Samstag, 13. August 2011
Ich bin so verkatert, dass es sich anfühlt, als wäre das We schon gelaufen. Mir fällt ein, dass ich diesen Zustand in den letzten Monaten fast täglich hatte. Schrecklich. Ich will das nicht mehr. Dieser Dauerdeprizustand. Ich erinnere mich noch genau wie aufgehörte zu kiffen. Ich konnte mir jahrelang nicht vorstellen ohne Tütchen den Tag zu beschließen. Ich machte mir schon Sorgen wie ich das den Rest meines Lebens durchziehen (ha!) sollte, wenn ich mal Kinder habe und so. Ach wie schön, was ich früher für Sorgen hatte. Jedenfalls war es mir auf einmal zuviel. Auf einmal mochte ich den Zustand nicht mehr. Von einem Tag auf den anderen. Und so ähnlich fühlt sich das jetzt mit diesem Maßlostrinken an.



Ob neidig so wie lesbig ist? ;-)

Ach Aehna_, ich gönne es dir doch.



Alles ok mit mir - ich konnte heute wieder Fußball gucken. Habe mir schön die zweite Halbzeit reingezogen, habe Luthe genossen, freue mich über Inui, beoachte jeden Ballkontakt. Schade dass es nicht für ein paar Punkte gereicht hat. Blöderweise mag ich St. Pauli.

Wie lange war ich nicht alleine aus. Heute war zum Üben. Es mag arrogant klingen, aber in meinem Alter bin ich die most attractive Singlefrau in der Stadt. Die anderen sind im Urlaub. Sagt mir ein Jugendlicher knallhart vorm Losgehen, ich solle nicht so naiv sein, die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden sei deutlich höher, als in meinem Alter noch einen Partner kennenzulernen. Sein Vater legt im Auto Poison/Alice Cooper ein. Ich bedanke mich.

Auf dem Heimweg kaufe ich mir ein Bierchen für zu Hause, für jetzt. Ich greife zum San Miguel. Den Urlaubsspirit festhalten. Ich bin wirklich runtergekommen im Urlaub. Eine Nachlese mit entsprechenden Fotos folgt.

Natürlich bin ich nicht im Minus. Dafür bin ich viel zu professional. Aber es wird eng diesen Monat. Studentenmonat. Nur noch morgen in neue Laufschuhe investieren. Danach dann nur noch mit reichen Freunden treffen. Ärzte und so. Gibts ja zum Glück alles. Ein Hoch auf die Freunde, aus denen was geworden ist.

Ich war heute kurz auf einem Geburtstag. Geschenk und Anwesenheit hat große Freude bereitet. Mir hats geschmeckt. Winwinsituation.

Mir wurde heute ein Dreier angeboten. Von der Aushilfe. Ich habe nicht ja und nicht nein gesagt, ich mag seine Freundin. Ich wäre dabei. Wenn es das Leben gut mit mir meint, geht da noch was. Ich verwöhn meine Aushilfen aber auch. Als er kam war die Arbeit schon von mir getan und als ich checkte wie verkatert er ist, habe ich Katerfrühstück besorgt. Ihn nach dem Essen nach Hause geschickt.

Und dann habe ich heute noch den Knaller erlebt. Ich durfte an einer Telefonkonferenz teilnehmen. Anderes Unternehmen, Geschäftsführungsebene. Ich hing da plötzlich mit drin. Hörte, wo die und die Gelder in dem und dem Maße hinfließen und hinfließen werden. Ein Laden bei dem ich sofort ja schreien würde wenn sie mich wollen würden. Der mir gegenübersitzende Teilnehmer legte irgendwann auf - jetzt käm nur noch Marketingquatsche, da können wir doch lieber noch ne runde reden. Wir verstehen uns so gut dass wir in wenigen Minuten sehr viel bereden können. Ich erzählte kurz von meinem Burnout und meinen (nciht wirklich definierten) Zielen und er sagte nur: da können wir was machen. Da wurde mir wieder klar: die jahrelange Maloche in dem Saftladen bringt mir Netzwerkvorteile an die ich sonst nie gekommen wäre.

