Im Sommer frage ich mich immer, wie ich den Winter überstehen werde. Wie ich es schaffen werde, dick eingemummelt mit Blick nach unten durch die Straßen zu streifen. Wie das sein wird, wenn man nicht mehr auf dem Balkon abhängen kann, wie ich das durchalten werde, nicht mehr nur Rock und Shirt zu tragen sondern Kniestrümpfe und Unterwäsche anziehen muss. Interessanterweise schaffe ich jeden Winter. So wie jeder andere. Ich weiß noch wie ich einmal depri war, weil der Sommer vorbei war. Irgendjemand sagte mir, dass ich nicht der einzige Mensch sei, für den der Sommer zu Ende ginge. Und so halten wir alle den Winter durch. Und zwischendruch gerät man in Gespräche in denen man sich als Sonnenabeter outet. Und dann wird geträumt vom Sommer, vom nachts im T-Shirt nach Hause laufen, vom unter der Sonne tanzen, vom niemals frieren, vom stundenlang draußen abhängen, in Gärten, in Parks oder einfach auf der Straße. Und von Festivals, von Stränden und davon, wie man einfach mit dem Fahrrad unterwegs ist. Und ich habe mich in kurzen Röcken und schönen Tops vor Augen, wie ich mit Sonnenbrille mich einfach treiben lasse, in den und den Park, auf die und die Party, zu den und dem Festival und auf den Boden sitzend und unter der Sonne tanzend. Ich freue mich sehr auf den Sommer.
overloaded am 20. Januar 13
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Siri ist übrigens absoluter Murx - ich habe das gestern ausprobieren können. Erst mal fand ich es schon unprofessionell, dass das nicht auf eine bestimmte Stimme geeigt ist. Dann rief ich im Handy der Lieblingsfreundin meinen Kontakt auf und bat Siri meine Adresse hinzufügen. Klappte nicht. Ich probierte mehrmals. Vor meiner Haustür gab es eine zweite Chance: diesen Standort als Adresse zu meinem Kontakt hinzufügen. Ging auch nicht. sms an mich schicken klappte auch nur halb. Also ich weiß gar nicht warum die Nutzer ihr Handy mit dem angefressenen Apfel so hypen. Ihr habt da meiner Meinung nach einfach nur viel Geld ausgegeben.
overloaded am 20. Januar 13
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Ich bin etwas in Sorge über meinen Körper, genau genommen meine Muskeln: ich habe Angst dass meine Arme und Schultern zu muskulös werde. Neulich ging ich nackt am Spiegel vorbei, sah mich nur im Augenwinkel, stockte, und ging zurück um genauer hinzuschauen. Das ist am massig werden und das will ich nicht. Schön definierte Muskeln auf den Knochen finde ich schön, aber nicht massig wie Frl dt Meisterin. Ich habe seit Wochen keine Gewichte mehr gesteigert, aber wahrscheinlich ist das alles schon ganz schön viel. Werde das letzte Fett nicht weiter in Muskeln umwandeln sondern abmagern. Brauche wieder lange Läufe. Wird schon, ab Frühling bin ich wieder bei 10 km ohne Schmerzen. Da glaube ich ganz fest dran.
Und ich frage mich wie mein Körper früher aussah, als ich ähnlich fit wie heute war (ich messe diese Fitness an der Menge an Liegestützen die ich mal eben so wegpumpen kann). Und mir wird klar: so stark wie jetzt war ich noch nie im meinem Leben.
overloaded am 20. Januar 13
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Ich habe heute länger telefoniert und somit war das zwar wieder ein Sonntag an dem ich nicht vor dir Tür gegangen bin, aber an dem ich wenigstens geprochen habe. Ich telefonierte über eine Stunde mit einer lieben Freundin, ich nicht mehr so oft treffe oder spreche. Sie ist zwei Jahre älter als ich und letztendlich lenkte sie den größteil des Gesprächs auf Männer/Beziehungen/Zukunft. Sie ist kurz davor Panik zu bekommen, denn auch sie hat weder eine große Lovestory noch Kinder am Start.
Das ist das wovor ich Angst habe: den Moment der Familiengründung zu verpassen.
