Donnerstag, 6. September 2012
Sie müsse sterben, sagte meine Mutter der Pflegefrau neulich.



Mir gehts gerde so gut, ich weiß gar nicht was ich dem Psychologen gleich erzählen soll. Unabhängig davon, dass ich gar nicht weiß wie ich dahinkommen soll. Und irgendwie auch gerade aus Versehen ein Radler getrunken habe. Hm.



Mittwoch, 5. September 2012
Vier Stunden. Vier Stunden hat es heute gedauert, bis meine Mutter auf mich reagierte. Oder in der Lage war, mir eine Reaktion, ein Zeichen zu geben. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet. Es geht ihr schlecht. Mir wird erzählt, dass sie neulich sagte, sie müsse sterben. Und genau den Eindruck hatte ich heute. Sie ist fertig, sie ist durch. Nichts zaubert ihr mehr ein Lächeln ins Gesicht, auf nichts möchte sie noch reagieren.
Wir planen mit der aktuellen Pflegefrau einen längeren Zeitraum, wie machen wir das mit Weihnachten, ihrem Urlaub, ihre erneute Anreise bei der sie ihren Hund mitbringen möchte und soll, und ich denke mir: was planen wir da überhaupt noch. Wir haben September.

Nach dem Abendessen räumt mein Vater die Küche auf, die liebe Pflegefrau räumt im Garten meine Sachen zusammen, ich gehe näher zu meiner Mutter, nehme sie feste in den Arm, streiche meine Wange über ihre, spreche sie leise flüsternd an, sage: ich kuschel dich noch ein bißchen, ist gut, ja? Sehr gut, antwortet sie.



Sonntag, 2. September 2012
Überlege was ich mit dem Tag anfangen soll. Fest steht: ich muss irgendwann an was zu Essen kommen, Ressourcen zu Hause sind aufgebraucht. Bis zur Tanke laufen habe ich heute schon hinter mir - das ist anstrengender als ich dachte. Dönerladen ist ähnlich weit. Ich könnte gleich mit dem Taxi in die Stadt fahren, an der Bank vorbei, dann in die Kneipe, dort Fußball gucken, Essen, Bierchen. Würde locker insgesamt vierzig/fünfzig Euro kosten. Hm.
Leider kommt die Sonne kaum noch auf meinen Balkon. Klasse wäre also auch irgendwas mit abholen lassen und in die Sonne gebracht werden. Nur vom wem? Von einigen Freunden und Bekannten weiß ich schon, dass sie verplant sind (Aktionen bei denen ich nicht mitmachen kann). Die Bierfreundin ist bestimmt zu faul zum Rausgehen. Der ist Sonne nicht so wichtig. Ein Date wäre klasse. In Zweisamkeit Sonne genießen. Ich könnte dafür sogar jemanden abrufen, aber der hat kein Auto, also liefe das auch auf Taxi hinaus und dann kann ich auch besser Fußball gucken fahren.

Ich will joggen gehen. Menno. So langsam nervt die Verletzung.



Manchmal schaudert es mir wenn ich morgens die Seite hier öffne, was ich abends so in Bierlaune geschrieben habe. Meistens ist es dann aber doch nicht so schlimm :)