In 2011 habe ich einmal ein posting nicht geschrieben sondern am Telefon erzählt. Ich hatte mit der, der ich es erzählte nie vorher gesprochen. Das Telefonat begann kurz mit ein paar Telefonatbeginnfloskeln und dann habe ich die ganze die Story erzählt. Ich erinnere mich gar nicht mehr richtig, aber ich habe einfach eine dreiviertelstunde lang gesprochen und die - wirklich erzählenswerte - Story erzählt.
Habe jetzt gerade eben wieder jedemanden zum Telefonieren eingeladen und habe Angst, dass derjenige sich nciht sich traut....
Meine nächste Telefoneinladung wird an @violinista gehen, und ich möchte nicht erzählen, sondern Akkordeon spielen.
Mist, ich bin schon wieder krank. Hals entzündet und die Bronchien sind - ja, was sind die Bronchien denn eigentlich? Angeschlagen, wäre ein unpassendes Wort. Den Bronchien, der Lunge, denen geht es schon lange nicht mehr gut. Ich weiß genau was es wieder ist, ich weiß dieses Mal sogar den Augenblick als mein Körper rebellierte und alles zu viel wurde. Gestern Abend, halb sieben, bei der zweiten oder dritten Zigarette in Kette vorm Essen, obwohl das Essen schon längst fertig war. Nach dem Sport und der Sauna hätte ich einfach nciht direkt ein Bier aufmachen müssen, nicht direkt dazu ne Kippe anzünden müssen, mich nicht am Telefon verquatschen müssen, ich hätte einfach Wasser trinken sollen, das Telefonat verschieben sollen, die heiße Suppe essen und dann mal weiterschauen. Dann wäre mein körperlicher Zustand vielleicht nicht umgeschlagen.
Sicherlich lag es an der mal wieder so maßlosen Trinkerei (und damit einhergehende Kettenraucherei) an den letzten Tagen, am Tag davor, vorgestern. Ich trinke nicht nur maßlos wenn es mir extrem schlecht geht, sondern auch wenn es mir extrem gut geht. Es ist irgendwie sowas von wegen das Gefühl festhalten. Und dann sitze ich hier alleine in meiner Küche und schreibe und trinke und rauche und will alles festhalten.
Ich könnte jetzt noch über die ganze Silvesterproblematik schreiben, aber ich gehe schnell wieder ins Bett eh noch ein Bier aufgemacht wird etc.
Blick nach vorn üben: jetzt erholsam schlafen und ganz bald wieder gesund sein.
overloaded am 30. Dezember 11
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Letzten Endes sitze ich auf meiner Bank in der Küche, auf meinem Platz und schaue mir die Deko und den Spülberg an. Als ich die letzten Teile aufräume, am Ende das Geschenk die Flasche Mythos (griechisches Bier) fällt mir auf, dass sich der Ex nicht gemeldet hat. Da waren zig Mails, sms und Anrufe, aber der Ex, also der Nerd von damals, der war nicht dabei. Der mit dem ich den traumhaften Urlaub damals in Griechenland hatte, der mit dem ich für den Rest meines Lebens durch Dick und Dünn gegangen wäre, ja, genau der, der nie sagte, nichtmals als es hart auf hart kam, dass er mich an seiner Seite schätzt. Ich denke nur noch selten an den Nerd, aber wenn, dann tut es immer noch verdammt weh. Es war einfach Liebe.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein so schönes Weihnachten erlebte, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal an zwei Tagen sponatan so viele sich nciht kennende, aber mir am Herz liegende Menschen eingeladen habe, und mir so schöne Stunden bereiteteten. Dieser Jahresendspurt ist der Knaller. Und noch vor einer Woche hatte ich Angst vor Stimmung an Weihnachten und wusste nciht was ich mit meinem Geburtstag machen sollte. Und das ist es, diesen erwartungslose, das ist das was mir dieses Jahr zur Weihnachtszeit so viel eröffnete.
Als ich gestern mit meinen Eltern beim Essen zusammen sitze, will meine Mutter meinem Vater und mir was erklären, aber sie kann die richtigen Worte nicht mehr finden und auch nicht mehr in Sätze zusammenfügen. Sie sieht uneheimlich schlecht aus, die Augen so klein, die ganze Zeit halb geschlossen. Seltsamerweise ist sie gut gelaunt. Irgendwas passt nicht zusammen und ich frage meinen Vater was los sei. Sie bekommt jetzt noch ein Medikament, eins für gute Laune. Im ersten Moment bin ich schockiert. Ich suche die Packungsbeilage und lese, es ist ein Medikament für A.patienten die agressiv anderen gegenüber sind. Meine Mutter ist null agressiv. Im ganzen Krankheitsverlauf war sie nur einmal, vor Jaahren wütend und hat ein Glas durch das Wohnzimmer geschmissen weil mein Vater sie irgendwie geärgert hatte aber ansonsten ist sie lieb, die ganze Zeit. Sie geht nicht an den Herd oder zerstört irgendwas oder sonst was. Sie sagt dann: nein, dass kann ich nicht. Ich weiß nicht genau was agressive A.patienten machen, aber ich weiß dass meine Mutter nicht agressiv ist und auch nicht irgendwas macht, was daneben gehen könnte (Kerzen an oder sowas).
Nach dem ersten Schock über dieses krasse Medikament wird mir plötzlich klar, es geht nur noch darum es erträglich zu machen, für sie und für uns (und für die Pfleger in der Tagespflege, die das Medikament initiiert haben..). Sie fängt an uns was zu sagen. Sie schafft es in einem Satz auszusprechen, dass sie uns liebt aber ich verstehe den Rest nicht wirklich. Ich verstehe nicht ob sie sagen will, dass das ok ist wenn sie drei Tage in der Woche in der Tagespflege ist oder ob sie es dort nicht aushält. Es kann auch sein dass sie uns sagen wollte, dass sie in ein Heim will. Das sei jetzt einfach so, sagt sie, sie könne nichts dafür, aber so, jetzt gut, ok. Ich hätte das direkt aufschreiben müssen, ich krieg das Kauderwelsch jetzt nicht mehr zusammen.
Jedenfalls war der Abend gestern schön soweit. Irgendwann sitzen wir drei zusammen im Wohnzimmer nah beieinander auf der Couch, die Kerzen am Tannenbaum brennen langsam runter, ich lese meinem Vater aus dem Buch vor was ich ihm schenkte, wir beobachten was im Haus gegenüber so passiert und trinken das Bierchen aus. (Seltsamerweise betrinken wir uns nicht und ich kann sogar noch Autofahren.)
Als mein Vater kurz das Wohnzimmer verlässt sprechen meine Mutter und ich irgendwas, sie sagt ich sei doch immer nett und noch irgendwas und ich fange an zu weinen. Plötzlich ist sie für ein paar Augenblicke total klar. Zwei drei Minuten lang. Sie fragt was denn los sei und ich müsse doch jetzt nicht weinen und traurig sein, warum denn, nein, wegen ihr doch nicht. Ich kann das jetzt gar nicht wiedergeben aber sie schaute mich einfach völlig klar an und redete tröstend auf mich ein. Dann nahm sie mich in den Arm und ich konnte aufhören zu weinen.
Ich verstehe das menschliche Gehirn nicht. Da ist alles kaputt aber irgendwo müssen noch Resourcen sein so dass der Mutterinstinkt noch funktioniert wenn es sein muss.