Später telefonierte ich noch mit meinem Vater. Es ist gut zwischen ihm und mir. Es ist gut geworden durch die letzten Jahre, durch die Krankheit meiner Mutter. Ich sagte ich hätte eine harte Woche gehabt - ja das hätte er sich schon gedacht, weil ich mich nicht gemeldet hatte, und er sagte es im Sinne von "kein Problem, ich verstehe dich". Das ist das neue zwischen uns: er fragt wie es mir geht, er versucht zu verstehen wie es mir geht. Er ist verständnisvoll. Er sorgt sich um mich. Mit anderen Menschen kann er immer noch nicht so gut umgehen (also zb die aktuelle Pflegefrau), aber immerhin schafft er es ein bißchen besser statt schlechter.
overloaded am 20. Januar 13
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Der Film ist so gut wie ausverkauft, wir entscheiden spontan an der Kasse um, die Neuentscheidung ist ebenfalls so gut wie ausverkauft. Wir schauen staunend um halb acht den jungen Mann hinter der Kasse an: was ist denn hier los?, fragt die Lieblingsfreundin überrascht. Es ist Samstagabend!, wirft uns der junge Mann hinter der Scheibe vorwurfsvoll entgegen. Mit meinen vip-Freikarten (hat mir ein Firmenkunde vor einigen Monaten geschenkt*, er sitzt dort im Management) in der Hand liegt mir auf der Zunge den jungen Mann zurecht zu weisen, dass man so vorwurfsvoll nicht mit Kunden spricht, denn der Kunde macht keinen Fehler, aber ich erspare uns allen diese negative Stimmung und überlege mit der Freundin erneut um. Wir treffen sofort eine weitere Entscheidung, oh, auch ganz schlecht, hören wir ihn sagen und dann: ah!, da ist gerade eine Reservierung rausgenommen worden, dann würde ich mal sagen: Mitte vip-Bereich, hier sind ihre Karten! Bitte noch hier Name und Unterschrift. Für einen Moment bekomme ich Angst dass ich den Namen von dem jenigen angeben muss, der mir die Karten geschenkt hat, denn ich weiß den Namen nicht mehr, aber ich muss einfach nur unterschreiben. Wow, wir freuen uns. Plötzlich stehen wir in einer unendlich langen Schlange bei den Getränken und die Freundin möchte Nachos oder sowas. Wir stehen da in der Schlange und ich schaue rum, schaue mir die Leute an. Was ist?, fragt sie, hast du jmd gesehen den du kennst? Nein, ich schaue nur. Wir stehen weiter an. Ich habe Angst dass die am Eingang meine Tasche sehen wollen, da ist Bier und Cola drin. Was ist los mit dir?, fragt sie, Was bist du so paranoid, hast du gekifft??? [Kiffe seit Jaaahren nicht mehr und das ist in meinem kompletten Umfeld bekannt]. Ich weiß auch nicht was mit mir los ist....Keine Sorge, beruhigt sie mich, hier schaut keiner in deine Tasche, das verspreche ich dir. Ich komme ein bißchen runter aber als wir auf unseren Premiumplätzen sitzen, da mitten in diesem großen Saal, zwischen all den Menschen, spüre ich irgendeine Art von Panik in mir aufkommen. Ich weiß nicht was los ist, überlege noch mal kurz was ich zu mir genommen habe, nur ein Leichtbier, bekomme Angst vor einer Panikattacke oder irgendwie sowas, fühle mich tatsächlich wie bekifft, bekomme Angst dass sie mich gleich irgendwo einweisen muss, nehme eine Allergietablette weil ich heute noch keine genommen hatte und es durchaus sein könnte, dass ich heute was gegessen habe, wogegen ich allergisch sein könnte und sowas löst auch Panik aus, versuche cool zu bleiben, überlege mir dass ich das nicht will: Panikattacke und eingewiesen werden, reiße mich zusammen, gehe nochmal zum Klo, alles so surreal, fühle mich immer noch wie bekifft, schaffe den Weg dorthin aber natürlich souverän, alles geht klar, komme zurück zum Platz und dann beginnt endlich der Film. Ich fange an zu entspannen, will wirklich entspannen, entspanne dann irgendwann auch, der Film ist gut und lustig, ich lache, schaue zur Freundin rüber und freue mich über unsere Freundschaft.
