omg, ich bin total verknallt. Und dann noch Zyklusmitte. Das macht es nicht einfacher einen klaren Kopf zu behalten. Frauen in der Zyklusmitte kann man eigentlich eh abhaken. Die haben keinen klaren Kopf. In der alten Firma erzählte mal eine Kollegin, dass sie in der Zyklusmitte immer dem und dem Kollegen auf den Hintern starren würde - ein Typ, auf dem sie (und viele andere) eigentlich gar nicht stand. Ich war mit ihm irgendwann vor Jahren mal Glühweintrinken und ich mochte ich und ich erzählte ihm, dass es eine Kollegin gäbe die in der Zyklusmitte auf seinen Hintern starren würde. Habe natürlich nicht gesagt wer es war. Ich lenke ab. Aaaaaaaaaaalso, der ältere Kollege. Wir hängen rum, von einem Quatschen in die nächste Zigarette in die Mittagspause in die nächste Zigarette und weiter in meinem Büro quatschend. Am Ende des Tages stellte er fest, dass er heute gar nicht gearbeitet hat. Ich habe immerhin drei vier Termine gewuppt. Den letzten am Nachmittag habe ich verpasst, weil wir uns so verquatscht haben. Aber der war auch nicht wirklich wichtig. Alles gut soweit - das doofe nur: man sah uns. Man sieht uns seit Tagen nonstop zusammen abhängen. Gerüchteküche möchte ich nicht, sage ich ihm. Er auch nicht, antwortet er. Wir planen einen Trip in eine andere Stadt. Konkret. Unkonkret planen wir ein gr Grundstück zu kaufen, einen Trip nach Myanmar, zwei drei vier Kinder, eine Hand voll Wandertouren, die Anschaffung eines Hausschweins und eines Hundes. Und für ein Pferd wäre auf dem Grundstück auch Platz.




Zu Zyklusbeginn sind Frauen übrigens brauchbarer. Also im Arbeitskontext. Dann ist der Kopf klar. auch wenn der Bauch schmerzt

Eigentlich ist alles gut. Ist alles verdammt gut. Der neue Job läuft mir so von der Hand. Mit meinem Vater bin ich im Reinen. Mit meiner Mutter ja schon länger. Ich bin verknallt und das scheint ganz auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Aber ich habe Angst. Was ist wenn ich diese gute Phase vermassel?

Und was ist überhaupt verliebt sein? Und was ist Liebe? Macht er mich nur so an weil er irgendwas bei mir antriggert? Ich nicht bei klarem Verstand bin? Ist man überhaupt bei klarem Verstand wenn man sich verliebt? Wie geht überhaupt Beziehung? Und wieder: was ist Liebe?

Was Liebe ist? Wenn das einer wüßte.
Zum Glück meist selbsterklärend.

Es ist seltsam. Es gibt natürlich Menschen in meinem Umfeld, die ich liebe und bei denen ich spüre, dass sie mich auch lieben. Da ist einfach Liebe. Dieses Selbsterklärende.

Aber ich kann nicht (mehr?) einordnen, wie das mit Liebe zu einem Partner sein soll. Ich schaue auf ein paar längere Beziehungen zurück. Den Nerd, den habe ich wirklich geliebt, da war Liebe, ganz einfach. Und da war noch jemand anderes, mit dem ich lange zusammen war als ich Schülerin/Studentin war. Das war auch Liebe. Wir schreiben uns immer noch zu Geburtstagen und manchmal zwischendurch. Als sei ein Rest Liebe einfach geblieben. Man liegt sich am Herzen.

Jetzt habe ich nur noch Angst vor sowas. Ist da Liebe oder bedient der andere nur irgendein lack of love bei mir? Ich habe Angst dass ich aufhöre, mich selbst zu lieben, wenn ich mich auf jemanden ernsthaft einlasse. Das ich mich quasi abgebe. Oder mein inneres Kind oder so...schwierig zu beschreiben....Und dann würde der totale Zusammenbruch folgen wenn das nichts wird, nicht ewig hält. Und sowas verpacke ich nicht mehr, nicht nochmal. Ich habe Angst dass ich keinen klaren Blick mehr für mich hätte. Nicht mehr wüsste was ich gerade brauche, was mir gerade gut tut. Angst, dass ich nur noch ein "wir" könnte. Und mir fällt gerade ein, dass ich mich deswegen gar nicht mehr traue, was ernsthaftes einzugehen. Ich bin so fertig von den letzten Jahren - bloß kein neues Desaster. So lange ich alleine bin, habe ich mich einigermaßen im Griff.

