Mittwoch, 20. April 2011
Selbst im Urlaub ist alles zu viel. Wo soll ich anfangen? Beim blauen Handtuch. Auf dem Rueckweg vom Hotel entspringt ein Laufwettbewerb, ploetzlich joggen wir zurueck zum Hotel. Ich laufe los, langsam, so laufe ich. Langsam aber lange. Sofort liege ich zurueck. Ich ziehe mein Tempo durch und als ich an der Strasse ankomme, bemerke ich, dass mein Rucksack sich geoeffnet hat und ich Sachen verloren habe. Grosses Handtuch, Bikinihoeschen usw. Ich laufe zurueck und sammel ein. Ich stuerze in der Hotellobby, laufe weiter, bin die erste an den bungalows. Ich mache ein Bier auf, zuende mir eine zigarette an und bemerke: das blaue Handtuch fehlt. Ich habe es verloren und nciht wieder eingesammelt. Es ist ein einfachen blaues Handtuch. Qualitativ hochwertig. Aber dennoch nur ein Handtuch. Ein Geschenk meiner Mutter. Ich werde mich damit abfinden muessen dass diese Dinge peu a peu in meinem LEben verloren gehen und nichts neues nachkommt, keine Geschenke meiner mutter kommen nach. noch drei minuten internet.
am strand faellt mir auf, dass ich nicht mehr unterscheiden kann wer sohn, wer vater, wer liiert ist und wer nicht. ich bin zu alt. verwechsel immer oefter soehne mit ehemaennern.
mir geht es selbst im urlaub nicht mehr gut. ich trinke zu viel oder ich habe burnout. oder sonst was.



Sonntag, 17. April 2011
Das alles viel zu viel Gefühl begieße ich erfolgreich und komme so langsam aber sicher ins Urlaubsgefühl. Den Urlaub begeonnen mit Spirelle und Hortensie zurückschneiden eingeläutet. Über sowas kann ich mich so sehr erfreuen. Über die Natur. Das ist verdammt viel Wert wenn man sich über sowas erfreuen kann. Mit meiner Mutter durch den großen Garten spaziert. Eine schwarze Katze überquert selbstbewusst den Garten. Ihr Terrin. Sie geht jetzt nach Hause, sagt meine Mutter.



Samstag, 16. April 2011
Alles klar, es ist soweit, Absturz auf ganzer Linie.

Jetzt fühlt es sich allerdings seltsam an, dass das schlimme Gefühl seit ein paar Minuten gemildert ist, seitdem ich auf zwei Seiten kurz eine ähnliche Scheiße gelesen habe... Kann es nicht beschreiben. Jedenfalls hält es mich vom Totalabsturz ab.

Kann ich mir auch gar nicht leisten!! Ich muss morgen arbeiten!! Habe den Schreibtisch nicht leer gekriegt vorm Urlaub. Schlechte Mitarbeiterin, ganz böse. Ganz schlecht organisiert. Ich könnte kotzen. Ich kann schlecht arbeiten wenn ich blockiert werde. Blockiert aufgrund Egoprobleme. Es ist so unendlich ungerecht. Ich kann viel aushalten, aber bei Ungerechtigkeit drehe ich durch. Und da bin ich jetzt. Fickt euch doch alle.

Ich habe heute kurz meine Mutter gesehen und es ist nicht gut was abgeht seitdem ich nicht mehr einen Tag in der Woche dort bin. Es geht so rapide bergab. Nach diesem Sommer wird sie mich nicht mal mehr nach einer Umarmung erkennen befürchte ich. Ich habe Angst.

Und ich habe mal wieder kein Bier mehr im Haus. Ein letzter Schluck für die letzten Worte, dann ins Bett, schnell tief schlafen, morgen viel schaffen. Ich muss um sechs aufstehen sonst schaffe ich das alles nicht. Es fühlt sich an, als wenn ich gar nicht mehr schlafen dürfte um es zu schaffen, den ganzen overload irgendwie abzubauen oder wenigstens in den Griff zu kriegen. Absturz. Partout.

Sehe den Chef aber morgen. Ich werde ihm sagen, warum ich Samstag vorm Urlaub noch da bin. Wer mich wie und wann blockiert hat. Soll sich keiner einbilden dass ich sowas auf Dauer mitmache. Jetzt einmal, aber nach dem Urlaub ziehe ich andere Seiten auf.

Schiffsverkehr in Schleife und lightly drunk. Sollte reichen zum schlafen.