Jetzt ist alles wieder gut, kein Problem. Aber was war das bitte???
Ich kann sowas. Ich kann auch allergischen Schock alleine. Ich kann in so Momenten im letzten Moment cool bleiben und mich vorm durchdrehen bewahren. Die Vorstellung einen Notarzt zu rufen oder mich einzuweisen ist so übel für mich, dass ich im allerletzten Moment alle letzten Resourcen zusammenraufen kann. Aber so Trips sind dennoch heavy. Das ist irgendwas mit Todesangst oder so. Durch Drogen oder durch allergischen Schock ähnelt sich da sehr. Dieses ganz kurz davor dass man alleine nicht mehr klar kommt. Mein absoluter Albtraum. Und genau den zieht meine Mutter gerade durch. Aber sie hat auch nie Entscheidungen für sich getroffen. Vielleicht ist sie einfach versöhnt mit dem Leben, weil sie mir genau das mitgeben wollte, Entscheidungen treffen können, besser als sie es schaffte.
In Schleife: right here - flox
Sieben im Büro hat nicht geklappt, aber halb acht. Die Termine liefen bestens. Als der Chef später kam, strahlte er mich an und es sah echt aus. Ich weiß nicht ob er sich freute mich zu sehen oder ob er sich freute was für eine treue, verantwortungsvolle Mitarbeiterin ich bin, so im Sinne von nicht resignierend über die anstrengende Woche sondern einfach gut gelaunt und frisch Samstags morgens weiter machend. Dieses und jenes erledigt, Morgenstund hat ja schließlich ---- und später zum Sport. Der Sportfreund sagte ab, er sei verkatert und ich misstraute der Nachricht. In der Muckibude sprach ich kaum mit jemandem, mich sprach auch kaum jemand an, das alleine, ungeliebt Gefühl kam wieder hoch und ich konzentrierte mich zur Ablenkung auf meinen Körper, auf jeden einzelnen Muskel. Später im Auto dann wieder dieses traurige Gefühl. Zwischendurch rief die Lieblingsfreundin an, Verabredung für Kino heute abend. Und dann lief im Radio flox - right here. Fiel mir neulich schon mal auf, gefällt mir. Und das drehte ich dann voll auf und riss mich mal zusammen, ließ mich nicht noch weiter auf dieses Gefühl ein und fragte mich, wo jetzt überhaupt das Problem ist. Meine Güte, dann quatscht man halt mal nicht in der Muckibude. Dann trainiert man einfach mal nur. Genaugenommen waren heute auch kaum Leute da, und die, mit denen ich sonst quatsche, waren fast alle gar nicht da. Und einer den ich gar nicht kenne, hat mir sogar was geholfen (bei zweiten und dritten Satz das Gewicht abnehmen weil es dann manchmal knapp wird mit der letzten Kraft das noch einzuhängen). Und meine Güte, dann hat man halt mal eine Woche richtig hart gearbeitet - gibt auch oft genug luschi-Wochen und die werden auch wieder kommen. Von außen betrachetet ist doch alles klasse, gute Arbeit geleistet, Sport gemacht, nicht total verkatert ins We gegangen, Lieblingsfreundin ist auf dem Weg um mich fürs Kino abzuholen und der Blick in den Spiegel ist nicht schlecht, auch wenn die Ränder unter den Augen auf die harte Woche schließen lassen. Hatte aber direkt einen Parkplatz vor der Muckibude und da ist auch der Drogeriemarkt und so kann jetzt die Antifaltenmaske noch wunderbar Wunder leisten.
