Dienstag, 18. Oktober 2011
Burnout ist auch, sich über eine Seitenstrangangina freuen. Ja, so ist das, man freut sich dass man sichtlich krank ist und deswegen die nächsten Tage nicht arbeiten kommen kann. Alle sehen und hören die Krankheit.
Mir gehts wirklich verdammt schlecht, mein ganzer Kopf, mein ganzer Hals, alles entzündet. Brauchen Sie ein Antibiotikum, fragt die Leibärztin. Ja, oder sagen wir mal so: könnte ich jetzt eine Woche alles in Ruhe auskurieren, nein, aber das kann ich nicht.
Ich fahre ins Büro, arbeite so gut es geht vor, und es geht gut, fahre zwischendurch in die Apotheke, schmeiße mir noch im Auto die Pillen - nein, stop ich muss das schöner beschreiben. Ich verlasse also im Laufe des Vormittags das Büro, setze mich ins Auto, Musik an, Zigarette an, fahre Richtung Innenstadt zur Ärztin. Plötzlich fällt mir ein, dass ich unmöglich mit frischem Zigarettengestank bei der Ärztin rein kann. Also Abstecher nach Hause, liegt fast auf dem Weg. Ich wohne aber einfach auch sowas von zentral. (Ich erspare jetzt die Beschreibung wie schön ich wohne). Kurz zu Hause rein, Zähne putzen, Klo (ich gehe immer auf Klo wenn ich mal kurz zu Hause bin, ob ich muss oder nicht, hat doch einfach was heimeliges), Hände waschen, Chanel, raus, wieder losfahren. Vorher natürlich oberprofessionell "mal eben" in die kl Parklücke eingeparkt und dann natürlich genauso cool wieder rausgefahren. Ha! Ich habe gerade so einen Spaß an dem gr Auto! Wie lange hatte ich kein Auto und wie sehr brauche ich es auch eigentlich nicht, aber wieviel Spaß es mir zurzeit bringt! Herrlich! Also weiter in die Stadt. Auf Anhieb keinen Parkplatz gefunden. Bei der zweiten Runde schon mit Parkhaus angefreundet. Parkhaus voll. UTurn da, wo es eigentlich nciht geht, einmal abgebogen, kl Parklücke dann plötzlich doch frei, obersouverän eingeparkt, rausgesprungen, rein beim Arzt, Rezept und AU entgegengenommen und schnell noch ein weiteres Rezept bestellt (Schleimlöser, kann man als Raucher ja immer gebrauchen), kurz gewartet wie ein Privatpatient, raus, hin zur Apotheke, kurzes Gespräch mit Apothekerin über Zuzahlungen, Krankenkassen und sozialpolitische Entscheidungen im Gesundheitssektor (als Sowi kann man ja über alles mal eben kurz quatschen), zurück zum Auto und jetzt kommts: Kofferraum des gr Autos auf, eine der vielen vollen Volvicflaschen gegriffen, Antibiotikum reingeschmissen, halber Liter Volvic drauf, eingestiegen und mit Vollgas zum nächsten Termin, justintime angekommen, innerhalb von fünf Minuten alles klar gemacht, zurück ins Büro, Kollegin endglücklich über mein Geburtstagsgeschenkt. Und dann habe ich ihr eröffnet, dass ich jetzt erst mal ein paar Tage krank sein werde und nicht komme :-) Herrlich! What a day!! Noch dazu ein Montag!! Aber jetzt bin ich echt fertig. Mir bleiben nur wenige Tage zum auskurieren. Als ich um acht vom letzten Termin abhaue rufe ich direkt die Bierfreundin an, ich komme vorbei, Krankenschein feiern, ja, auf ein Bierchen, ja, bin ich fünf Minuten da. Und da feiern die Bierfreundin und ich meinen Krankenschein. Sie freut sich unheimlich für mich mit. Danach zu Hause bearbeite ich Firmenmails und höre dabeibackdoor_fm. Ist klasse, macht Spaß.



Samstag, 15. Oktober 2011
Manchmal überlege ich mir schon mal Todesanzeigen für meine Eltern. Quasi schon mal vorab damit ich damit keinen Stress später habe, wenn ich endlich zu Grunde gehe. Sie, werte Leser haben wahrscheinlich schon erkannt, dass ich nur für die gute Lebensidee meiner Eltern lebe. Sie und mein Psychologe ;-) Vielleicht ist das auch eine gute Therapie für mich, wenn ich jetzt schon mal abschließe.
Für meine Mutter hatte ich bisher immer irgendwas von Grönemeyer im Sinn, aber eben ist mir was neues eingefallen, was von lao tse: "Den Guten behandle ich gut, und den Nicht-Guten behandle ich auch gut, so erlangt er Güte." Ja, das passt, das ist stimmig.
Wohl oder Übel komme ich aus einer streng katholischen Familie (!) und ggf wird ein Bibelzitat die Anzeige einrahmen. Ich kann ncoh nicht einschätzen inwiefern ich dann Einfluss darauf haben kann. Hängt davon ab wer zuerst stirbt. Wenn meine Mutter zuerst stirbt, wird mein Vater vielleicht kurz blöd schauen wenn ich mit Grönemeyer oder Lao Tse ankomme, aber letzten Endes wird er mir wahrscheinlich die Wahl überlassen. Weil er weiß, dass er mit ihr end-verbunden ist, aber nicht an die enge Bindung rankommt, die ich zu ihr habe. Wenn mein Vater zuerst stirbt, habe ich frei Wahl, da stehe ich dann eh alleine da. Da weiß ich auch noch nicht genau. Mir schwebt sowas selbsterfundenes vor: "Wer ihn wirklich kannte, kannte sein großes Herz". Jedenfalls wird es bei ihm auf der Beerdigung einen Saxophonspieler geben der auf dem Friedhof erst traurige und dann später fröhliche Musik spielen wird. Naja, mal sehen.

OMG. Was geht hier ab. Nur noch Depritexte. Wird Zeit dass ich mal wieder einen Typen aufreiße und von heißen Nächten, Sex, Drugs & RockNRoll erzählen kann. Oder endlich die Tittenfotos ausm Urlaub poste. Letztendich: TGIF



Freitag, 14. Oktober 2011
Ich habe einfach wieder viel zu maßlos getrunken. Dieses maßlose Betrinken mit Ketterauchen. Mich fuckt die Arbeit so ab. Ich mache mir Gedanken darüber, warum ich mich so ankotzen lasse. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ich so mit mir umgehen lasse. Das war bei allen drei letzten Jobs so. Sicherlich habe ich Pech, erst mit Vorgesetzten, dann mit Kollegen, sicherlich ist das ein Saftladen, aber ich bin traurig über mich, weil ich mich nicht wegbewerbe, weil ich nicht selbstbewusst in Konflikte gehe, weil ich mich beruflich nicht weiterentwickel. Warum. Weil ich keine Kraft dazu hatte. Und jetzt fühlt es sich, als wenn es schon zu spät sei, als ich wenn ich schon so sehr von Arbeit abgefuckt bin, dass ich fast Angst bekomme, dass irgendwann bald der Punkt kommt, an dem ich gar nicht mehr arbeiten kann. Ich habe Angst richtig abzustürzen und unterzugehen.