Heute hatte ich ein gutes Gespräch mit meinem Vater. Ich erwischte ihn endlich mal wieder alleine. Als ich ankam, sah ich ihr Auto da stehen, aber sie war nicht da. Sie kommt erst später wieder. Endlich mal wieder meine Eltern und ich alleine. Wie das Essen gewesen sei, fragte mein Vater direkt. Er rief mich Donnerstag kurz an und fragte ob ich zum Essen kommen möchte und da erzählte ich ihm kurz, dass ich mit dem älteren Kollegen zum Essen verabredet sei. Bevor ich ihm alles erzählte, bat ich ihn, dass er das bitte für sich behalten solle. Wem solle er das denn erzählen, fragte er. Ihr, antwortete ich. Es kam mir vor als hätte er auch schon darüber nachgedacht, was er ihr erzählt und was nicht. Er sagte irgendwas von wegen dass er ihr bewusst nicht davon erzählt hatte. Später schob ich nochmal kurz ein, dass ich dankbar wäre, wenn alles was wir besprechen unter uns bleibt. Es war gut und er hat verstanden.
Zu dem Date begann er mit Sorgen, die er sich schon gemacht hätte - ach nee, er wolle jetzt doch nichts dazu sagen. Doch, sag doch bitte, ist mir doch wichtig, was hast du gedacht?, bat ich ihn. Ja, so auf der Arbeit was anfangen, da muss man aufpassen. Und ich dann erzählte ich ihm von ihm und von dem schönen Abend und wie gut ich das alles auf dem Schirm und im Griff habe, dass da nichts überstürzt wird, wir uns nichtmals umarmt haben (ich ihn nichtmals umarmt habe) usw. Was ich über ihn erzählte fand mein Vater glaube ich sehr symphatisch.
overloaded am 04. Januar 14
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Gestern war wieder zu viel Bier. Total panne. Ich kam von einem schönen Abend nach Hause. Die Freundin (die, mit den kl Kindern) wollte eigentlich mit mir ins Kino gehen, der Film war aber voll und die anderen Filme sagten uns nicht zu. Also haben wir uns in eine schöne Bar gesetzt und in aller Ruhe lang und ausgiebig gequatscht. Es war herrlich mit ihr alleine einfach mal wieder in Ruhe zu reden. Ich kam glücklich und müde nach Hause und hätte gut direkt ins Bett gehen können. Und dann kommt immer dieser Moment, wo ich statt ins Bett in die Küche gehe. Ich will dann irgendwie dieses schöne Gefühl noch festhalten, was aufschreiben - irgendwie so. Ich überlege immer wieder genau nach, was in dem Moment bei mir im Kopf passiert, wenn ich noch nicht schlafen gehen will und lieber noch ein Bier aufmache. Es bleibt dann natürlich nicht bei einem (wenn mehr da ist). Ich möchte das so gerne ändern, ich bin eigentlich schon so satt von dieser Besauferei. Aber ich kriege es nicht hin.
Naja, Jahr hat ja gerade erst angefangen. Wird schon.
overloaded am 04. Januar 14
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Ich würde gerne alles genau aufschreiben, wie das war, das erste Date außerhalb der Arbeit. Mit dem älteren Kollegen. Es war wundervoll. Ich möchte gern alles en Detail erzählen, wie es dazu kam dass wir nicht in der Stadt der Arbeit (wo er auch wohnt) sondern in meiner Stadt (fünfzig km Entfernung), in meinem Viertel, in meinem barrio ausgingen. Er mich abholte. Ich im ersten Restaurant mich direkt umdrehte und ihn mit einer kurzen klaren direkten Ansage rausschob. Weil ich den Ex, den Nerd, dort sitzen sah. Wie meine Knie weich wurden und ich dann im nächsten Restaurant doch Bier bestellte und die ersten Schlucke so runterexte, obwohl ich mir eigentlich überlegt hatte, den Abend über kein Bier zu trinken. Ich würde gerne aufschreiben über was wir uns stundenlang beim Sushi unterhielten, wie er mich dazu brachte vorsichtig dieses und jenes zu probieren, wie wir uns zwischendurch immer wieder berührten. Wie zart er ist. Wie schön es war neben ihm herzugehen, neben ihm zu sitzen, mit ihm zu sprechen. Wie er danach noch ein richtiges Bier trinken wollte und wir in der Bar saßen, die ursprünglich der alte Sportfreund aufgebaut hatte. Wie ich ihm in fünf Sätzen erzählte, warum ich Angst vor Weihnachten hatte und wo ich herkomme, aus welcher Familie. Wie schön es war in seinem Bus zu sitzen. Wie gerne ich mich einfach dort hinten reingelegt hätte. Wie er zum Abschied sagte, dass das ein sehr schöner Abend gewesen sei. Ob wir das jetzt öfter machen. Und ich mit ja antwortete.
Gern würde ich alles en Detail aufschreiben. Schon alleine um es später, irgendwann, nachlesen zu können. Aber es ist zu viel, zu krass, zu intensiv, zu umfangreich, zu detailreich. Oder einfach nicht in Worte zu fassen.
Ein Gefühl ist mir jedoch wichtig zu beschreiben. Die Lieblingsfreundin hat es in einem kurzen chat direkt verstanden. Es geht um das Gefühl, wie es ist wenn man mit ihm das erste Mal in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Und es war in diesem Fall einfach hier, bei mir, wo mich jeder kennt, wo ich jeden kenne. Wie fühlt es sich an sich mit ihm in der Öffentlichkeit sehen zu lassen?
Gerade bei ihm war ich gespannt auf dieses Gefühl - ist er doch nicht irgendein gutaussehender, junger, dynamischer, durchtrainierter Traummann. Oder ein hier bekanntes Gesicht ("Die overloaded war mit dem und dem im [Kneipenviertel] unterwegs"). Ich habe mich das nicht direkt vor dem Date oder so gefragt. Nicht bewusst. Es fiel mir irgendwann später ein. Und ich stellte fest: es war gut. Ich habe gar nicht drüber nachgedacht. Ich habe es einfach genossen mit ihm Zeit zu verbringen, ihm mein Viertel zu zeigen. Und genau jetzt denke ich mir: vllt ist man auch irgendwann durch mit diesem Gefühl. Wobei es dennoch so ist, dass wenn mich jemand gesehen hat, das schon Gerede gibt - um es auf den Punkt zu bringen: man könnte denken ich sei mit meinem Vater unterwegs gewesen. Ach so ein Quatsch, und ist auch egal. Und dennoch: ich mache mir Gedanken. Nicht was andere denken, sondern was das ist (oder auch nicht).
Aber vielmehr regiert zwanzigvierzehn: was sich gut anfühlt ist gut. Gut fühlt es sich an, wenn ich bei mir bin. Wenn ich mein Handeln verantworten kann, wenn ich auf mein Handeln vertrauen kann. Und das geht verdammt gut gerade!! Der Abend war voller Blickkontakt, ein paar Berührungen hier und da, aber! Ich habe ihn weder zur Verabschiedung umarmt noch geküsst noch zu mir nach Hause eingeladen. Als hätte ich letztes Jahr die Übung gebraucht, nicht mehr jeden direkt mitzunehmen und jetzt kann ich von diesem Training zehren.
So irgendwie............
Ich finde das gut, zwanzigvierzehn.
overloaded am 01. Januar 14
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