I just wanna be: right here....
overloaded am 19. Januar 13
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Das Fußballspiel plätschert so an mir vorbei, ich starre auf den Bildschirm und bin mit den Gedanken in der Firma. Unabhängig davon kam es mir in den ersten Minuten fremd vor, auf den grünen Rasen zu schauen - krass wie man sich von etwas gezwungenermaßen entwöhnt. Und unabhängig davon meinte der Nerd damals , er glaube ich schaue nur deswegen so gerne Fußball, weil dieses auf grün starren beruhigt. Ich glaube ja eher dass Fußball gucken für mich Heimatgefühl ist - Fußball habe ich von Opa gelernt. Der Bruder von meinem Opa war nämlich in den fünziger Jahren Fußballprofi und mein Opa war auch ein sehr guter Fußballspieler - das war einfach eine Fußballfamilie aus dem Pott. Mütterlicherseits, btw. Samstags nachmittags hing ich oft mit Opa rum, in meinen Erinnerungen immer im Garten. Sein kleines Radio lief hinten am Schuppen. Opa war eher wortkarg. Ich konnte ihn die ganze Zeit vollquatschen, irgendwas erzählen, oder irgendwas vorturnen oder mit ihm irgendwelche Blumengestecke für Oma basteln. Ich unterhielt ihn während unserer Aktivitäten die ganze Zeit. Aber wenn dann die Musik im Radio unterbrach und in die Spiele übertragen und kommentiert wurden, dann sagte er immer "Pssst, sei ma ebn still". Und dann hörten wir zusammen die Spiele. Er erklärte mir nicht viel über Fußball, viel mehr lernte ich durch seine Kommentare. In den letzten Jahren bevor er starb begannen diese horenden Abslösesummen und Gehälter und er sagte: seitdem da so viel Geld im Spiel ist, macht Fußball keinen Spaß mehr. Und einige Jahre davor, erzählte mir die Oma, dass der Bruder von ihm durch den Fußball ja immer ein doppeltes Gehalt hatte, die konnten sich damals schon Reisen nach Italien und so leisten. Nur zu fressen hattense nichts, fügte der Opa hinzu, da kamen se dann sonntachs hierhin.
Die zweite Halbzeit läuft da hinten im Wohnzimmer, ich bin da für heute raus. Morgen früh ins Büro, am besten um sieben, und dann um zehn wieder abhauen. Wenn die Termine um acht gut verlaufen. Ich bin ausgepowert von der Woche. Viel Erfolg, das war gut, aber auch viel Stress. Am schlimmsten dieses Gefühl alleine zu sein, aus allen Richtungen und Abteilungen Geschosse auf mich, es fühlte sich an wie im Stich gelassen zu werden. Wie viel davon ist nur das Gefühl und wie viel war wirklich unkollegial? Pms hat den Blick verklärt.
Als der Chef sich um halb sieben dann verabschiedete (ich glaube er wollte schon um fünf abhauen, traute sich aber nicht weil er deutlich später kam als ich und mitbekam wie viel Feuer ich um halb sechs noch löschte) rief ich ihm noch zu, dass es mir leid tut dass ich neben all dem Stress diese Woche vielleicht auch nicht immer erträglich war. Och nö, das hätte er so nicht wahrgenommen. Und er rief noch zurück, dass er hoffe dass bei mir ansonsten alles ok sei. Ein "ansonsten" gab es bei mir diese Woche, antwortete ich.
Interessanterweise geht es mir nicht so schlecht, wie es mir jetzt eigentlich gehen könnte. Ein zwei Mal heute habe ich Tränen und den absoluten Zusammenbruch unterdrückt und als ich endlich zu Hause war und spürte dass es mir wirklich schlecht geht, rief ich die Lieblingsfreundin an. Sie hört direkt beim ersten Wort raus wie schlecht es mir geht. Ich rede mir eine halbe Stunde alles vom Herzen und schon gehts besser. Keine Tränen. Kein Zusammenbruch. Und das Gefühl alleine da zu stehen, ist auch weg.
Dass die Bierfreundin und ich seit ein paar Wochen nicht mehr so eng sind, das fehlt mir auch ein bißchen. Aber es ist ok. Sie ist auf Wolke sieben und ich gönne es ihr.
Warten dass der Januar vorbei geht. Und Vorfreude auf den Besuch von dem jungen Mann, der kreatives Schreiben studiert hat und mich nach Januar besuchen kommen mag.
Alles viel, und mir gehts auch nicht so gut, aber schlecht gehts mir auch nicht, es ist ok. Ich habe das Gefühl: es läuft.
overloaded am 18. Januar 13
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