Meine Mutter fehlt mir mehr denn je. Der Traum neulich, in dem ich alles mit ihr besprochen habe, ist überdeutlich. So ein krasser Stich ins Herz. Und morgen oder Sonntag werde ich sie treffen und es tut so weh wenn sie redet und keiner mitkommt. Das wünsche ich meinem größten Feind nicht. Es ist wahrscheinlich das Schrecklichste was ich je erfahren habe und werde. Ich habe heute noch bei irgendsonem jugendlichen twitteraccount (love them <3) gelesen, "irgendwann will ich auch mal für jemanden stark sein müssen" und ich denk mir nur---------------

Alles zu viel. Overloaded. Ich komme nicht mehr mit. Aber ich surfe auf den Scheitelpunkt des Nichts und tanze den Tanz auf dünnen Eis. Das kann ich. Grönemeyer "Bleibt alles anders" in Schleife.

Und natürlich sind Sie, meine werte Stammleser, zu meinem Mikroblogging eingeladen!



Donnerstag, 11. August 2011
Das Länderspiel macht mir irgendwie keinen Spaß. Ich weiß gar nicht woran es liegt. Ich habe mich auf ein einziges Bier heute Abend rationiert, aber das ist eher nicht das Problem. Ich schaue irgendwie gar nicht richtig hin. Kenne ich nicht von mir und Fussball, aber was solls.

Ich fühle mich gut. Es ist mir schon fast unheimlich, oder vielmehr: unbekannt. Ich wusste gar nicht mehr wie sich das anfühlt, wenn ich mich gut fühle. Der Urlaub hat mich wirklich auf Null gebracht. Ich habe eine Woche gebraucht um endlich mal wieder nach Monaten auf Null zu kommen, wahrscheinlich hätte ich dann noch zwei Wochen bleiben müssen, um ins Plus Kraft zu tanken. Das versuche ich jetzt trotz Arbeit. Die Arbeit läuft endlich wieder. Ich kann wieder arbeiten. Beantworte Mails, pushe Projekte, telefoniere hier und dort hin, bring mich in Besprechungen ein etc. Und schon spüre ich wieder wie mich dieser Saftladen fickt. Je mehr ich mich dort einbringe, desto mehr muss ich mich mit dem Laden identifizieren. Es ist zum Kotzen. Ab Oktober muss mehr auf dem Gehaltszettel stehen, sonst kann ich mir das selbst nicht mehr zurechtreben. Frau Geschäftsführung, es ist ok jetzt auf der Stelle, aber ich muss Ihnen bedauerlicherweise mitteilen, dass meine Seele deutlich teuerer geworden ist. Es kommen ab Oktober höhere Kosten auf Sie zu, wenn Sie weiterhin meine Seele kaufen möchten. Und dann werde ich richtig hoch pokern. So richtig übertrieben hoch. Letzten Endes will ich fünftausend mehr im Jahr.
Ich halte mich zurück mit privaten Verabredungen, mache aber fast immer relativ pünktlich Feierabend. Heute habe ich eiskalt für nächste Woche einen Termin für meine Mutter ausgemacht und in der Firma gesagt, dass ich dann und dann Mittags zwei drei Stunden außer Haus bin. Abends spiele ich Akkordeon oder gehe Laufen. Meine Beine habe ich im Urlaub so krass gestärkt, meine Lunge kommt bei dem Tempo was die Beine jetzt bringen können kaum noch mit. Würde ich jetzt aufhören zu rauchen wäre ich im nullkommanichts wieder bei zehn km unter fünfundvierzig Minuten. Aber ich höre ja noch nicht auf und mit km zählen will ich auch nicht mehr wieder anfangen. Ich fühle mich so zur Ruhe gekommen. Jetzt muss nur noch der ruhende Schlaf wiederkommen. Und es bleibt eine Restangst, dass das alles nur fake ist, nur vorrübergehend. Ich habe Angst davor, dass es mir bald wieder so schlecht wie ununterbrochen in den letzten Monaten. Das will ich nicht, das halte ich nicht nochmal aus. Und deswegen wurde Bier rationiert.



Sonntag, 7. August 2011
Die Erholung setzte vorgestern ein. Vorgestern als ich im Marrakesch Las Banderas den ganzen Mittag saß, Bierchen trinkend Haruki Murakami Sputnik Sweetheart auslas und im Hintergrund Röyksopp lief, ja, da setzte auf einmal die Erholung ein. Es machte richtig klick. Und jetzt zu Hause in der Küche sitzend geht es mir immer noch gut. Das tut gut.