Ich hatte heute einen guten Flirt auf der Arbeit, da könnte noch was gehen. Aber ich bin so fertig, dafür war kein Platz mehr heute im overload. Immerhin geschickt auf nächste Woche zur Mittagessenverabredung verschoben. Der Typ ist süß, wenn auch ein paar Jährchen jünger als ich. Aber er kommt so verdammt professionell in seinem Job rüber. Hätte ihn locker auf mein Alter oder älter geschätzt, so vom Auftreten her. Mal sehen.
overloaded am 22. September 11
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Als man dann am We meinen Vater fragte, wie es ihr ginge, warum sie nicht mitgekommen sei, ob es nicht mehr ginge, antwortet er: armes Mädchen, sie ist so krank. Meine Mutter hörte wie mein Vater mir dies erzählte, blickte auf und fragte: Wer? Er sagte: Du. Ach, krank sei sie, davon hätte sie noch nichts gemerkt, entgegnete sie ihm. Ich sagte: das ist gut.
Was mich wirklich traurig macht am Schicksal meiner Mutter ist, dass sie noch nicht reif war für ein Ende ihres Charakters. Aber das ist nur meine Sicht, nur das was mich traurig macht. Sie sieht das vielleicht ganz anders. Oder vielmehr "spürt" das ganz anders.
Es ist egal wie viel ich darüber nachdenke, wie viel ich darüber schreibe, wie viel ich darüber spreche, wie viel ich darüber weine, ich komme zu keinem Entschluss. Ich muss es einfach hinnehmen, einfach akzeptieren. Letzen Endes tut es einfach weh.
Ich finds heftig, wie sehr mich ein zwei Stunden mit ihr, mit meinem Vater, runterziehen, wie krass schlimm ich direkt davon träume. Schweißgebadet aufwache und am nächsten Tag dünnhäutig und verletzlich mein Leben meistere. Im Nachhinein wird mir jetzt bewusst, wie sehr mich das die letzten Jahre, als ich sie mindestens einen langen Tag lang pro Woche betreut habe, fertig gemacht hat. Aber ich finde es gut dass ich das gemacht habe. Das war eine gute Zeit für uns beide. Ich werde nie wieder in meinem Leben so viel Mutter haben. Und wenn ich noch weiter drüber nachdenke werde ich wütend über die Menschen, die mich verlassen haben in der Zeit, weil sie das nicht mit mir durchstehen wollten. Andererseits auch gute Probe. So konnte ich mal wieder aussortieren. Die die geblieben sind, sind gold wert. Und ich glaube das bleiben sie noch eine lange Zeit.
overloaded am 22. September 11
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PMS und Überstundenwoche kommt nicht gut wenn zeitgleich. Kuriere mich mit Hopfen und Malz und bin dennoch in diesem Augenblick extrem angepisst, nicht wegen dem Scheißtag oder überhaupt dem ganzen Scheiß sondern weil ich genau jetzt gerade eben bemerkt habe, dass meine Umprogrammierung hier neulich gar nicht wirklich funktioniert hat. Ich wollte ja die Uhrzeiten bei Einträgen ändern, habe ich auch geschafft, aber ausgerechnet jetzt und heute sehe ich, dass das ja nur rechts bei Letzte Änderungen wie gewünscht angezeigt wird. Ich hätte das aber gerne direkt unter jedem tweet unter jeder Story. Kann mir jemand spontan helfen wo ich das eintragen muss? Find die Stelle im Quelltext nicht. Ich wäre so enddankbar für spontane Hilfe...........
overloaded am 22. September 11
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Habe geträumt ich hätte meinen Eltern angeboten bei mir zu übernachten, damit sie sich wohl fühlen. Mein Psychologe wird jubeln wenn ich ihm das erzähle.
overloaded am 21. September 11
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Heute bin ich mal wieder im Büro ausgerastet.
(Wie schön billig liest sich dieser Satz ;-)
Tränen in den Augen, mit den Füßen auf den Boden stampfend, Chef anschreiend. Wäre ich zehn Jahre jünger, hätte ich meinen Kopf auf den Schreibtisch geschlagen, aber man wird ja älter, man wird ja erfahren. Man weiß irgendwann, dass das dem Kopf nicht gut tut. [...].
