Es fühlt sich einfach an als hätte ich mich in den letzten Wochen verloren. Je enger das mit ihm wird, desto mehr fühlt es sich an als wäre ich nicht mehr ich. Das kam jetzt auf einmal so. Irgendwie ist einfach wieder alles zu viel. Die Fbwoche war so heftig, dann mein Vater auf meiner Insel und meine Mutter in der Kurzzeitpf. und dann das intensive We mit ihm - einfach alles zu viel. Und ich bin fett geworden. Ich fühle mich einfach nicht gut, nicht gut mit mir. Erst mal Musik aus dem Urlaub aufdrehen...




Ich will mich nicht reindenken und reinschreiben, und ich will auch nicht dass es so ist, aber ich fühle mich so beziehungsunfähig, so sehr psychowrackig. Diese Abgrenzungsproblematik, dieses Nähe-Distanz-Ding. Ich kriege es einfach nicht hin. Und ich bin so traurig darüber. Es kommt mir vor als hätte ich jahrelang geübt, alle meine Aufgaben gründlich durchgearbeitet, immer und immer wieder, jedes Thema von allen Seiten beackert und jetzt ist die große Prüfung und es hat wieder nicht gereicht. Bestens kann ich jedes schlechte Gefühl was hochkommt beschreiben, erläutern, schnell feststellen wo es herkommt, aber ich kann nichts gegen das Gefühl tun. Es kommt mir gerade sogar so vor, als wenn plötzlich alles exponiert, eine Millionen Aufgaben hinzukommen. Vorgestern vorm Einschlafen fühlte ich diese unendlichen Aufgaben sogar richtig deutlich. Es ist wie der Fiebertraum den ich als Kind immer hatte: ein riesen Berg an Bauklötzchen die ich aufräumen soll und es ist einfach unmöglich da zu viel. Und dann fühlt sich alles was ich berühre extrem leicht und dabei extrem schwer an. Extrem nah und dabei extrem fremd. Ich erklärte als Kind das Gefühl mal meinem Vater als ich krank war. Ich erinnere mich noch genau. Ich nahm die Bettdecke in die Hand und beschrieb ihm diese seltsame Mischung aus ganz leicht anfühlen und dabei unendlich schwer, also ganz leicht konnte ich die Decke hochziehen und dabei fühlt es sich schwer an - ach, kann man schlecht beschreiben. Er sagte dann damals, dass ich dann jetzt einfach nichts anfassen sollte. Und dann kam das Gefühl in die Arme, dann in den Kopf. Vorgestern Abend im Mund. Meine Zunge. Ultraleicht und extrem fremd und schwer dabei. Ich spürte wie Panik aufkam. Kurz sogar das Handy näher genommen um im Notfall einen Arzt zu rufen. Es fühlt sich so ähnlich an wie auf einem schlechten Trip. Ich habe dann zur Ablenkung den Fernseher angeschaltet. Da ich sehr wenig Fernseh schaue, zieht das sofort.

Die Idee der Flucht. Die Sache mit dem Kollgen schnell beenden, erst mal wieder klarkommen und dann weiter machen wie vorher. Zwischendurch dann mal weinen weil ich alleine bin. Alleine, aber mit mir ok. Die Lieblingsfreundin schimpft. Das sei jetzt ja wohl nicht mein Ernst, da müsse ich jetzt durch (eineinhalb Stunden Telefonat zusammengefasst). Ja, irgendwas in mir drin sagt mir das auch. Die Sache mit dem Kollegen ist klasse, wir können über alles reden, eben auch wenn mir ein mieses, altes Gefühl hochkommt. Ach, mal sehen...Bier zu und in den Kühlschrank und ich ins Bett. Morgen früh vor der Arbeit laufen.

Vielleicht gibt es ja ein Mittelding zwischen "schnell beenden" und dem Gefühl, dass alles zuviel ist. Wenn ihr über alles reden könnt versteht er sicher, wenn du ein bisschen mehr Zeit für dich brauchst, in der du dich dann auf die Dinge fokussieren kannst, von denen du genau weißt, dass sie dir gut tun, wie z.B. laufen. Das schließt ja nicht aus, dass ihr trotzdem miteinander seid.

Ich finde es ganz erstaunlich (absolut positiv!) dass du diese Sache zulässt. Jeder von uns hat seine Päckchen und Narben auf dem Herz, er sicher auch. Vielleicht ist das auch ein bisschen Schiss vor der eigenen Courage. Aber nur Mut! Ich glaube ganz fest an dich. Und er sicher auch. Gib ihm die Chance dich zu verstehen, und gib sie vor allem dir, auch wenn du nicht immer gleich die Lösung weißt. Sei nicht so streng mit dir. Feste Drückung.

Lebenszeichen
Bin am Mittelding üben.....