Daniel lässt meine Hormone tanzen. Und die Bauarbeiten wurden heute nicht abgeschlossen, heute war nicht der letzte Tag.
Da ist immer wieder ein kurzes Gespräch in Zigarettenlänge, da sind immer wieder Worte die mich beeindrucken für sein Alter, getoppt von kurzen (Augen-)Blicken in denen alles explodiert und die mich zum Spinnen bringen. Augenblicke in denen es völlig klar scheint, dass wir zusammengehören, dass es das mit uns ist. Wenn ich runterkomme, abkühle, klaren Kopfes bin, ist rational alles einfach erklärt: der Junge ist viel zu jung, da ist nichts außer ein Hormonknall, da ist keine Zukunft möglich, er ist zu jung oder ich bin zu alt, whatever, es geht nichts und es wird nichts, ich spinne nur rum, von Hormonen, Sonnenschein und Sehnsucht gesteuert.
Ich fühl mich wie auf Droge. Großartiges Kopfkino zeigt mir den Film von den unglaublichen Liebesgeschichten, die jeder zum Scheitern verurteilte ehe sie anfingen, bei denen aber die beiden Protagonisten einfach zusammen gehörten und das von Anfang an wussten.
Vielleicht sollte ich mich jetzt einfach mal darum kümmern eine Weiterbildung zu buchen oder ein paar Bewerbungen schreiben. Irgendwas machen, bei dem was geht, was mich voran bringt. Ablenken von Hormonen, Männern, Sehnsucht.
Aber heute geht nichts mehr außer Augen schließen und träumen.
Bier. Ja, die Sache mit dem Bier. Ich freue mich auf morgen. Morgen bin ich hoffentlich ausgeschlafener und nicht verkatert.
Das We war eine kleine Nummer zu heftig. Ich habe den Bogen dieses Mal wohl dann doch mal wieder ein wenig überspannt. Genau genommen war allerdings kaum ein schlimmes Ereignis dabei. Bis auf die standard-schlimmen Sachen, wie beispielsweise die Situation bei meinen Eltern. Richtiger Schocker war eigentlich nur der Nerd, den ich frisch verliebt mit seiner Neuen sah. Frisch verliebt händchenhaltend, rumturtelnd. Uff, der Anblick war ein Stich ins Herz. Mein Herr Lieblingsaushilfe brachte das heute auf den Punkt: es geht nicht um den Nerd, den wolle ich ja nicht mehr und damit bin ich auch ok, es ist vielmehr dieses "So-glücklich-möchte-ich-auch-sein". Er fügte hinzu, dass er sich das so anschaut was ich so treibe und es sähe traurig aus. Ja, traurig. Ist es auch. So im Nachklang. Wie gesagt, ich habe nach dem Urlaub den Bogen gut überspannt. Downshifting ist angesagt. Die nächsten Tage und auch am nächsten We.
Letzten Endes versuche ich jetzt aber mir keine Vorwürfe zu machen und rede mir das alles vielleicht auch ein bißchen zurecht, aber ich finde es ok:
der Urlaub war so super klasse, dass der ganze Scheiß hier sich noch scheißiger anfühlte wie vorher. Diese Differenzerfahrung. Wie erstaunt und verwundert ich darüber war, wie glücklich ich mit mir sein kann.
Die letzte Woche auf der Arbeit war oberstressig und scheiße. Nach der 55Std. Woche dann zu meinen Eltern. Nette Leute waren da, keine Frage, aber der bittere Beigeschmack nicht nur von der Krankheit meiner Mutter auch der, der ganzen Familie, dieser ganze Scheiß da all die Jahre. Dann völlig fertig zum Festival. Den Nerd mit der anderen gesehen. Weder auf die Musik noch auf die Leute klarkommend war dann auch wieder dieses Aliengefühl wieder da. Für mich ist kein Platz. Alles versucht schön werden zu lassen, mit Bier, mit Locationwechsel, mit Flirts, mit lustigen Thekengesprächen auf drei Sprachen. Und irgendwie war ich dann um vier soweit, dass ich mir den hübschen, selbtbewussten jungen Mann mitnehmen musste. Zugegebenermaßen wirklich jung. Was solls. Es hat gefallen und es tat ein bißchen gut. Und all die anderen Bierchen, Flirts, heißen Küsse, gute Gespräche , interessante Bekanntschaften, Telefonnummern und Tänze am restlichen We genauso. Also, was solls. Klar, da ist viel nur Schall und Rauch, aber genaugenommen war ich auch nicht für mehr zu gebrauchen. Einfach mal treiben lassen, einfach mal gehen lassen, einfach mal nehmen was man gerade braucht. Nicht weiterdenken als den Moment.
Weiß nur noch nicht wie ich terminlich die ganzen Dates auf die Reihe kriegen soll ;-)
Die Ereignisse überschlagen sich und ich komme mit dem Erzählen nicht hinterher. Bin kurz davor, dass ich selbst nicht mehr hinterher komme. Fast alles zu viel (des Guten). Ein Ereignis, ein Eindruck, ein Fick jagt den nächsten. Bräuchte jetzt eigentlich Ruhe oder Schlaf oder irgendwie sowas, aber es geht direkt weiter. Immerhin zum Sport.
Der Höhepunkt - im wahrsten Sinne des Wortes - der letzten Tagen, Nächte, Stunden war jedenfalls der junge Mann mit den langen, glatten Haaren und der samtweichen Haut und dem wunderschönen Penis, den ich gestern kennenlernte. Schade dass er nicht zum Frühstück geblieben ist, aber wahrscheinlich war das für ihn auch alles ein bißchen zu viel des Guten.
Orrrr, Hormone und Sommer in dieser Kombination machen mich verrückt!!!!!!
overloaded am 07. Juli 12
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