Chef blieb zu cool für meinen Geschmack. Er ist verheiratet, und man munkelt er buche es ab unter Hormone/Frauen und statt mir irgendwas Nettes, was Wertschätzendes zu sagen, wie "Ja, alles scheiße diese Woche, aber Freitag Abend, wenn alles läuft, trinken wir uns schön einen" oder auch "ja, alles scheiße, aber komm, Sie wissen doch, ab nächster Woche wirds wieder ruhiger, dann machen Sie schön ein paar Mal nachmittags Feierabend", nein, er sagt stattdessen: "Wir sind nicht unterbesetzt". Ich hätte antworten sollen: nein, aber ich bin unterbezahlt. Aber das habe ich nciht mehr hinbekommen, ich war schon im Wahn, in meinem Gehirn waren schon die Botenstoffe zum Ausrasten ausgesandt. Das ist echt so mit Wut, ich habe mal was dazu gelesen, wenn irgendwelche bestimmte Botenstoffe im Gehirn losgehen kann man diese nicht mehr stoppen, das dauert dann so ca. 15 Min bis das wieder abgebaut ist. Das tickte in meinem Gehirn und die bösen Hormone freuten sich über ein Mitspielen, wurden schön getriggert, hatten ihre passende Plattform gefunden. Aber wir haben gelernt: bei pms hilft Bier. Und bei sechzig Stunden Wochen auch. Mach mal gerade noch eins auf.
Selbstverständlich habe ich gegen halb acht im letzten Termin nochmal alles gegeben und selbstverständlich wurde auch dieser erfolgreich. Es ist mittlerweile schon ekelig wie Profi ich meinem überzeugenden Lächeln bin. Vertriebsschlampe.
Chef schenke mir heute übrigens zwischendurch Schokolade, worauf ich nur ein "und fett werden soll ich auch noch" antworten konnte. Verletzte ihn, weil seine Strategie nicht ankam, aber sry Chef, ich gehöre nicht zu den fetten frustrierten Bürotussis die sie so ködern können. Trotzdem danke (habe beide Riegel sofort verspeist---------*Bitch) Letzten Endes mag ich den Chef.
Nach über zwölf Stunden arbeiten fahre ich nach Hause und besuche spontan meine Eltern. Ich gebe mir ja sonst nichts. Je kränker meine Mutter wird desto besser verstehe ich mich mit meinem Vater. Desto mehr geben wir uns gegenseitig. Er erzählt mir (gefiltert) von seinem Wochenende in München, meine Mutter hört meine Stimme, spürt meine Berührungen, umarmt mich mit den Worten, ob sie mich noch habe und kenne. Und wir umarmen uns minutenlang. Ich habe Angst vor dem Moment, in dem das nicht mehr geht, weil sie mich nicht mehr kennt und keine Nähe mehr zulässt. Aber seien wir ehrlich: sie wird mich bis zum Ende kennen. Ich glaube in ihrem Leben bin ich ihre einzige Verbündete.
Wir, mein Vater und ich, wuppen den ganzen Alzheinerscheiß glaub ich ganz gut. Die Pflege eines Alzheimererkrankten ist so unendlich intim...Mein Vater und ich können darüber sprechen. Ich erspare Ihnen Details....Letztes Endes glaube ich, das was jetzt ist, zwischen meinen Eltern und mir, zwischen ihnen, zwischen jedem von ihnen mit mir, letztes Endes ist es glaube ich, dass genau dieses Gefühl, der Umgang miteinander, diese Liebe, das ist was sie sich damals geschworen haben, damals, Ende der sechziger. Als sie die Träume für das Leben hatten, was sie gemeinsam erleben wollten.
Tränen laufen, denn ich weiß, ich bin der einzige lebende Beweis dafür. Für den jahrelangen Streit mit meiner Schwester hat mein Vater heute dem Rechtsanwalt alles übergeben. Und ich weiß, es tut ihm weh, aber er kann nicht mehr. Er ist am Ende, steht vor dem Trümmerhaufen seines Lebens.
Mit meinem Auto ist was nicht okay. Man kann diesen Stab zum Ölstand kontrollieren nicht mehr rausziehen. Ist irgendwie festgesetzt. Ich solle einen Termin in der Werkstatt machen, sagt mein Vater, aber halb so wild, der Wagen braucht nicht viel Öl, ich kann ruhig damit am We die sechshundert km abreißen und er freut sich, wie schön ich den Wagen äußerlich pflege. Und insgeheim tut es ihm vielleicht weh, dass da kein Mann an meiner Seite ist, der zwischendurch mal den Ölstand und Reifendruck misst. Ich habe für morgen eine Aushilfe drauf angesetzt. Der wird das schon klären.
Alles tut weh, alles zu viel. Und dennoch erfreue ich mich an den Umarmungen meiner Mutter, meines Vater, den Anrufen der Freundinnen, der Sonne zwischen den dunklen Wolken, an einem guten Lied, an guter Musik und letzten Endes an Hopfen und Malz.
In Schleife: Nine Inch Nails - Right where it belongs
overloaded am 21. September 11
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Überlege ja immer wieder ein Buch zu schreiben. Später, dann wenn ich im Lotto gewonnen habe und Zeit für sowas frei ist. Könnte über meine Mutter und Demenz schreiben, Titel wäre dann natürlich "Abschied auf Raten". Oder über Männer, all meine Stories, würde beginnen mit "Dumm fickt gut und ich hatte keine Lust mehr auf Akademiker". Jetzt spontan ganz neue Idee! "Die Mütter meiner Exfreunde". Ich glaube das wäre der Knaller.