Heute erlebte ich einen Moment, in dem sich mein Dasein völlig plausibel und wichtig anfühlte. [komplizierte Familiengeschichte]. Zwei Menschen umarmen sich. Gäbe es mich nicht, wären sie aneinander vorbeigegangen, jeder mit bitterem Nachgeschmack. So hatten beide eine schöne Begegnung und eine Umarmung. Wenn sie älter sind, werden sie sich vielleicht daran erinnern, wie gut Umarmungen tun.
Überlege gerade, die ganze Story aufzuschreiben....kann aber nicht...kann nicht mehr schreiben, kann nicht mehr erzählen, kann nicht mehr joggen, kann nicht mehr feiern, kann nicht mehr lachen, kann nicht mehr genießen, kann nicht mehr unter Leute sein, kann keine Verabredung machen, kann irgendwie gar nichts mehr. Verdammte Scheiße, stop stop stop. Ich muss das Stopschild finden.
overloaded am 24. Juli 11
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Ich habe eine Entzündung in der linken Hand vorhin bemerkt, die mir unerklärlich ist. Na ja, was will man machen, zuerst spinnt der Kopf, und irgendwann zieht der Körper nach. Wird sich schon wieder richten, wird schon wieder heilen, wenn du heiratest, ist alles wieder gut.
Ich habe neulich von Kunden selbtgebrautes Bier geschenkt bekommen. Stand jetzt eine Zeit lang im Kühlschrank. Da ich heute wieder so naiv war, nur zwei Bier von der Tanke mitzubringen und jetzt nciht mehr losgehen möchte, dachte ich mir, jetzt ist es dran. Morgen ist ja frei, also was es auch immer auslöst, ich muss ja morgen nicht zur Arbeit gehen. Ich habe es gerade geöffnet und es ist äußerst spritzig. Frische Tischdecke und Laptop sind versaut. Ich probiere jetzt mal ganz mutig (Tanke hat im Notfall noch eine Stunde auf).-----------------------scheiße, geht gar nicht. Da sind Stückchen von was weiß ich nicht was drin.
Eine Freundin ruft an, die Mutter einer Freundin sei auch an Alzheimer erkrankt und ob ich ihr per Mail ein paar Infos über Beratungsstellen etc schicken könnte. Ich biete mich direkt zum Gespräch an. Alles andere kann man ja googeln.
Kurz vor dem Anruf, ich war bei meinen Eltern, fiel mir noch ein, dass ich mich mittlerweile schon an den Zustand meiner Mutter gewöhnt habe. Gar nicht mal negativ. Ihre Umarmungen sind Balsam für meine Seele und wir haben im Laufe der letzten Jahre eine andere Art der Mutter-Tochter-Beziehung für uns entwickelt und gefunden. Ich pflege sie und sie erkennt mich. Der Rest ist das Gefühl von Liebe. Die Beziehung zwischen uns ist so klar. Keine Streiterein, keine Diskussionen, keine Verletzungen, kein Neid, keine Beleidigungen. So Sachen höre ich von Freundinnen. Beleidungen weil man nicht den ganzen Geburtstag bei Mutter verbringt, weil man da und da nicht mit hinkommt. Weil man den Vater angeblich zu sehr aufwertet. Aber natürlich höre ich auch von (anderen) Freundinnen, wie sie mit ihrer Mutter shoppen gehen, wie gut diese Klamotten passen, am Körper und zu allem anderen im Kleiderschrank. Oh ja, Mütter können sowas. Ich erinnere mich noch gut. Und ich höre, einer zerbricht das Herz, weinend am Telefon erzählt sie dass sie jetzt erst mal zu ihrer Mutter fährt, sie bräuche jetzt die Nähe ihrer Mutter. Oh ja, auch an die Mutterliebe bei gebrochenem Herzen erinnere ich mich gut. Meine Mutter hatte nie viel Zeit für mich, da waren zu viele andere Herausforderungen, aber wenn es hart auf hart kam, war sie für mich da und sie war gut darin.
Ja, ich erinnere mich an alles. Und es fließen auch Tränen zu diesen Erinnerungen. Aber es ist mittlerweile ok. Es ist als sei alles zwischen uns nur noch auf das Wesentliche runtergebrochen. Wahre Mutterliebe. Und dann denke ich: das ist mehr Gold wert als endgeile Klamotten shoppen und geschenkt bekommen, zusammen Männer anflirten, Witze erzählen und totlachen, stundenlang telefonieren und reden, Herz ausschütten und Ratschläge einsammeln, Rechnungen bezahlt bekommen, zum Frisuer oder Kosmetikerin eingeladen werden, zusammen Verwandte besuchen und beschenken, durchdenken wer nach dem ganzen Sekt jetzt noch fahren kann, auf Grönemeyerkonzerten abrocken, sich gegenseitig beim putzen, bügeln und aufräumen helfen, stundenlang im teuren Restaurant alles durchprobieren oder im Café Leute beobachten und lästern.
Das Leben hat mich ganz schön hart gemacht.
overloaded am 22. Juli 11
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Wahrscheinlich ist das wirklich burnout, wenn man im Büro sitzt und nicht arbeiten kann. Ich kann so gerde eben die Dinge bearbeiten die spontan reinkommen, wenn es Angelegenheiten sind, die ich direkt klären kann. Sonst geht nichts. Ich kann nicht nach vorne arbeiten und so langsam aber sicher stapeln sich Leichen die sich aufgrund der Verzögerung nicht mehr gut regeln lassen. Ich kann auch kaum noch Auto fahren, es wird immer riskanter. Ich stehe komplett neben mir. Bisher ist das noch nicht aufgefallen. Weder auf der Arbeit, noch im Straßenverkehr. Nur ein paar Freundinnen fangen langsam an sich Sorgen zu machen. Noch nicht ernsthaft, dafür bewahre ich noch zu sehr die Haltung.
Ich bin hundemüde, könnte direkt ins Bett fallen. Will mich nur noch in meine Bettdecken einkuscheln, nichts hören, nichts sehen und auch nichts träumen. Ich versuche die Nerven zusammenzuhalten, versuche nicht anzufangen durchzudrehen, denn das wäre mein Ende. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass es halb so wild ist, und mit dem Urlaub alles wieder gut wird. Aber die Angst, dass das doch gerade eine Spur zu weit geht, ist zum ersten Mal wirklich da.
Es regnet so stark, dass ich nicht joggen gehen kann. Das hätte mir jetzt gut getan. Es ist noch früh und ich kann noch was machen. Könnte eine der vielen Ecken aufräumen, aber das sind zu große Projekte, dafür wird meine Kraft nicht reichen. Idee wär, Bügelwäsche und Kleiderschrank aufräumen. Ich spiele erst mal eine Runde Akkordeon und versuche kein weiteres Bier aufzumachen. Dann mal weitersehen.
overloaded am 20. Juli 11
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