Alles zu viel, Absturz, mit Tränen eingeschlafen, mit Tränen aufgewacht. Immer wieder der Gedanke mich einweisen zu lassen.
Ich habe ja letzten Sommer die Biografie von Robert E. gelesen und ich muss immer wieder sagen: das ist die beste Beschreibung von suizidalen Depressionen. Die Sache ist nicht, dass man nicht mehr leben möchte, es ist viel mehr, dass man sich selbst nicht mehr aushält. Es ist furchtbar. Man hat Angst um sich selbst. Jede Zelle im Körper schmerzt.
Im Büro wollten die Tränen weiterlaufen, doch gerade als ich anfing über die Option nachzudenken, jetzt rüber ins Büro vom Chef zu gehen und Bescheid zu geben, dass ich burnout habe, jetzt leider gehen muss, und nicht so schnell wieder komme, kam so viel Stress auf, dass ich meine Gefühle verdrängen musste. Telefon, Emails, Beschwerden, Dinge die geklärt werden müssen, Stress. Chef setzte sich zu mir, nachdem er im Vorbeigehen fragte, ob das We am Strand gut gewesen sei und ich nur antwortete, dass es schlecht gewesen sei und als sich unsere Blicke kurz trafen, als ich kurz vom Bildschirm aufsah, kämpfte ich noch mit den Tränen. Er setze sich zu mir. Ich ging direkt auf die Dinge ein, die wir zusammen klären mussten, nachdem ich in drei Sätzen vom We erzähle und damit beendete, dass ich auf Zickenkrieg nicht kann.
Ich burnoute wieder, denn ich da ist zu viel Arbeit. Ich depremiere wieder, denn das We tat mir nicht gut. Und dann fällt mir wieder nichts anderes ein, als mit Bier das alles runterzuspülen und so irgendwie die nächsten Tage zu überstehen.
overloaded am 28. September 11
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Höre heute wie über meinen Chef gesprochen wird: der würde ja für fünf euro auch seine Oma verkaufen. Später treffe ich ihn auf einem Megatermin, wir klären den nötigen Rest mit dem Veranstalter und als ich die Sektkorken knallen höre, flitze ich zur Bar und exe zwei Sekt-O. Noch ehe die Veranstaltung wirklich losgeht, zischen wir Bierchen. Genauer gesagt bestellt er Radler, musste noch fahren, ich Pils, hatte nen Fahrer dabei. Kollegen aus anderen Teams sind dabei und als die Getränke kommen, flüstere ich kurz zu, er solle bitte so tun als sei das Pils für ihn, er klärt das ganz souverän. Danke Cheffi. Eigentlich machte der Termin Spaß, halt son offizielles Zeugs in dem es um konktakten und guten Eindruck machen geht, und sowas kann ich blendend. Meine Stimmung kippte, als mir eine Kollegin aus einem anderen Team von ihrer Gehaltserhöhung erzählte. Sicherlich arbeite sie viel, aber nicht mehr als ich. Ich befürchte sie verdient nun das doppelte von meinem Gehalt. Das tut weh. Sie hat nicht mehr Personal- oder Projektverantwortung als ich. Mir gehts gar nihct ums Geld, erzähle ich aufgelöst zu später Stunde der Lieblingsfreundin am Telefon, mir gehts um die Wertschätzung. Ich fühle mich unendlich ausgenutzt. Aber mein Gehalt ist auch ein Witz (ich wiederhole mich...)
Ich hatte mcih auf das We gefreut, mit ein paar alten Freundinnen eine Runde in Südholland verbringen, aber seit gestern Abend fühlt sich auch das wie ein Termin an. Gestern Abend kam nämlich plötzlich ein Zickenterror auf, wer mit wem auf ein Zimmer geht. Wir sind keine sechszehn mehr, wir sind locker doppelt so alt und sorry, ich kämpfe mit burnout und der Entscheidung, Montag arbeiten oder in die Klappse zu gehen, ich habe mal gar keinen Bock auf sowas.
Jetzt sitze ich endlcih zu Hause, nach einem fünfzehn Stunden Tag, trinke zu viel Bier um morgen früh um sechs den Mädels hinterherzufahren und plane um. Erst mal bis acht schlafen. Dann losfahren. Und vielleicht nciht direkt zu den Mädels sondern erst mal einen Abstecher nach Antwerpen machen. Dort einfach abhängen. Einen Tag in der Stadt des frühen Diamantenhandels. Vielleicht einfach dort im Straßencafe abhängen. Gegen Abend dann zu den Mädels.
Ich texte spontan den Mann an, ob er spontan Lust hat auf einen Tag mit mir in der Stadt des Diamantenhandels. Er hat ncoh nicht geantwortet und ich befürchte, er ist nicht spontan. Uncooler Lonely Cowboy.
Ertappe mich dabei, wie ich an den Mann denke. Sicherlich bleibe ich nach wie vor cool und sehe die Sache gelassen. Er ist weder beziehungserfahren noch beziehungsfähig. Lonely-cowboy halt. Hat mir gesagt, er könne sich keine Beziehung vorstellen. Das würde ja schon von den Zeiten her nicht passen (er arbeitet im Schichtdienst). Strange, oder? Wie jemand der Mitte/Ende dreißig ist bei einer potentiellen Liebesbeziehung rechnet, ob es zeitlich passen könnte dass man sich oft trifft oder telefoniert. Statt einfach mal zu fühlen. Ganz verkorkste Sicht. Wie auf Früher hängengeblieben. Aber nun gut, so ist er halt und nun gut, ich erwarte nichts. Letzen Endes spüre ich ja, wie er mich mag und letztes Endes weiß ich ja, dass er eine verkorkste Sicht auf so Dinge hat. Und dass es ihm nicht um Ficken geht (machen wir auch nicht). (ok, ich bin ehrlich: noch nicht ;-)
Dennoch ertappe ich mich halt dabei, dass ich an ihn denke, zwischendurch mal. Und dass ich bald gern mal wieder in seinen Armen einschlafen würde. Und ihn spüren möchte. Und dass das mir gut täte. Dass ich dann nicht mit den Zähnen knirschen würde. Dass das Balsam für meine geschundene Seele wäre. Dass ich mich verbunden fühlen würde.
Ich schicke ihm jetzt einfach eine sms----------
overloaded am 23. September 11
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Mein Kiefer schmerzt den ganzen Tag, fühlt sich an wie verzogen. Der Rücken ist verspannt. Wahrscheinlich habe ich die letzten Nächte wieder mit den Zähnen geknirscht und meinen Kopf feste ins Kissen gedrückt. Es muss schrecklich sein wie sehr ich nachts verspanne. Möchte das nicht filmen.
Immer wieder dieses Zähnezusammenbeißen, immer wieder dieses Durchhalten. Rangnick müsste man sein, den Mut und vor allem das Geld haben um laut sagen zu können: ich kann nicht mehr, ich habe burnout, ich brauche eine Auszeit, ich ziehe mich zurück. Ich bin fast neidisch.
overloaded am 23. September 11
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