Natürlich ist es nicht gut noch ein drittes Bier aufzumachen, so mitten in der Woche, wo doch morgen früh der monatliche Termin mit den Vorgesetzten ansteht. Seit Ostern habe ich nicht mehr mehr als wenn überhaupt ein Bier vor einem Arbeitstag getrunken. Gefühlte unzählige Abende ohne Bier seit April. Und dennoch fühlt es sich heute passend an. pms.
Ich war vorher laufen, aber ich ich konnte nicht gut und weit. Habe langsam und ruhig meine Runde gezogen, aber dann musste doch die Abkürzung her. Schon gestern merkte ich wie ich körperlich ausgeknockt bin. Nach fünf Klimmzügen aus dem langem Arm war Schluss. Und die Situps mit 15kg vor der Stirn schienen auch unerreichbar. Fit bin ich.
So sitze ich hier bei Cohen und dem dritten Bier. Aand Jaaane caaaame by with the lock of her hair. Mein Favorit. In Schleife. Die geliehende blueray von dem lieben Kollegen läuft nicht (ja, Sie haben richtig gelesen, ich habe keine technische Vorrichtung um eine blueray zu schauen) aber was solls. Ich habe endlich die Email an die alte Freundin aus Frankreich geschrieben, dass ich Mitte Juli durch Frankreich nach Spanien fahre und wo sie denn genau sei, damit wir sie besuchen können. Ich freue mich sehr. tbc




Ich hatte irgendwann mal festgestellt, dass alles so wird, wie es mit wünsche. Nicht genau so perfekt aber doch schon genau wie ich es mir wünsche. Ich weiß nicht mehr wann das war, als später Teenager oder so, ich weiß auch nciht mehr bei welchem Ereignis ist das feststellte, aber ich weiß noch dass ich mir merkte, dass es nicht haargenau perfekt wie in der Vorstellung aber dennoch genau richtig wird. Alles. Einfach alles. Vor ein paar Tagen fiel mir wieder sowas ein: ich sehe mich in einem Bus, einem Van oder so.
Sein VWBus ist dunkelblau. Es gibt keine Bänke hinten, er hat stattdessen ein Bett reingebaut, ein Bett auf Holzkisten als Stauraum. Wir machten neulich einen we-trip um eine Runde auszuprobieren wie wir zu zwei in den Bus passen. Für ihn alleine sei er mittlerweile perfekt optimiert. Mir fehlen ein paar Haken um mein Kleid und meine Jacke aufzuhängen und das Seitenfach am Beifahrersitz muss für mich geräumt sein. Und ich brauche Schlaufen an den Stauraumkisten um sie zu öffnen (mache mir sonst Fingernägel kaputt). Easy. Bestens passen wir zusammen in das einmeterbreite Bett.

Ich glaube es fing wirklich als Teenager an. Ich wünschte mir, hoffte, dass ich nicht hässlich werde, dass ich echte Freunde finde, dass ich Sport mache - ich sah mich Eisen pumpen, Muskel für Muskel trainieren. Später wünschte ich mir einen Job, der mich glücklich macht, eine Stelle, in der ich ganz stressarm und frei und ungebunden mein Ding machen kann. Ich hatte schon als Kind relativ genaue Vorstellungen darüber, in denen ich mir ausmalte, mir wünschte, wer ich werde. Sport, Job, Partner, all das. Und all das schien in den letzten Jahren in unerreichbarer Ferne gerückt.....Wie sehr geniße ich die Hinterhofmuckibude in der es nach Eisen, Schweiß und Schäferhund riecht. Wie sehr genieße ich den neuen Job. Wie gut tun die Umarmungen der Freunde. Und dann fiel mir die Tage eben sein Bus ein. Die Sache war eben immer, dass ich mir dachte, wenn irgendwas erreicht war: ok, es ist nicht genau so wie in den Vorstellungen, aber es ist verdammt nah dran. Sicherlich habe auch ich da und da noch kleine Fettpolster ("Schwabbel") und keinen komplett muskulösen Körper, sicherlich verdiene ich nciht die Welt bei der Stelle, von Megakarriere ist das weitenfernt und auch sein Bus ist kein Van sondern ein einfacher T4 aber ich bin so glücklich über all dies! Es muss gar nicht so wie in meinen Vorstellungen sein. Es ist perfekt! tbc

Bei all den Rückschlägen in den letzten Jahren kamen immer wieder diese kleinen Erfolge leise daher. Viel umfangreicher als ich es jetzt mal eben beschreiben kann.

Und so langsam werde ich beruhigter. Alles wird, alles ist. Wir schauen Häuser an. Ich will dieses Jahr keine Veränderung mehr, sage und denke ich. Kein Umzug, keine Schwangerschaft oder so. Einfach ein Jahr durchatmen und genießen. Wir schauen Häuser an weil Schnäppchen in Arbeitsnähe. Schnell sind wir uns einig, dass in zehn/fünfzehn Jahren ein Objekt abgezahlt sein soll (er geht dann in Pension) und ich klicke durch die möglichen Objekte. Mit dem komplett weißen könnte ich einfach glücklich werden. Ich brauche nicht die Ranch, diese Auffahrt reicht völlig. Ich weiß doch jetzt: es wird perfekt.

Pms lässt mich Bier trinken und Cohen hören. Aber keinen Weltuntergang mehr. Es ist gut.

Die beiden Vorgesetzten morgen früh! Ach es ist so herrlich. Sie werden wie immer komplett unvorbereitet kommen, werden warten ob ich was zu berichten habe und wenn nicht, dann reden wir über die Bauarbeiten auf der fünfundvierzig oder über Urlaub oder Fußball oder whatever.....

Mir ging es noch nie so gut wie jetzt in meinem Leben. Das Gefühl ist unglaublich. Ich genieße sehr.