omg. Es sollte natürlich heißen: ich wasche meine HAARE. Gerade erst entdeckt. Nun denn. Was solls.
Ich laufe als ginge es um mein Leben oder viel mehr noch: das der anderen. Ich quäle mich durch den Tag. Für den Weltschmerz hat es nicht ganz gereicht aber der Familienschmerz reicht schon. Mir kommen Erinnerungen von früher. Wie meine Mutter sich um meine Nichte, ihr Enkelkind, gekümmert hat. Nach den ganzen Operationen. Die Wunden auswusch. In aller Ruhe. Sie brachte Ruhe in all den Stress, in all dieses Nicht-Klarkommen der anderen. Jetzt kann sie nichts mehr einbringen, kann nichts mehr retten in dieser Familie und mein Herz zerfrisst sich an traurigen Erinnerungen. Und die Familie zerbricht. Mein Vater leidet, kann aber nichts benennen. Und nicht erkennen, dass ich noch mehr daran zerbreche. Er gibt was er kann und das ist okay. Er hat nichts mehr zu verlieren. Er steht vor dem Trümmerhaufen seines Lebens. Ich wünsche ihm einfach dass er irgendwann sein Ende noch genießen kann. Ich weiß nciht wieviel Geld er wo zurückgelegt hat, ich kenne seinen geheimen Plan nicht. Er wird enden wie eine Titelfigur in einem Roman von M. Houellebecq. Hoffentlich wenigsten.
Ich bin am Boden. Ich brauche Zeit für mich. Ein paar Tage nicht die hohle Kollegin ertragen müssen, ein paar Tage zur Ruhe kommen. Ich habe den Schreibtisch heute so gut wie leer gearbeitet, Donnerstag und Freitag stehen keine Termine an, ich könnte frei machen. Aber Urlaub würde ich spontan nciht bekommen. Will ich acuh gar nicht, mag gar nicht meine Urlaubstage hergeben für fertigsein. Morgen Außentermine abreißen. Und für Do morgen wünsche ich mir den Mut, mich zwei Tage krankschreiben zu lassen. Der Gelbe an sich ist kein Problem, aber morgens anrufen, sagen ich sei krank, am einfachsten eine Krankheit erzählen, nur was? Magendarm kommt immer gut, ist aber abgedroschen. Allergischer Schock ist ausgefallender und es ist bekannt, dass ich Allergikerin bin. Mir oder der Leibärztin wird schon was einfallen, aber was, wenn ich mich nicht traue und einfach arbeiten gehe?
Ich wünsche das alles niemandem.
overloaded am 12. Oktober 11
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Die Urlaubsfrau rief an, mochte spontan in meine Stadt kommen, sei doch verkaufsoffener Sonntag und was noch attraktiver wäre, die Kunstausstellung in dem kleinen Hinterhofatelier zu besuchen. In vierzig Minuten sei sie da und hole mich ab. Ich wasche meine und hübsche mich auf, will schön sein für sie.
Sie hat mir Schuhe nachgekauft und ich freue mich sehr! Ihr Outfit ist wie immer klasse, sie ist so sexy. Die Beine jedoch noch dürrer als sonst. Und beim genauen Hinsehen erkene ich, wie schlecht es ihr geht. Ihr Kopf, ihr Herz, alles gefickt von Männern die es nicht wert sind. Jetzt gerade trifft sie einen von denen und dabei wollte sie eigentlich gar nicht. Ich kann sie nicht davon abhalten.
Wir stöbern durch die Ateliers, finden manches gut, bei anderem fragt sie ob das Kunst sei oder weg kann. Wir lachen. Ich sehe "Krickelkrackel". Krickelkrackel ist ein Kunstobjekt, was es gar nciht gibt. Ich hätte es gemacht. Ich lade mal gleich das Foto hoch. Meine Kunstobjekte sind Fotos am richtigen Ort. Mein Verständnis: Fotos gehören dort hin, wo sie herkommen. In meine Wohnung gibt es zwei davon. Vielleicht fange ich irgendwann mal damit an, das wirklich als Kunst zu veröffentlichen. Und "Krickelkrackel" habe ich fotografiert, aber ich kann ja das Bild nicht einfach bei dieser Künstlerin an die Wand hängen. Obwohl....
