Samstag, 11. Januar 2014
Der ältere Kollege spinnt. Mindestens genauso sehr wie ich. Mir war gar nicht klar dass jemand mindestens genauso sehr wie ich spinnen kann.

Und wenn er vor mir steht und wir so unendlich viel bereden müssen, will ich ihn einfach nur anfassen. Anfassen, berühren, umarmen, mein Gesicht in seinen grauen Bart kuscheln, ganz nah sein-------------- Ich bleibe ziemlich cool, habe ihn bisher nichtmals umarmt (in 2012 hätte ich ihn längst in mein Bett gezogen), und heute konnte ich nicht anders, ich musste ihn irgendwann einfach berühren und sagte was zu ihm und streichelte ihn dabei am Oberarm. Am liebsten hätte ich gesagt: umarme mich! Aber man kann ja nicht immer alles sagen.

Wir reden darüber dass man nicht immer alles sagen kann.

Er hat erfahren, dass ein Pferd tausend euro im Monat kosten würde und war sehr erschrocken über diese Information. Ein Freund von ihm hat ein Pferd (oder die Tochter) und der hat ihm das so gesagt. So ein Schwachsinn. Mein Pferd wäre nicht so teuer. Ich wünsche mir ein Shetland- oder Islandpony was auf der Weide (mit Unterstand) stehen würde, da käme zwei mal im jahr der Schmied, hinzu kommt eine Runde Heu und Kraftfutter und gut ist. Er plant schon Haus und Hof und Pferd und Hund und Hausschwein (hätte er gerne). Und jetzt kommt´s. Wir reden über sowas, träumen über sowas, indirekt. Und heute wurde er direkter. Ich sag ja: er spinnt. Ein nächstes Date außerhalb der Arbeit steht. Ich werde ihm sagen, dass ich ihn (auch) sehr mag aber dass ich dieses Gefühl gerade noch gar nicht einordnen kann.

Ich weiß, ich spinne ziemlich (ich habe mir das von ihm vorgeschlagene Haus mit dem fetten Grundstück auch schon komplett ausgemalt und finanziell durchkalkuliert und schaue es mir bald an, ich habe schon gedanklich den Hund geplant und auch die drei Kinder mit ihm - das wäre klasse, er könnte einfach die Elternzeit nehmen und kurz danach in Rente gehen, und auch die gesponnenen Reisen und ebenso den Sex). Aber vielleicht spinnt er ein bißchen mehr. Zu viel. -------------------Womit wir wieder beim Thema wären: alles zu viel........................



Mittwoch, 8. Januar 2014
Die Bierfreundin ist wieder im Lande und rief heute an. Wir haben lange telefoniert. So wie Frauen einfach telefonieren. Sie erzählte von dem ersten Arbeitstag heute. Und wie der Urlaub in seiner Heimat war. Aber vielmehr wollte sie hören wie mein Date gewesen sei. Ich vergesse alles was vor Weihnachten war und erzähle ihr leicht gefiltert wie der Stand der Dinge ist. Obwohl sie anfängt mit "Ist was gelaufen???" in der Gewissheit dass ja bei mir was gelaufen sein muss. Ich sage ihr, dass ich nicht mehr in 2012 lebe. Erläutere dass ich ihn nichtmals umarmt habe. Und erzähle vom Date, von ihm.

Das letzte Jahr gab es bei uns quasi nicht. Sie hat nicht auf dem Schirm dass ich im letzten Jahr nur mit zwei Männern zusammen war. Sie sieht mich noch in 2012. Und so fragt sie natürlich was gelaufen ist. Ich bin ihr nicht böse. Die Wahrheit mit ihr ist auch: sie hat jetzt mit Mitte dreißig zum ersten mal eine Beziehung ,Sex, es liegt auf der Hand dass bei ihr seit letztem Jahr alles Kopf steht.

