Die Sache ist die: mittlerweile sind beide Omas verstorben und meine Mutter.... kann auch nichts mehr überliefern. Meine Tanten sind geizig in punkto Wissensmanagement, die verraten nichts, oder ändern Rezepte bei Weitergabe heimlich ab, die Hexen.
Kurz vor Weihnachten erzählte ich meinem Vater, dass es sich schlimm für mich anfühlt, keine Rezepte überliefert bekommen zu haben. Er fragte, welche ich denn hätte. Ich zählte auf: Tortenboden, Waffeln, Berliner Brot, Spritzgebäck, Zitronenkuchen (mit echter Zitrone), Käsesuppe, einfache Plätzchen, Marmorkuchen.
Das sei doch eine ganze Menge, antwortete er , das sind doch fast alle Klassiker.
overloaded am 25. April 12
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Rezept Tortenboden
Liebe Leser,
Sie finden hier ein Rezept für (Obst-)Tortenboden. Es ist einfach, gelingt immer und ist seit drei Generationen (soweit ich zurückdenken kann) überliefert:
125 g Margarine
75 g Zucker
2 Eier
1 Päckchen Vanille-Zucker
200 g Mehl
2 getr. Esslöffel Backpulver
2 EL Wasser
Bei 200 Grad zwanzig bis dreißig Minuten Backen. Nach Abkühlen mit Kirschen, Erdbeeren, Stachelbeeren - was auch immer belegen und bei Interesse mit Tortenguss überziehen.
Falls Sie über google hier gelandet sind: Sie finden auf dieser Seite keine weiteren Rezepte. Rezept einfach abschreiben und wegklicken.
Kennen Sie auch diese Firmenmails, die beginnen mit "Aus gegebenen Anlass..."? Bei mir kommen die immer rüber wie von oben vorgegeben und letztendlich geht es immer um ein Thema und eine Lösung, die schon kenne.
Wenn ich eine Mail lese, die so anfängt, fange ich immer direkt an zu lächeln. Fange ich immer direkt an die Info zu belächeln. Egal. Aus gegebenen Anlass wollte ich mal eben ein Rezept posten. Ich suche es mal eben raus und dann gehts los!
Gibt es so Mails eigentlich nur in meinem Saftladen?
Ich habe meine Mutter vorhin besucht und ich habe jetzt noch ein Bier aufgemacht und ich weiß, wenn ich jetzt den Besuch aufschreibe, denke ich mich rein, weine in ca. 10 Minuten schlimm und verzweifelt. Und deswegen schreibe ich es nicht auf. Ich habe es irgendwie geschafft nicht direkt im Krankenhaus zu weinen und auch die Autofahrt über konnte ich mich ablenken. Zu Hause ging sofort das Telefon (mein Vater) und jetzt denke ich mir: das zieht mich nur runter, das hilft und ändert nichts.
(Wie klasse wär das, wenn alles Traurige, über das man so verzweifelt weint, sich genau dadurch bessern würde.)
Ich habe es wieder getan, ich habe wieder mit dem alten Mann geschlafen. Ist jetzt nicht so, dass ich nciht schon besseren Sex erlebt hätte, aber es war gut. Es ist gut wenn er in meiner Nähe ist. Ich kann ihn einfach gut um mich haben. Er ist einfach da und es ist einfach gut. Und wir leben in völlig verschiedenen Welten. Und er fehlt mir immer danach, immer wenn ich Zeit mit ihm verbracht habe, fehlt er mir hinterher. Wird so ein zwei Tage anhalten, nehme ich an. Ob er mich hätte fahren lassen, wenn ich nicht schon so gut angetrunken gewesen wäre, frage ich mich. Frage ich ihn, wenn er mich nächstes Mal anruft.
Und sonst so? Schlechtes Gewissen weil ich meine Mutter heute nicht besucht habe. Sie wird nach drei Monaten (?) kommende Woche aus dem (dritten) Krankenhaus entlassen, mein Vater hat das Haus umgebaut, denn Treppe steigen geht nicht mehr. Ich starre auf das H96 Spiel während die Tränen laufen.