Ich komme auf Turkey und als sie vorschlägt dort was zu essen, bin ich schon unterwegs zur Bar. Auf der Veranda der Sonne entgegen sitzend, in Tarnung mit großer Sonnenbrille, fühlt es sich plötzlich an wie im Urlaub. Als ich die Augen schließe hört sich das Rascheln der Blätter im Wind wie das Meeresrauschen an, sie in meiner Nähe, ich fühle mich wie im Gecko Beach Club, vorne in der erste Reihe sitzend. Im Rücken der DJ, vor uns der Holzsteg und der Kübel mit Bier. Weiter dann der lange Sandstrand und das Meer. tbc
Sieger haben Pläne lese ich in einem Schaufenster als ich die Fitte verlasse. Ich habe schön traniert, diese und jene Muskeln, ganz gezielt, ganz präzise, ganz ausdauernd. Dann wieder Laufband. Ich bin gut im Laufen stelle ich fest. Ich laufe länger und schneller als die anderen auf den Laufbändern links und rechts neben mir.
Nun ja, ich laufe ja auch schon lange. Als ich nach der Dusche nackt vorm Spiegel stehe, sehe ich keinen schönen Körper. Alt bin ich geworden. Die anderen Mädchen in der Dusche haben auch hier und da Problemzonen, keine Frage, aber sie sind jung, sie haben junge Körper. Sicherlich malen sich meine Muskeln ab, sicherlich sieht man das, aber man sieht auch, dass ich zehn Jahre älter bin als die anderen. Eine alte trainierte Frau. Was solls, ich gehe trotzdem in die Sauna, laufe dorthin den Gang entlang, mit der Gewissheit, dass ich nciht mehr ansehnlich bin. In Kleidung ist das anders, da habe ich oft in letzter Zeit morgens beim letzten Blick in den Spiegel gedacht: meine Güte, bin ich hübsch. Aber die nackte Wahrheit fällt anders aus.
Die Zeit ist nicht zurückzudrehen. Narben am Körper, Narben im Herzen. Einfach geht nicht mehr. Alles ist gefärbt durch die Erfahrungen. Das lässt vieles klarer Erkennen, aber es schränkt auch ein. Manchmal finde ich das gut, genieße den klaren Blick, aber manchmal spüre ich auch, wie eng die Möglichkeiten und Chancen dadurch geworden sind. Sieger haben Pläne - ich hatte noch nie einen richtigen Plan. Ich habe immer geschaut welche Möglichkeiten sich gerade ergeben und stets versucht die beste Chance zu nutzen. Ich habe mir dazu auch immer Gedanken gemacht und ich glaube ich habe auch oft schon gut entschieden, aber nie habe ich ein Ziel vor Augen gehabt und dafür gehandelt. Gut an Gegebenheit anpassen, so habe ich immer gehandelt. Aber es war auch nie Zeit und Raum um nach vorne zu schauen, Ziele zu definieren und das Erreichen dieser in die Wege zu leiten. Es war immer was los, es gab immer zu kämpfen. Es gibt diese Geschichte von den zwei Fröschen. Sie sitzen in einem Glas voller Milch und der eine jammert darüber und ertrinkt. Der andere strampelt mit den Beinen und sucht einen Ausweg. Durch sein Strampeln wird die Milch irgendwann zu Butter und er kann so das Glas verlassen. Ich hoffe einfach dass das bei mir auch so ist. Aber das dauert noch. Ich muss noch ein paar Runden weiter die Zähne zusammenbeißen. Ach....es ist viel und wäre morgen nicht Freitag, wäre jetzt schon wieder alles zu viel.
overloaded am 07. Oktober 11
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