Ich vergesse ihr nicht, dass sie mich mehrmals in den vergangenen Jahren aufgesammelt hat, wenn ich am Boden lag, völlig unbeweglich, wegen der Trauer um meiner Mutter. Wie sie Sonntagsmorgens in Nachthemd losfuhr um mich einzusammeln, als ich meine Mutter das erste mal von Medikamenten sediert erlebte und nichtmals mehr in der Lage war ein Taxi zu bestellen. Sie ist im Nachthemd aus dem Bett gesprungen, hörte wie ich nichtmals mehr sprechen konnte, nur kurz meinen Standort durchgeben konnte, und sie zog sich einen Mantel über, fuhr sofort los, sammelte mich ein, nahm mich mit zu ihr, legte mich auf ihr Sofa, brachte mir Frühstück usw. Es war für mich einer der schlimmsten Tage in dem Krankheitsbild meiner Mutter und sie war ohne zu zögern da. Sicherlich, die Beziehung zw der Bierfreundin und mir hat sich durch ihre neue Beziehung geändert. Aber ich darf auch nicht vergessen: ich liege ihr am Herzen und ist für mich da, wenn nichts mehr geht. Ich habe heute einen Spruch gelesen, war auf englisch, kriege ich jetzt nicht mehr Wort für Wort zusammen, aber es ging darum, dass man eben nicht die Menschen vergessen darf, die für einen da waren, wenn man wirklich nicht mehr konnte. Und da war sie einfach in den letzten Jahren verdammt oft.

Dennoch tat es weh, dass sie einen Tag vor Weihnachten nicht checkte, wie schlecht es mir ging. Nun denn. Ich habe es ja überstanden. Und mein Freundeskreis weiß, dass ich eh immer klar komme. Ist ja auch so. Bis zu einem extrem hohen Grad halte ich alleine aus. Gold wert dann diejenigen, die raushören, wenn es dann selbst um mich wirklich brenzlich wird.



omg, ich bin total verknallt. Und dann noch Zyklusmitte. Das macht es nicht einfacher einen klaren Kopf zu behalten. Frauen in der Zyklusmitte kann man eigentlich eh abhaken. Die haben keinen klaren Kopf. In der alten Firma erzählte mal eine Kollegin, dass sie in der Zyklusmitte immer dem und dem Kollegen auf den Hintern starren würde - ein Typ, auf dem sie (und viele andere) eigentlich gar nicht stand. Ich war mit ihm irgendwann vor Jahren mal Glühweintrinken und ich mochte ich und ich erzählte ihm, dass es eine Kollegin gäbe die in der Zyklusmitte auf seinen Hintern starren würde. Habe natürlich nicht gesagt wer es war. Ich lenke ab. Aaaaaaaaaaalso, der ältere Kollege. Wir hängen rum, von einem Quatschen in die nächste Zigarette in die Mittagspause in die nächste Zigarette und weiter in meinem Büro quatschend. Am Ende des Tages stellte er fest, dass er heute gar nicht gearbeitet hat. Ich habe immerhin drei vier Termine gewuppt. Den letzten am Nachmittag habe ich verpasst, weil wir uns so verquatscht haben. Aber der war auch nicht wirklich wichtig. Alles gut soweit - das doofe nur: man sah uns. Man sieht uns seit Tagen nonstop zusammen abhängen. Gerüchteküche möchte ich nicht, sage ich ihm. Er auch nicht, antwortet er. Wir planen einen Trip in eine andere Stadt. Konkret. Unkonkret planen wir ein gr Grundstück zu kaufen, einen Trip nach Myanmar, zwei drei vier Kinder, eine Hand voll Wandertouren, die Anschaffung eines Hausschweins und eines Hundes. Und für ein Pferd wäre auf dem Grundstück auch Platz.



Dienstag, 7. Januar 2014
Er (also der ältere Kollege) schob heute seine Ärmel hoch so dass ich Haut sehen konnte. LIEST DER HIER MIT ODER WAS?????