Auf der anderen Seite spüre ich, dass der Mensch nicht zum allein-sein gemacht ist. Wie traurig stimmte es mich letzten Sommer so viele wunderschöne Momente nicht mit jemanden teilen zu können. Wie gerne würde ich nicht alleine sondern mit jemandem zusammen im Alltag abends durch die Wohnung tanzen wenn ich gut gelaunt vom neuen tollen Job nach Hause komme. Wie sehr tut es mir nicht mehr gut abends alleine am Küchentisch ein Bier nach dem anderen zu trinken. Das wird nicht ewig gut gehen.

.Und dann würde der totale Zusammenbruch folgen wenn das nichts wird, nicht ewig hält.

Tja, no risk, no fun. Sie sind nicht zum ewig Alleinbleiben gemacht, das wissen Sie. Es wird sich ergeben, wenn die Zeit reif ist. Und dass Sie sich dabei dann selber aufgeben, glaube ich nicht, dafür sin dSie doch überhaupt nicht der Typ. Die Unsicherheit, was sein wird, wenn, oder was passieren könnte, wenn doch nicht - die gehört zur Durststrecke, die es zu durchmessen gilt. Ich habe in den langen, langen Jahren meines Alleinseins auch immer wieder mal dran gezweifelt, dass ich überhaupt noch kompatibel sein könnte und nicht schon viel zu verschroben und was weiß ich.

Ich bin voll der Typ dafür!! Krass dass man das hier nicht rausliest. Ich bin echt baff.
Ich war in der Vergangenheit oberschnell emotional abhängig. Genau das ist ja das wovor ich so große Angst habe. Und auch meine Befürchtung. Eben dass ich das nie ablegen werden kann. Weil ich eben aufgrund meiner Biografie so sehr darauf abgehe, dass man mich liebt. Endlich einfach mal geliebt werden. Meine Eltern lieben mich über alles, ich bin wirklich Wunschkind, klar, habe ich schon lang und breit beschrieben. Aber es wurde mir nie gezeigt. Lack of love.
(Vielleicht wiederhole ich mich jetzt) Meine Leibärztin hat mir mal gesagt: wenn ein kleiner Mensch, ein Kind dieses und jenes Vitamin nicht ausreichend bekommt, entstehen Mangelerscheinungen. Man kann dann später dieses Vitamin en masse reinpumpen wie man will - es war zum wichtigen Zeitpunkt nicht da und das kann man nicht nachholen. Und so fühlt sich das bei mir mit "geliebt-werden" an.

Und dennoch, ich weiß, es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.

Vielleicht ist das einfach Liebe in einer Partnerschaft: jemand bedient gerne, wirklich von Herzen gerne, genau das was einem fehlt. Ich weiß es nicht. Aber ich habe Angst. Angst, alleine in dem jetzigen Zustand ein Leben zu leben. Am Ende im Altenheim zu liegen und sagen zu müssen: ja, ich hätte gern in einer Partnerschaft gelebt und eine Familie gegründet, aber ich war dazu nicht fähig. Und mindestens genauso stark ist die Angst, jetzt was ernsthaftes einzugehen.

Soweit hatte ich das schon einigermaßen verstanden, dass Sie da einem frühen Defizit hinterherlaufen. Ich denke (oder sagen wir: hoffe) aber, Sie sind nicht unbedingt der Typ dafür, deswegen immer und immer wieder in das gleiche Muster der emotionalen Abhängigkeit zurückzufallen. Sie sind ein reflektierter Mensch, das heißt, Sie sind prinzipiell in der Lage, zu verstehen, was abläuft und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen, die Sie in die Lage versetzen, neue Fehler zu machen. ;-)

Dem schließ ich mich ohne Punkt und Komma an.

Es tut gut zu lesen, dass andere an mich glauben. Vielleicht sollte ich selbst auch mal damit anfangen.

Ja, machen Sie das mal.