Sonntag, 2. Februar 2014
Falls mich einer sucht: ich bin auf Wolke sieben. tbc



Donnerstag, 30. Januar 2014
Ich weiß nicht wie ich es aufschreiben soll. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.

Heute morgen war ein Morgen wie immer. Ein halber Liter Mate, Zeitung, Latte Macchiato. Ich saß an meinem Frühstücksplatz in der Küche wie seit Jaaahren jeden Morgen. Alles wie immer. Aber irgendwas war anders. !Klatsch! eine fette Portion Glück oder Liebe oder irgendwie sowas. Ich starrte auf die Zeitung, starrte auf die so normale, alltägliche Situation und spürte, dass irgendwas anders war. Alles wie immer aber ich neugeboren oder so. Ich war richtig irritiert!
Später im Büro ging ich zwischen zwei Terminen eine rauchen. Wieder dieses Gefühl. Ganz normal und alltäglich seit Jahren: ich gehe irgendwann zwischen Terminen eine rauchen, stehe vor einem Gebäude, halt zwischen zwei Terminen und rauche. Irgendwas war anders. Dann ging ich aufs Klo. Oft erinnere ich mich an einen Kommentar, war noch auf der alten Seite, es war ein Tipp, eine Idee was ich machen könne, wenn auf der Arbeit alles ganz schlimm ist: einfach fünf Minuten im Klo einschließen. Ich weiß nicht mehr genau welche Bloggerin das schrieb, aber ich habe oft daran gedacht. Heute wieder: ganz normal und alltäglich, ich gehe auf der Arbeit zur Toilette, entweder wegen sehr viel Tee oder wegen einschließen müssen. Und wieder war es da: dieses neue, merkwürdige Gefühl. Irgendwas ist anders. Ich schaue in den Spiegel. Lange fand ich mein Spiegelbild nicht so gut wie heute. Kaum eine Spur vom "schlecht aussehen" im Sinne von kränkelnd, abgemergelt, ausgepowert, graue Blässe. Ich schaute mir tief in die Augen und sah ein Strahlen wie ich es sehr lange nicht gesehen habe. So echt, so authentisch, von so tief kommend.

Heute war ich den vierten Tag in Folge nach der Arbeit bei ihm. Er wohnt ganz in der Nähe der Arbeitsstelle. Wir machen Feierabend zusammen. So ab vier. Es gibt Kaffee und Kuchen. Wir reden reden reden. Irgendwann setzen wir uns auf die Couch. Kuscheln. Fühlen. Reden. Nehmen uns sehr feste in den Arm. Verknoten uns. Ich schiebe meine Hände an seinem Kragen vorbei in seinen Nacken. Ich schiebe seine Hände an meinem Unterhemd vorbei an meinen Rücken.

Er ist komplett anders als alle anderen Männer in meinem Leben waren. Ich bin hellwach. Die ganze Sache fühlt sich komplett anders an, als alles was vorher war. Ich bin wirklich baff.

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Diese Woche noch nicht einmal das Bedürfnis gehabt, mehr als ein kleines Pils zu trinken.



Samstag, 25. Januar 2014
Er schickt eine Nachricht und mein Herz schmilzt.



Ich habe heute was neues gemacht - ich habe mir den ganzen Tag frei genommen. Mir ging es ja körperlich schon seit fast zwei Wochen schlecht (wahrscheinlich wegen verfrühtem Pollenflug, wie mir gestern einfiel). Mein Vater hatte für heute morgen einen Termin bei der Leibärztin und trat ihn mir ab. Einmal megagroßes Blutbild. Auf der Arbeit krank gemeldet (geht bei dem neuen Job voll easy, man muss einfach nur eine Mail an die Personalabteilung schicken). Ab Mittag wäre Fortbildung gewesen und eigentlich wollte ich dort hin, aber nach dem Arztbesuch legte ich mich ins Bett und schlief direkt wieder ein, da dachte ich mir mittags: nee, ich brauche einen kompletten Tag Auszeit. Einen ganzen Tag nur für mich, nur zum Regenerieren, einen ganzen Tag nicht funktionieren müssen, nicht kommunizieren müssen, nicht irgendwo einbringen müssen uswusf. Mittags erledigte ich kurz ein paar Sachen in der Stadt (da der neue Job ja fünfzig km weit weg ist, konnte ich in aller Ruhe durch die Stadt schlendern, keiner sah mich), danach legte ich mich wieder ins Bett und schlief wieder direkt ein. Ein bißchen die Wohnung aufgeräumt, ein bißchen Wäsche gewaschen, aber das war es dann auch.
Gegen Vormittag kam ein altes Muster durch: klasse, den ganzen Vormittag Zeit, dann kann ich ja mal Fenster putzen, die und die Ecken aussortieren/aufräumen, mal richtig was schaffen. Aber wir haben zwanzigvierzehn und ich bin fünfunddreißig und neu. Man muss nicht immer "richtig was schaffen können". Man kann auch einfach mal einen ganzen Tag regenerieren. Besonders wenn es nötig ist.