even more weh...Letzten Endes tut beides sehr weh. Da kann man sich gar nicht mehr aussuchchen was mehr weh tut. Gebt uns zehn Jahre und eine intakte Partnerschaft und eigene Kinder, dann könnte man das evtl bewerten.....oder auch nicht.....

Ich glaube mittlerweile: demenzkranker Vater tut even more weh...Letzten Endes tut beides sehr weh. Da kann man sich gar nicht mehr aussuchchen was mehr weh tut. Gebt uns zehn Jahre und eine intakte Partnerschaft und eigene Kinder, dann könnte man das evtl bewerten.....oder auch nicht.....